Das Kriegerdenkmal beim ehemaligen Haus des Gastes in der Schulstraße in Unteruhldingen wird verlegt. Es wird rund 200 Meter weiter seinen Platz finden, neben der katholischen St.-Quirinius-Kapelle in der Seefelder Straße. Das beschloss der Gemeinderat in seiner ersten Zusammenkunft im neuen Jahr – allerdings nicht einstimmig. Mehrere Räte hätten sich für das Mahnmal einen Platz auf dem Friedhof in Seefelden gewünscht.

Wie Ortsbaumeister Robert Scherer begründete, ist das ehemalige Haus des Gastes inzwischen an einen privaten Nutzer verpachtet worden: Hier ist seit dem Vorjahr das Wu-Taichi-Zentrum Bodensee untergebracht. Um dem Mahnmal einen würdigen Platz zu geben und es besser zugänglich zu machen, fragte die Verwaltung bei der katholischen Kirche an, um abzuklären, ob eine Aufstellung auf dem Grundstück neben der Kapelle möglich wäre. Bei einem Ortstermin mit Pfarrer Matthias Schneider sei dieses Anliegen sehr positiv aufgenommen und befürwortet worden. Das Denkmal soll seinen Platz auf der nordöstlichen Seite der Kapelle erhalten, davor kommt eine passende Pflasterung. Robert Scherer erklärte, es sei angedacht, den Bereich um das Kriegerdenkmal durch einen Landschaftsgärtner umgestalten zu lassen. Die katholische Kirche wolle den bestehenden Jägerzaun mit Rosenbüschen gern entfernen, um das Grundstück zu öffnen.

Der Vorschlag des Ortsbaumeisters erntete jedoch nicht nur Zustimmung. So befand Hubert Wagner (JB), dass das Denkmal auf den Friedhof nach Seefelde gehöre, so wie es ursprünglich vorgesehen gewesen sei: „Mitten im Tourismusgeschehen drinnen ist dieser Platz der falsche.“ CDU-Rat Kurt Distel war derselben Meinung: „Seefelden wäre der weitaus bessere Ort.“ Er fügte hinzu, man habe schon lange über dieses Thema geredet. Den Abstand zur Kapelle hielt Erwin Marquart für zu gering. „Das Denkmal ist hier ein bisschen reingequetscht“, sagte er. „Erstaunt“ über den neuen Platz zeigte sich Helmut Halbhuber (FW), „aber ich kann mit dieser Lösung leben.“

Befürwortet wurde der neue Standort von Ute Stephan (BuF). Sie sei froh, dass das Denkmal an eine exponierte Stelle komme und aus seinem Schattendasein geholt werde. „Ein toller Platz. Es ist gut, dass es in Unteruhldingen bleibt. Schließlich sind die Gefallenen Angehörige Unteruhldinger Bürger.“ Unterstützung erhielt sie von Helga Boonekamp (FW). Es mache Sinn, dass Passanten das Denkmal sehen könnten. „Es soll ja ein Mahnmal sein, damit die Leute sich Gedanken machen.“ Und FW-Rätin Gabriele Busam befand, dass es der Wunsch vieler Unteruhldinger gewesen sei, das Mahnmal in Unteruhldingen zu belassen: „Diesem Wunsch können wir entsprechen.“

Das sah die Mehrheit des Gremiums ebenso. Bei fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen sowie neun Befürwortern beschlossen die Bürgervertreter die Umsetzung des Kriegerdenkmals von der Schulstraße an den neuen Standort bei der Ortskapelle.


Kriegerdenkmal

Kriegerdenkmäler erinnern an die im Krieg gefallenen Soldaten, nicht aber an die Kriegsopfer. Sie gehören in fast allen Staaten, aus denen Soldaten im Ersten Weltkrieg kämpften, zum Landschaftsbild; viele wurden um Gedenkschriften zu den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert. In Deutschland gibt es über 100 000 Kriegerdenkmäler inklusive Gedenktafeln. In Unteruhldingen wird an acht gefallene Soldaten des Ersten und 28 gefallene Soldaten des Zweiten Weltkrieges erinnert. (hk)

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