Rund eine Dreiviertelstunde lang stellten die 30 Musiker des Bundespolizeiorchesters München in der Lichtenberghalle die verschiedenen Blasinstrumente eines sinfonischen Blasorchesters vor und gaben einige Filetstückchen aus dem "Dschungelbuch" zum Besten. Die Musik und die Texte rund um die Geschichte des 1967 erschiene Zeichentrickfilms mit dem Menschenkind Mogli, den Bären Balu, den Panther Baghira und die Riesenschlange Kaa begeisterten die Schüler, die sich sogar aktiv am Konzertgeschehen beteiligen durften.

Mit dem kindgerechten Konzert wollten die musizierenden Polizisten unter anderem auch eventuelle Ängste und Vorurteile gegenüber der Polizei abbauen. „Angst vor der Polizei braucht niemand zu haben“, sagte Dirigent Christian Lombardi zu Beginn des Konzertes. „Für unsere Schüler war der heutige Vormittag natürlich eine tolle, bereichernde Erfahrungsmöglichkeit zusätzlich zu anderen Begegnungen mit der Polizei“, sagte Rektorin Mirjam Boonekamp im Gespräch mit dem SÜDKURIER in Bezug auf Fahrradausbildung und Prävention. Auch gerade vor dem Hintergrund des neuen Musikprofils der Schule mit einer eigenen Bläserklasse sei das Konzert „höchst interessant“ gewesen.

Eine Polonaise unter Leitung des Dirigenten Christian Lombardi war zur Marschkolonne der Elefanten angesagt. | Bild: Holger Kleinstück

Dass das Orchester, das gewöhnliche Benefizkonzerte gibt, auch in Schulen spielt, „soll für Kinder und Jugendliche eine positive Assoziation mit der Bundespolizei herstellen“, sagte Musikschulleiterin Claudia Jope, auf deren Initiative das Konzert zustande kam. Sie hatte in ihrer Studentenzeit oft bei diesem Orchester mitgespielt, was sie jetzt wiederholte. „Gerade den Kindern, die bereits ein Instrument spielen, sollte die Gelegenheit geboten werden, dass sie selber hören, wie schön die einzelnen Instrumente klingen können und wie schön dies in einem großen Orchester zu einem Gesamtklang geformt werden kann“, sagte Claudia Jope. Gerade in der hiesigen Gegend, in der es so viele Musikvereine mit Blasorchestern gibt, „ist es für die Kinder schon ein Ereignis, diese schöne Musik von Profis gespielt zu hören“.

Sie versprach sich letztlich seitens der Musikschule einen Motivationsschub für die Kinder, mit ihrem Instrument fleißig zu üben beziehungsweise überhaupt ein Instrument zu erlernen, „wenn ihnen durch dieses Konzert der Klang eines der Instrumente gut gefallen hat“. Sie hofft, das gesamte Bundespolizeiorchester in den nächsten Jahren für ein richtiges Konzert gewinnen zu können. „Den Musikern hat es in bei uns zumindest schon mal sehr gefallen, sie waren von der Disziplin und der Neugier der Kinder sehr angetan.“

Die Schüler konten sich aktiv am Konzertgeschehen beteiligen. | Bild: Holger Kleinstück

Das Bundespolizeiorchester

Die Heimat des 1952 gegründeten Orchesters und Ausgangspunkt für die zahlreichen Reisen zu den Auftritten weit über den süddeutschen Raum hinaus ist der Bundespolizeistandort München. Das symphonische Blasorchester steht für innerdienstliche Veranstaltungen regelmäßig zur Verfügung. Daneben unterstützt es die Öffentlichkeitsarbeit der Bundespolizei mit Benefizkonzerten, öffentlichen Veranstaltungen mit Beteiligung von Informationsständen der Bundespolizei. Das Bundespolizeiorchester München spielt grundsätzlich kostenlos für Einrichtungen, die entweder ein Benefizkonzert für einen gemeinnützigen Zweck veranstalten wollen oder für Kinder in Schulen, um die Distanz zur Polizei zu verringern. Durch diese Brücke zwischen Polizei und Bürgern ergibt sich so für den Bund die Möglichkeit, sich aktiv an der Kulturlandschaft Deutschlands zu beteiligen. Alle Mitglieder im Bundespolizeiorchester sind professionelle, studierte Musiker, die die Aufgabe der Kulturschaffung übernehmen und sonst keine Tätigkeiten der Polizei im herkömmlichen Sinne übernehmen. Professionelle symphonische Blasorchester gibt es in Deutschland nur bei der Polizei oder bei der Bundeswehr. (hk)