Das wurde in der vergangenen Ratssitzung deutlich, in der das Gremium einen neuen Anlauf zur Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans nahm. Der Gemeinderat beschloss einen neuen Vorentwurf und die erneute Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden sowie sonstiger Träger öffentlicher Belange. In dem 4177 Quadratmeter großen Plangebiet am westlichen Ortsrand sollen vier Mehrfamilienhäuser entstehen, für die ein genau darauf zugeschnittener "vorhabenbezogener Bebauungsplan" aufgestellt werden soll.

Im Planteil hat sich zur Offenlage die Achse der Zufahrt geändert, sie soll zur B 31 hin jetzt einen Grünstreifen erhalten. Ebenso wurde der Spielplatz deutlich weiter weg von der B 31 gelegt, er soll nun zwischen den beiden südlichen Gebäuden entstehen. Auch der Müllsammelplatz ist verlegt. Nicht zuletzt ist die Ableitung des Regenwassers in die Aach genehmigt worden. Wie schon in den Sitzungen zuvor machten allerdings einige Bürgervertreter auf die Lärmbelastung aufmerksam, mit denen die künftigen Bewohner leben müssten. So zeigte sich Renate Eiberger (SPD) überzeugt, dass im geplanten Gebiet kein gesundes Wohnen möglich sei.

Mit der Realisierung des Vorhabens soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Die voraussichtliche Bauzeit beträgt zwei Jahre. Die Erschließungsstraße soll zeitlich vor der Wohnbebauung hergestellt werden, damit diese für den Baustellenverkehr genutzt werden kann. Das allgemeine Wohngebiet soll einmal zwei Drittel des Plangebietes umfassen, rund 17 Prozent entfallen auf Straßen und private Grünflächen. Laut grober Schätzung belaufen sich die Erschließungskosten auf etwas mehr als 150 000 Euro. Dem Planentwurf zufolge wird die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen mit dem Vorhabenträger einen sogenannten Durchführungsvertrag abschließen, in dem Planungs- und Grundstücksmodalitäten, Realisierungszeiträume und weitere Regularien vereinbart werden.

Das Thema stand nicht zum ersten Mal auf der Tagesordnung. Der Technische Ausschuss hatte im Juli 2014 einer Bauvoranfrage zugestimmt, der Gemeinderat im Juli 2015 den Vorentwurf und die Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen. Im Februar 2017 wurde die Abwägung vorgenommen und die Beteiligung beschlossen. Der Vorhabensträger war von der Verwaltung verpflichtet worden, ein Luftschadstoffgutachten einzuholen. Dieses lag jetzt vor; die Gesamtbelastung durch Feinstaub-Immissionen und Stickstoffdioxid wurde überprüft. Es ergab, dass die Grenzwerte der Bundes-Immissionsschutzverordnung im Plangebiet deutlich unterschritten werden. Die aktualisierte Lärmberechnung ergab, dass die Überschreitungen im Außenbereich bei maximal elf Dezibel in der Nacht um zehn Dezibel am Tag über den Orientierungswerten liegen. "Durch die angepasste Gebäudeplanung konnten die Überschreitungen um fünf Dezibel am Tage und um sieben Dezibel in der Nacht reduziert werden", heißt es im Bebauungsplanentwurf.

Der Bebauungsplanentwurf liegt ab Dienstag, 22. Mai, bis Freitag, 22. Juni, beim Bauamt im Rathaus aus.

Bebauungsplan Öschle

Das Plangebiet liegt am westlichen Ortsrand von Oberuhldingen und ist rund 4000 Quadratmeter groß. Im Norden wird es von der Überlinger Straße, im Westen von der Bundesstraße 31, an den anderen Seiten von Wohnbebauung begrenzt. Im Sinne der Innenentwicklung und Nachverdichtung ist es Ziel, mehrgeschossige Wohngebäude zu errichten, um dem Bedarf an bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden. Geplant sind vier Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten in kompakter Holz-Beton-Systembauweise. Bauträger ist die Manufaktur Bau-Barth Wohnbau aus Owingen. (hk)