Wechsel in der Führungsspitze der Gemeindefeuerwehr Uhldingen-Mühlhofen: Mischa Kaspar ist neuer Kommandant. Der bisherige zweite stellvertretende Kommandant löst Ewald Moser ab, der der Wehr die zurückliegenden zehn Jahre vorstand. Kaspars Stellvertreter ist Marco Lattner. Dieses Amt hatte Joachim Mäder nicht weniger als zwei Jahrzehnte inne. Das ergaben die Wahlen bei der Hauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus. „Mit einem jungen und doch bereits sehr erfahrenen Team in Verantwortung gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern wurde ein Wechsel vollzogen, der die gute Arbeit der vergangenen Jahre eindrucksvoll bestätigt“, sagte Bürgermeister Edgar Lamm. Kreisbrandmeister Henning Nöh wiederum freute sich über ein "leistungsfähiges Kommando" und ein "kompetentes Fachteam".

Das vergangene Jahr hatte Moser zufolge wieder Überraschungen, viele Aufgaben, Übungen und viele zum Teil schwere Einsätze parat, die es zu bewältigen galt. Unter anderem galt es zwei Großbrände zu löschen. Dabei habe sich wieder gezeigt, dass die Fahrzeuge und Geräte sowie Zeit und Geld, die in Lehrgänge, Aus- und Fortbildung investiert wurden, gut angelegt für die Bürger seien. „Es ist nicht die Frage ob, sondern nur, wann die Ausstattungen benötigt werden. Und wir benötigen sie jedes Jahr immer wieder“, sagte Moser.

Die Hauptversammlung der Feuerwehr hat nach Ansicht von Bürgermeister Edgar Lamm "eindrucksvoll die Einsatzfähigkeit und Schlagkraft der Wehr bestätigt". Das Bild entstand im März bei der Jahresübung.
Die Hauptversammlung der Feuerwehr hat nach Ansicht von Bürgermeister Edgar Lamm "eindrucksvoll die Einsatzfähigkeit und Schlagkraft der Wehr bestätigt". Das Bild entstand im März bei der Jahresübung. | Bild: Holger Kleinstück

„Hervorragend organisiert und aufgestellt" sei die gemeinsame Führungsgruppe mit den Feuerwehren aus Uhldingen-Mühlhofen, Stetten, Daisendorf, Meersburg, Hagnau und Immenstaad. „Diese ist inzwischen bei allen größeren Einsätzen unverzichtbar“, sagte Moser. Er machte auf das im Vorjahr eingeführte Einsatzgeld aufmerksam, wofür die bisherige Regelung für Lohnfortzahlung bei Einsätzen entfalle. Seit dem Vorjahr gebe es für jede angefangenen Stunde ein Einsatzgeld von zwölf Euro; für Lehrgänge und Fortbildungen gelte weiterhin die Lohnfortzahlung.

Ganz besonders freute er sich über die Jugendfeuerwehr und die Kindergruppe. Dass man die Kindergruppe gegründet habe, sei eine gute Entscheidung gewesen. Nach vielen Jahren des Mitgliederrückgangs bei der Jugendwehr habe man im zurückliegenden Jahr einen starken Zulauf verzeichnen können. Moser: „Aktuell sind in der Jugendfeuerwehr zehn und in den beiden Kindergruppen 26 Mitglieder aktiv.“

Viel Lob gab es für die Jugendfeuerwehr, die im Vormonat vor dem Feuerwehrgerätehaus in Oberuhldingen übte.
Viel Lob gab es für die Jugendfeuerwehr, die im Vormonat vor dem Feuerwehrgerätehaus in Oberuhldingen übte. | Bild: Holger Kleinstück

