Die Bürger der Gemeinde müssen für ihren Wasserverbrauch rückwirkend zum 1. Januar und für kommendes Jahr tiefer in die Tasche greifen: Abwasser wird deutlich, Wasser geringfügig teurer. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Mit der Erstellung der Gebühren für die Jahre 2019 und 2020 war das Büro Schmidt und Häuser, Wirtschaftsberatung für kommunale Einrichtungen aus Nordheim bei Heilbronn, beauftragt worden. Die Kalkulation der Wasserverbrauchsgebühr hatte Kämmerin Gabriele Bentele schon im November vergangenen Jahres angekündigt, weshalb die rückwirkende Anpassung rechtens ist, hieß es bei der Sitzung.

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Bisherige Gebühren sehr niedrig

Die Gemeinde hatte im Jahr 2004 eine sogenannte gesplittete Abwassergebühr eingeführt. Diese orientiert sich seitdem nicht mehr am Verbrauch von Frischwasser, sondern berücksichtigt auch das Regenwasser, das in die Kanalisation eingeleitet wird. Bisher betrug beim Abwasser die Schmutzwassergebühr pro Kubikmeter 38 Cent, die Niederschlagswassergebühr 22 Cent pro Quadratmeter überbaute und befestigte Fläche. „Das war überdimensional niedrig, wir mussten mit der Gebühr deutlich nach oben gehen“, sagte Bentele.

Künftig 85 Cent pro Kubikmeter Schmutzwasser

Sie erläuterte, dass die sogenannte Gewinnerzielungsabsicht bei der Abwasserbeseitigung grundsätzlich ausgeschlossen sei. Die Gewinne seien der Gebührenausgleichsrückstellung zuzuführen und dem Gebührenzahler wieder gutzuschreiben. „Gewinne müssen, Verluste können zurückgegeben werden“, erläuterte die Kämmerin. Die Rückstellung sei mittlerweile komplett ausgeglichen und den Bürgern zugute gekommen, weshalb jetzt die Erhöhung erforderlich werde. Die neue Schmutzwassergebühr pro Kubikmeter beträgt 85 Cent, die Niederschlagswassergebühr 70 Cent pro Quadratmeter überbaute und befestigte Fläche. „Ein realistischer Preis“, befand Bentele.

Wasserpreis steigt um vier Cent

Keine so deutliche Erhöhung gibt es beim Wasserpreis. Er steigt von 1,67 Euro um vier Cent auf fortan 1,71 Euro pro Kubikmeter. Gabriele Bentele erklärte, dass im Gegensatz zum Eigenbetrieb Abwasser beim Wasserwerk das Ziel definiert sei, Gewinn zu erzielen. Dadurch bestehe die Möglichkeit, eine Konzessionsabgabe – maximal zehn Prozent der eingenommenen Wassergebühren – an den Gemeindehaushalt abzuführen. Geändert wird auch die Grundgebühr, die gestaffelt nach der Zählergröße erhoben wird (Zählergebühr). Sie beträgt bei Wasserzählern mit einem Dauerdurchfluss von vier Kubikmetern pro Stunde jetzt 2,40 Euro (bisher 2,07 Euro), zehn Kubikmetern 4,90 Euro (4,14 Euro) und 16 Kubikmetern 7,80 Euro (8,28 Euro).

„Wir haben immer noch ganz moderate Preise“, urteilte Bürgermeister Edgar Lamm nach den Ratsbeschlüssen. „Bei vielen Gemeinde liegen die Gebührensätze deutlich darüber.“ Das sah auch Robert Häuser vom betreuenden Büro so.