Noch sei der Verkauf des alten Schul- und Rathauses beziehungsweise ehemaligen "Haus des Gastes" in der Schulstraße 12 nicht endgültig beschlossen. Darauf wies Bürgermeister Edgar Lamm am Dienstagabend in öffentlicher Gemeinderatssitzung auf Anfrage von Jean-Christoph Thieke hin. Der CDU-Gemeinderat wollte vom Rathauschef den Stand der Beschlüsse präzisiert haben, weil einiges noch im Unklaren sei. Damit auch die Bevölkerung auf dem neuesten Stand sei.

Lamm sagte, die Grundlage für einen möglichen Verkauf sei unter anderem, dass die Gemeinde keine Verwendungsmöglichkeit für das Haus habe. Die Sanierung beliefe sich nach einer Schätzung, die schon vor „vier bis fünf Jahren“ vorgenommen worden sei, auf 1,1 Millionen Euro. Zusätzlich möglicher weiterer Optionen müsse mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gerechnet werden. Der Bürgermeister erläuterte überdies, wenn das Gebäude weiterhin in Gemeindebesitz bliebe, müsse sie umgehend, das heißt noch dieses Jahr, eine Sanierung in Höhe von 500 000 Euro angehen.

Blick auf den historischen Gebäudeteil des alten Schul- und Rathauses von Unteruhldingen. Bild: Holger Kleinstück
Blick auf den historischen Gebäudeteil des alten Schul- und Rathauses von Unteruhldingen. Bild: Holger Kleinstück | Bild: Holger Kleinstück

Die derzeitige Situation sei aber, dass die Gemeinde über keine eigene Nutzung für das Haus verfüge, sagte Lamm. Außerdem erinnerte er an ein Schreiben der Rechtsaufsicht des Kommunalamtes im Rahmen der Genehmigung des Haushalts 2017, das den Räten vorliege. Dieses habe darauf hingewiesen, dass sich die Gemeinde von Liegenschaften trennen sollte, für die sie selber keine Verwendung mehr habe. „Das hat den Gemeinderat im März dieses Jahres veranlasst zu beschließen, dass versucht werden sollte, die Liegenschaften abhängig von den eingehenden Angeboten zu veräußern." Es sei auch festgelegt worden, dass die kommende Nutzung des Gebäudes für den Verkauf entscheidend sein müsse.

Der Bürgermeister verwies in dem Zusammenhang auf die erschienene Anzeige der Gemeinde zum Thema „Verkauf Schulstraße 12". In dieser war mitgeteilt worden, dass der mögliche Verkauf vorbehaltlich der Vorlage eines verbindlichen Nutzungs- oder Bebauungskonzepts erfolge, welches auf die vorhandenen Freiflächen, Sichtbeziehungen und das bestehende Ortsbild in besonderer Weise Rücksicht nimmt. Die Gemeinde wolle die mit dem möglichen Investor abgestimmte zukünftige Grundstücksnutzung vertraglich und grundbuchmäßig sichern. Ferienwohnungen seien grundsätzlich ausgeschlossen. Erwünscht seien Konzepte, die auch die Interessen des Gemeinwohls berücksichtigen wie beispielsweise Mietwohnungen. Bewerbungsschluss war am 30. Mai.

Der Gemeinderat hat jetzt laut Lamm die Aufgabe, die eingegangenen Angebote zu sichten. Wenn das Gremium dann zum Ergebnis kommen sollte, dass jemand Geeignetes unter den Bewerbern sei, dann werde aber dazu vor einem endgültigen Beschluss im Gemeinderat „selbstverständlich“ eine Bürgerveranstaltung stattfinden, bei der dann dieses Konzept auch vorgestellt würde. Lamm: „Erst danach würde ein definitiver Verkaufsbeschluss des Gemeinderates fallen.“