Rückblickend auf zehn Jahre Kommandant sprach Moser von einer „anstrengenden und bewegenden Zeit“. Er nannte den Spatenstich des neuen Feuerwehrhauses (April 2008), den Umzug (Oktober 2009) und die offizielle Einweihung des neuen Hauses (Mai 2010) sowie die Auflösung der drei Einsatzabteilungen Mühlhofen, Oberuhldingen und Unteruhldingen. (2013). Das Durchschnittsalter des Fahrzeugparkes habe sich von 30 Jahren auf heute 14 Jahre verjüngt; wenn das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20/20 im nächsten Jahr vorhanden sei, liege man sogar bei einem Durchschnittsalter von sieben Jahren. Investiert worden seien 7,33 Millionen Euro, abzüglich der Zuschüsse von 1,75 Millionen Euro seien für die Gemeinde Kosten von 5,58 Millionen Euro verblieben. Moser betonte: „Diese Investitionen in die Sicherheit unserer Gemeinde und Bürger ist sehr gut und langfristig angelegtes Geld.“

Henning Nöh machte auf die Bedeutung von Atemschutzträgern aufmerksam. 21 entsprechend geschulte Feuerwehrleute in Uhldingen-Mühlhofen seien zu wenig, eine diesbezügliche Werbung sei unabdingbar. Edgar Lamm sagte, dass sich die Aufgaben der Feuerwehr im Laufe der Zeit teilweise geändert hätten. Die vielfältigen Entwicklungen auf dem Gebiet der Technik hätten es mit sich gebracht, dass die Anforderungen an den einzelnen Feuerwehrmann beziehungsweise -frau noch größer geworden seien. "Die heutige Hauptversammlung hat eindrucksvoll die Einsatzfähigkeit und Schlagkraft unserer Wehr bestätigt", so der Bürgermeister.

 

Namen und Zahlen

 

Einsätze: Brände 20 (plus fünf), Hilfeleistungen 39 (minus 24), Brandsicherheitswachen 15 (plus zwei), Brandmeldeanlage 21 (plus 14). Rund 5000 Stunden sind für Einsätze, Übungen, Fortbildungen und Lehrgänge ehrenamtlich geleistet worden.

Personalstand: Gesamtwehr 123 Mitglieder (plus 14). Aktive Abteilung 56 Mitglieder, Jugendfeuerwehr und Kindergruppe 36 (plus elf). Alterswehr 31 Mitglieder (unverändert).

Wahlen: Mischa Kaspar (Kommandant), Marco Lattner (Stellvertreter) und Rudi Koslowski (zweiter Stellvertreter, Kassierer), Matthias Kohler, Michael Kessler, Gerald Fuchs, Andreas Bauer, Bruno Strobel, Bernd Blumenstein, Markus Hoffmann (Beisitzer). Kurt Distel (Leiter Alterswehr), Helmut Selg (Stellvertretender Leiter Alterswehr), Sascha Neumann (Jugendwart), Florian Blumenstein, Niclas Rimmele, David Möhlmann und Jan Mike Mäder (stellvertretender Jugendwart)

Neueinstellungen: Fabian Tischbein und Jona Koch

Beförderungen: Jakob Bosse, Lisa Koslowski, Jan Mike Mäder und Martin Stanjo (Feuerwehrmann/frau), Manuel Becker (Oberfeuerwehrmann), Markus Hoffmann, Marina Lattner und Michael Wachter (Hauptfeuerwehrmann/frau); Lothar Becker (Löschmeister); Rolf Wümmers und Jürgen Osswald (Alterswehr)

Ehrungen: Karl-Heinz Herchenhan (25 Jahre Feuerwehrdienst), Mischa Kaspar (Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands in Bronze), Rudi Koslowski (Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands in Silber).

Ehrungen für (von links) Karl-Heinz Herchenhan (25 Jahre aktiver Feuerwehrdienst), Rudi Koslowski (Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands in Silber) und Mischa Kaspar (Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands in Bronze).
Ehrungen für (von links) Karl-Heinz Herchenhan (25 Jahre aktiver Feuerwehrdienst), Rudi Koslowski (Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands in Silber) und Mischa Kaspar (Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbands in Bronze). | Bild: Holger Kleinstück