Eine Eisweinlese an sich ist bereits etwas Besonderes – denn sie hat Seltenheitswert, erst recht heutzutage, wenn die Temperaturen hierzulande immer seltener in den zweistelligen Minusbereich fallen. Aber gleich in doppelter Hinsicht besonders war die Ernte der gefrorenen Trauben in Unteruhldingen vor rund 25 Jahren.

Weinlese bei „beißendem Wind“

Wie der SÜDKURIER am 7. Januar 1995 berichtete, hatten die Markgräflichen Badischen Weingüter damals bei „beißendem Wind“ und minus zehn Grad Celsius an der Birnauer Kirchhalde unterhalb der Bundesstraße 31 Spätburgunder Weißherbst gesammelt. 14 Wimmler waren dafür ab 4 Uhr morgens auf schneebedeckten 35 Ar (3500 Quadratmeter) im Einsatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Insgesamt 450 Liter Eiswein konnte aus den Trauben hergestellt werden. Eine ganze Menge also – aber doch war es etwas ganz anderes, das den damaligen Gutsverwalter Alois Dilger gegenüber dem SÜDKURIER gestehen ließ: „Ich bin so überrascht, dass ich Tränen in den Augen habe.“ Beim Wein „Birnauer Kirchhalde, Jahrgang 1994“ wurden außergewöhnliche 206 Oechslegrad gemessen – 82 mehr, als für einen Eiswein mindestens nötig sind.

Noch nie derart hoher Oechslegrad

Bei den Markgräflichen Badischen Weingütern sorgte das für Begeisterung. Alois Dilger berichtete, in den vergangenen 30 Jahren noch nie einen derart hohen Oechslegrad gemessen zu haben.

Zum Vergleich: Anfang des vergangenen Jahres wurde im Meersburger Ortsteil Riedetsweiler bei minus sieben Grad Eiswein geerntet. 20 Winzer und Helfer vom Winzerverein Meersburg sammelten gefrorene Müller-Thurgau-Trauben. Gemessen wurden 134 Grad Oechsle – ein Wert, der sich sehen lassen kann, der aber an die Uhldinger Rekordzahl von 1995 nicht herankommt.

Das könnte Sie auch interessieren