Das zuletzt als Asylheim genutzte Gebäude an der Gewerbestraße in Mühlhofen wird zu einem Bürogebäude mit Hausmeisterwohnung im Erdgeschoss umgebaut. Das hat der Technische Ausschuss beschlossen, allerdings nicht einstimmig. Bereits im Februar hatte das Gremium den Antrag genehmigt, seinerzeit lag die Wohnung für Aufsichts- und Bereitschaftspersonal beziehungsweise Betriebsleiter noch im Obergeschoss.

Schon damals verwehrten die Ausschussmitglieder den Anbau beantragter Balkone, weil es in ihnen eine Förderung zur späteren Umnutzung in Wohnungen sah. Das Grundstück liegt im Bebauungsplangebiet „Im Ried“, das als Gewerbegebiet ausgewiesen ist. Neu sind 22 statt 19 Stellplätze und dass ein die Baugrenze überschreitender Balkon aus den Plänen herausgenommen worden ist. Nadine Bohn (CDU) meinte, dass eine einzige Betriebsleiterwohnung keine Balkone bedürfe. „Gibt es ein Recht für Büro mit Balkon?“ fragte sie.

Helmut Halbhuber ist „Total gegen diese Vorhaben“

„Total gegen diese Vorhaben“ wandte sich Helmut Halbhuber (FW). Er befürchtete, dass künftig weitere Wohnungen hinzu kämen. Erwin Marquart zeigte sich der Überzeugung, dass baurechtlich alles okay sei, Christine Allgaier (BuF) plädierte dafür, in Zukunft ein Auge darauf zu werfen, „ob es so genutzt wie wie genehmigt“. Manfred Seeger (JB) dagegen befand, es sei unfair gegenüber dem Bauherrn, ständig das Vorhaben zu blockieren. „Es gibt ja Gewerbesteuer. Man kann viel spekulieren.“ Nachdem auch Bürgermeister Dominik Männle darauf aufmerksam gemacht hatte, dass die rechtlichen Voraussetzungen eingehalten werden, stimmte der Ausschuss dem Vorhaben zu.

Das ehemalige Gewerbeobjekt war im Dezember 2016 als Gemeinschaftunterkunft für Flüchtlinge eröffnet worden. Familien und Alleinreisende aus Syrien und dem Irak aus der Flüchtlingsnotunterkunft in Meckenbeuren zogen ein, zwischenzeitlich lebten dort rund 60 Geflüchtete. Ende September 2019 war die Gemeinschaftsunterkunft geschlossen worden, da der Bedarf an Erstunterbringungsplätzen deutlich gesunken war.