Uhldingen-Mühlhofen – In den vergangenen Jahren ist das Uhldinger Hafenfest ein Fest für Besucher jeden Alters gewesen. Neben Blasmusik, Pop, Rock und Schlager gab es im vergangenen Jahr sogar Heavy Metal für die jugendlichen Besucher. Auf der Ostmole gehörte die Bühne des Vereins Jugend aktiv Uhldingen-Mühlhofen bereits zum Bild des Hafenfests. So sollte es auch dieses Jahr sein. Doch es kam anders.

Wirbel durch Posting bei Facebook

Im Programmheft war noch zu lesen, dass auf der Bühne von Jugend aktiv Uhldingen-Mühlhofen ab 17 Uhr ein DJ für Musik sorgen wird. Am Samstag stand an der Stelle jedoch noch nicht einmal ein Zelt. Stattdessen sorgte ein Eintrag auf der Facebook-Seite von Jugend aktiv für Wirbel. Darin wird der Tourist-Information als Veranstalterin des Hafenfests vorgeworfen, sie habe gesagt, das Hafenfest sei für Besucher ab 50 Jahren. „Wir sind stinksauer und sehr betrübt darüber,... hier abzusagen und fühlen uns als Verein der Gemeinde Uhldingen den anderen Vereinen gegenüber benachteiligt, da die Touristinformation nicht in der Lage ist, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen richtig zu kommunizieren“, steht weiter in dem Eintrag, der mit „Jugend-aktiv“ unterschrieben ist. Dieser Vorwurf verbreitete sich noch am Wochenende des Hafenfestes rasch weiter.

Julia König: Keine klare Aussage, was Jugend aktiv plant

Auf Nachfrage des SÜDKURIER widerspricht die Tourist-Information diesem Vorwurf. „Wir haben im Vorfeld des Hafenfests mit Vertretern von Jugend aktiv tatsächlich über Zielgruppen geredet, aber nie behauptet, dass das Hafenfest nur für Besucher ab 50 Jahren ist“, betont die Leiterin der Tourist-Information, Julia König. „Wir haben mehrfach vergeblich versucht, von Jugend aktiv eine klare Aussage zu bekommen, was auf dem Hafenfest geplant ist.“

Verein wollte externen Veranstalter auf Ostmole holen

Als Anfang Juli durch einen Facebook-Eintrag bekannt geworden sei, dass es eine Techno-Veranstaltung Lakerave mit einem externen Veranstalter und mehreren DJs auf der Ostmole geben solle, außerdem eine Aftershow-Party ab 2 Uhr morgens an der Skateanlage, hätten bei der Tourist-Information die Alarmglocken geläutet, sagt Julia König.

Julia König: "Alle Veranstalter sprechen Aktionen mit uns ab"

„Es ist schade, dass uns keiner von Jugend aktiv über das geplante Programm informiert hat. Wir haben es auch nur über das Internet erfahren“, sagt Julia König. „Die Techno-Aktion sollte laut Facebook bereits um 12 Uhr starten, wobei klar ausgemacht wurde, dass es erst um 17 Uhr losgeht.“ Außerdem sei es nicht gewünscht gewesen, eine Veranstaltung innerhalb der Veranstaltung zu haben. „Alle Vereine sprechen im Vorfeld ihre Aktionen mit uns ab“, erklärt Julia König. „Das sollte eigentlich auch für Jugend aktiv gelten und lief bislang auch reibungslos.“

Bereits am 9. Juli Musikverbot ausgesprochen

Wie die Leiterin erklärt, habe die Tourist-Information dann das Gespräch mit Jugend aktiv gesucht. Dabei sei deutlich gemacht worden, dass Jugend aktiv die Fläche auf der Ostmole keinem externen Veranstalter zur Verfügung stellen könne. „Hierbei spielt die Musikrichtung keine Rolle“, betont Julia König. Um diese externe Veranstaltung im Rahmen des Hafenfests zu verhindern, habe sich die Tourist-Information gezwungen gesehen, ein Musikverbot auszusprechen. Dies sei bereits am 9. Juli geschehen.

Johannes Lutz: DJs haben Details ohne Absprache veröffentlich

Johannes Lutz ist Vorsitzender von Jugend aktiv. Er erklärt, dass die DJs von Lakerave die Veranstaltung ohne Absprache veröffentlicht hätten, was zu der Unstimmigkeit geführt habe. Vor allem, was die Uhrzeit anginge. Er habe ebenfalls das Gespräch mit der Tourist-Information gesucht. „Ich wurde da regelrecht abgeblockt“, sagt Johannes Lutz.

"Bürgermeister hat mich eineinhalb Stunden sitzen lassen"

„Ich hatte das Gefühl, dass man irgendwas gegen Techno hatte.“ Er sei sogar zum Bürgermeister gegangen, um den Lakerave doch noch zu retten. „Er hat mich dann aber nur eineinhalb Stunden sitzen lassen und zu einem Gespräch kam es leider nicht“, sagt Johannes Lutz.

Jugend aktiv plante nach Verbot Zelt ohne Musik

Nach dem ausgesprochenen Musikverbot hätten die Jugendlichen wenigstens das Zelt auf der Ostmole aufbauen wollen, um die Unkosten nicht tragen zu müssen. „Wir haben einen Kompromiss mit der Tourist-Information ausgehandelt“, erzählt der Vorsitzende von Jugend aktiv. Es sollten ein Gastronomiezelt aufgestellt werden sowie ein Zelt, in dem es eine Lichtshow und weitere Aktionen ohne Musik geben sollte. Laut Johannes Lutz habe man intern beschlossen, den Lakerave komplett an die Skateanlage zu verlegen.

Zeltaufbau offiziell erst ab Mittwoch erlaubt

Der Zeltaufbau war für Mittwoch vor dem Hafenfest geplant. Da der Zeltbaumeister für das Festzelt allerdings nur am Dienstag Zeit gehabt habe, habe man um Erlaubnis gebeten, an diesem Abend aufbauen zu dürfen. Das sei von der Tourist-Information abgelehnt worden.

Tourist-Info lehnt Aufbau am Dienstag ab

Das Team von Jugend aktiv habe durch den Zeitdruck des Zeltbaumeisters allerdings keine andere Wahl gehabt, als am Dienstagabend mit dem Aufbau zu beginnen, sagt Johannes Lutz. Daraufhin habe die Tourist-Informationen ein komplettes Festverbot verhängt.

Komplettes Festverbot für Jugend aktiv

Laut Johannes Lutz beinhaltete dieses Festverbot auch, dass der Lakerave an der Skateanlage nicht stattfinden konnte. Dem widerspricht Julia König. Die Tourist-Information habe nicht gewusst, dass an der Skateanlage die Techno-Aktion Lakerave stattfinden sollte. Zum anderen könne die Tourist-Information kein Verbot für diese Örtlichkeit ausgesprochen, da sie ausschließlich für das Hafenfestgelände zuständig gewesen sei.

Julia König: Fünf Jahre reibungslos gelaufen

„Wir sahen uns gezwungen, dieses Festverbot für das Uhldinger Hafenfest auszusprechen, da sich Jugend aktiv mehrfach nicht an Abmachungen gehalten hat“, erklärt Julia König. „Dies heißt allerdings keineswegs, dass wir keine Jugendlichen auf dem Hafenfest haben wollen.“ Fünf Jahre lang sei mit Jugend aktiv alles reibungslos verlaufen. Wie König erklärt, hätten sie die Unstimmigkeiten in diesem Jahr selbst überrascht. Sie hofft, dass es nächstes Jahr wieder eine Aktion von Jugendlichen auf der Ostmole geben wird.