Uhldingen-Mühlhofen – "Ihr wollt wohl gar nicht stürmen", feixte Bürgermeister Edgar Lamm, als der Mühlhofer Narrenpräsident Sascha Manner nicht gleich bei ihm am Rednerpult stand. Doch seine Freude währte nicht lange. Die Narren hatten das Gemeinde-Tierheim schon längst erobert, denn der Käfig am Rathauseingang mit den "wilden" Kaninchen stellte keine große Abschreckung dar. Rebmännle, Streibehexen, Laubengiggler, Zimmermannsgilde, Elfer und Musik stürmten die amtliche Tierwelt.

Eigentlich hätten die Unteruhldinger Puper dieses Jahr den Sturm anführen sollen, doch das wäre ein zu großer Aufwand gewesen, denn die "Puper dürfen nicht in den Welterbesaal", eröffnete Präsident Manner seine Rede. "Doch wir Uhldinger Narren halten zusammen", betonte er unter zustimmenden Gejohle und forderte sogleich Blankoformulare vom Schultes. Diese wolle er dafür nutzen, dass die Uhldinger im neuen Saal keine Miete zahlen müssten.

Auch für eine gescheite Weihnachtsbeleuchtung und für eine Bühne in der Mühlhofer Halle wolle er sorgen. Dem konnte der noch regierende und als Froschkönig getarnte Bürgermeister nicht viel entgegensetzen. Er versuchte es mit Mitleid: "Ein Froschkönig steht vor euch ohne Macht und Gewalt, er ist von euch zu bedauern und inzwischen schon alt.

" Er versuchte es mit Bestechung: "Drum geht heim und lasst ihn weiter regieren, wenn es sein muss, tut er euch mit Freigetränken schmieren." Doch auch der Versuch, Zwietracht unter die Narren zu säen – "Mühlhofer, guckt mal eure Narrenfreunde der NGO und Puper an, die sind doch nur neidisch und wollen auch ohne euch Fun" – brachte keinen Erfolg. Schlussendlich musste er klein beigeben. "Ihr Narren seit die größten in unseren drei Orten, wir beugen uns euch mit einschmeichelnden Worten" – und den Schlüssel des Rathauses abgeben.

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