Temporeich präsentierte sich das Boulevardtheater Deidesheim mit der Komödie "Bauer sucht Sau" auf Einladung der Alten Fabrik im Welterbesaal. Herrlich überspitzt wagte das siebenköpfige Ensemble einen Ausflug in die Welt der Kuppelshows: Bauer Josef Speck (Rüdiger Willisch) befindet sich unfreiwillig auf Freiersfüßen.

Die lebenslustige Olga (Ramona Lisowski, rechts) heizt der Magd Rosi (Luca Nuber) ordentlich ein.
Die lebenslustige Olga (Ramona Lisowski, rechts) heizt der Magd Rosi (Luca Nuber) ordentlich ein. | Bild: Manuela Klaas

Aus dem Radio erfährt er, dass der Sender "Klingende Mistgabel" zwei heiratswillige Kandidatinnen in Richtung Speckhof entsandt hat, ohne dass Josef sich überhaupt für ein Rendezvous beworben hätte. Dies übernahm die Magd Rosi (Luca Nuber), welche schon lange ein Auge auf den feschen Jungbauern geworfen hat, für ihn. Ihr Plan, sich Josef und das Preisgeld von 50 000 Euro zu sichern, läuft jedoch gehörig schief, da die gute Seele des Hauses nicht damit gerechnet hatte, dass der Radiosender zwei Nebenbuhlerinnen auf den Weg schickt.

Liebe zum Detail beim Bühnenbild

Mit der biederen Adelheid Still (Petra Mott) und der trinkfesten Olga Orkanowna (Ramona Lisowski) gerät das Leben auf dem sonst so beschaulichen Hof gehörig durcheinander. Auch die Nachbarn Vincent Bock (Matthias Heckmann) und Paul Kratzer (Swen Richter) sowie Josefs Vater Sepp (Harald Dimmler) reagieren liebestrunken auf die Ankunft der beiden Frauen, was nicht allein dem hohen Schnapskonsum geschuldet ist. Mit viel Liebe zum Detail präsentierte sich das Bühnenbild als gute Stube mit Röhrenradio, karierter Tischdecke und ebensolchen Gardinen.

Vater (Harald Dimmler, rechts) und Sohn Speck (Rüdiger Willisch) erfahren aus dem Radio, dass sie Protagonisten einer Kuppelshow sind.
Vater (Harald Dimmler, rechts) und Sohn Speck (Rüdiger Willisch) erfahren aus dem Radio, dass sie Protagonisten einer Kuppelshow sind. | Bild: Manuela Klaas

Luca Nuber überzeugte in der Rolle der resoluten Rosi, deren trockener Humor wiederholt zum Lachen reizte, Ramona Liwoski brillierte als ehemalige KGB-Agentin mit russischem Akzent. Äußerst skurril war auch der Charakter, den Regisseurin Petra Mott verkörperte: Als lebende "Sprinkleranlage" durchnässte sie mit feuchter Aussprache sowohl die Schauspielerkollegen als auch das Publikum.

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Und Swen Richter erwies sich als gewitzter Hühnerbauer Kratzer, der den gutmütigen, aber naiven Schafzüchter Vincent Bock gerne mal übers Ohr haut. Bis schließlich am Ende jeder Bauer seine "Sau" fand, erlebte das Publikum einen kurzweiligen Abend voller grotesker Situationskomik.