Als echter Besuchermagnet erwiesen hat sich das Programm, das das Pfahlbaumuseum als Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr beisteuert. Unter dem Stichwort "Experimentelle Archäologie: Wissen erlebbar gemacht" werden quasi in acht Kapiteln Themen vom Feuerstein über die ersten Metalle bis zu "Bernstein und Glas" behandelt.

Bereits 47 000 Gäste bei aktueller Reihe

Letzteres geht am Sonntag, 5. August, zu Ende und wird in der kommenden Woche von "Geweih und Knochen" abgelöst. "Die aktuelle Reihe wurde bereits von 47 000 Gästen besucht", erklärte Direktor Gunter Schöbel bei einem Besuch der Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß und Lothar Riebsamen (beide CDU).

Zuschuss für privates Museum

Mit Bareiß, dem parlamentarischen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, begleitete der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung den lokalen Abgeordneten. Die Förderzusage des Bundes, die sie im Gepäck hatten, kam allerdings vom Staatsministerium für Kultur und Medien, das das aktuelle Projekt wie in diesem Jahr auch 2019 noch einmal mit 95 000 Euro bezuschusst. "Als privates Museum, das schon 96 Jahre alt ist und von einem Verein getragen wird, freut uns das ganz besonders", erklärte Schöbel. Denn meist würden nichtstaatliche Einrichtungen wie das Pfahlbaumuseum "draußen in der Fläche" eher etwas stiefmütterlich behandelt.

Moderne Vermittlungsformen entscheidend

Eine wichtige Rolle spielten bei dem Projekt moderne Vermittlungsformen, die bei Kindern und Jugendlichen besonders gut ankämen, sagte der Museumschef. Dass es ein "großer Spagat" sei, eine Form mit wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit und Korrektheit auf der einen Seite, sowie Erlebbarkeit und Verständlichkeit auf der anderen zu finden, dessen war sich Bareiß bewusst.

Geschichtsvermittlung zum Anfassen

Dass jährlich zwischen 70 000 und 80 000 Schüler nach Unteruhldingen kommen, war für ihn besonders erfreulich. Sie können vor Ort erkunden, was aus Schöbels Sicht in den Schulbüchern sträflich vernachlässigt wird: Die prähistorischen Wurzeln der eigenen Region. "Stattdessen beginnt der Bildungsplan mit den Nilüberschwemmungen in Ägypten." Umso wichtiger ist die Geschichtsvermittlung zum Anfassen in den Pfahlbauten.