Das Amtsgericht Konstanz hat zwei Männer aus Uhldingen-Mühlhofen im Alter von 27 und 28 Jahren wegen gemeinschaftlichen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen von zwei Jahren sowie zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Opfer erlitt Schädel- und Nasenbeinprellung

Vor fast einem Jahr hatte der 27-jährige Angeklagte sich mit einem heute 20-Jährigen an einem Treffpunkt verabredet. Dabei brachte er den 28-jährigen Bekannten mit. Nach einer verbalen Auseinandersetzung kam es nach Ansicht des Gerichts zu einem gewalttätigen Übergriff durch die beiden Männer, bei dem der 20-Jährige eine Schädel- und eine Nasenbeinprellung erlitt. Die beiden Älteren sollen ihn laut Anklage gezwungen haben, ihnen seine Geldbörse mit 35 Euro sowie sein Handy zu geben.

Möglicherweise ging es um ein Drogengeschäft

Angeblich ging es bei dem Treffen um den Verkauf eines Spiels für eine Spielkonsole des 20-Jährigen. Zumindest behauptete das der 27-jährige Angeklagte vor Gericht. Andeutungen des Tatopfers in der Verhandlung weckten aber beim Gericht den Eindruck, dass es sich in Wirklichkeit um ein Drogengeschäft gehandelt haben könnte. Weil dies jedoch nichts mit der zu verhandelnden Anklage zu tun hatte, ging das Gericht darauf nicht näher darauf ein.

Opfer war auf älteren Angeklagten wütend

Warum der 28-Jährige bei dem Treffen dabei war, blieb ungeklärt. Er behauptete, er sei damals "einfach so" mit seinem Bekannten mitgegangen. Der 20-Jährige sei aber "gleich ausgerastet", als er ihn gesehen habe, da sich seine Freundin getrennt habe und jetzt mit ihm, dem Angeklagten, zusammen sei.

Angeklagte räumen Schläge schließlich ein

Der wütende 20-Jährige habe auf ihn eingeredet und ihn bedrängt. Er habe ihn zuerst zurückgeschubst und ihm dann einen Kopfstoß versetzt, gab der 28-Jährige zu: "Direkt aufs Nasenbein". Den angeklagten Faustschlag ins Gesicht räumte der jüngere Angeklagte nach anfänglichem Leugnen ein. Dass er das Handy des Schülers auf dem Boden zerschmettert hatte, hatte er bereits zu Beginn seiner Befragung zugegeben. Später versprach er, den Schaden zu ersetzen.

Das Gericht ging davon aus, dass beide Angeklagte den 20-Jährigen aufgefordert hatten, die Sachen aus seinen Jacken- und Hosentaschen herauszurücken. Beide sind vielfach vorbestraft und haben bereits Haftstrafen verbüßt.

Beide Angeklagte auch wegen Körperverletzung vorbestraft

Der 27-Jährige muss wegen eines Bewährungswiderrufs in Kürze erst einmal die Reststrafe einer früheren Verurteilung absitzen. Die zuvor letzte Haftstrafe, die er verbüßte, bekam er, weil er seine Ehefrau aus Eifersucht geschlagen hatte. Auch der 28-Jährige ist vielfach vorbestraft, vor allem wegen Gewalttaten, die er im Rausch begangen hat. Vor fünf Jahren hatte er bei einer Schlägerei rund vier Promille Alkohol plus Drogen im Blut. Jetzt sagte er bei Gericht aus, er sei ganz ohne Therapie clean: "Das haben wir ja jetzt hinter uns." Alkohol konsumiere er nur noch in geringen Maßen gelegentlich.