Alle zwei Jahre soll künftig ein Fest der Musikschule Uhldingen-Mühlhofen abwechselnd mit dem Schulfest der Lichtenbergschule stattfinden. Das kündigte Musikschulleiterin Claudia Jope im Gespräch mit dem SÜDKURIER an. Geplant ist die Fortführung des Jugendsymphonieorchesters, eine stärke Zusammenarbeit mit den Musikvereinen und ein Ausbau der Ensemblearbeit in Kooperation mit der Musikschule Meersburg.

Clauda Jope ist seit Frühjahr 2017 Leiterin der Musikschule.
Clauda Jope ist seit Frühjahr 2017 Leiterin der Musikschule. | Bild: Kleinstück, Holger

In Bezug auf das erste vierstündige Musikschulfest sagte Jope, dass es ein solches in dieser Form in Uhldingen-Mühlhofen bisher noch nicht in gegeben habe. „Ich habe nur positive Resonanz erhalten, wenngleich die Besucherresonanz etwas höher hätte ausfallen können. Es war wirklich eine schöne Atmosphäre“, sagte sie. Während des Festes hatte die Musikschule einen umfangreichen Einblick in ihre Arbeit geboten. Auf dem Programm standen mehrere Ensemblekonzerte in der Aula sowie Solo- und Kammerkonzerte im Medienraum.

Neu ist die Bläserklasse

Die größte Veränderung, seit Jope die Musikschule leitet, ist die von ihr im September des Vorjahres ins Leben gerufene Bläserklasse. „Das war ein Herzenswunsch von mir, schon bevor ich richtig angefangen hatte.“ So hatte sie bereits im Bewerbungsverfahren festgestellt, dass es an der Schule nur noch sieben Kinder gab, die ein Blechblasinstrument lernten.

Künftig soll es auch eine Juniorband geben

Ab kommendem Schuljahr wird es als Fortführung der Bläserklasse eine Juniorband geben. „Das Tolle ist, dass es so langsam losgeht, dass wir mit den Musikvereinen in Kontakt kommen“, freut sich Jope. Wenn alles gut laufe, könne die Juniorband im nächsten Schuljahr mit rund 25 Kindern starten. Ihr erster Auftritt soll im Dezember beim Gemeinschaftskonzert mit den Musikvereinen Oberuhldingen und Mühlhofen erfolgen.

Neue Lehrer für Blech- und Holzblasinstrumente

Auch neue Lehrer wird es an der Schule geben, so für Tiefblech (Posaune, Euphonium und Tuba), aber auch für Klarinette. Den Unterricht für das Holzblasinstrument hatte bisher Jope selbst übernommen, was ihr aber bedingt durch zunehmende Büroarbeit nicht mehr möglich erscheint. Ein Student aus Trossingen wird künftig zwölf Stunden diesbezüglich unterrichten, eine Studentin aus Berlin wird Szabolcs Galanthay an der Querflöte verstärken.

Die Ensemblearbeit soll an der Musikschule Uhldingen-Mühlhofen noch verstärkt werden. Unser Bild zeigt das Salonensemble aus Lehrkräf­ten, das während des Musikschulfests Wiener Kaffee­hausmusik aus den 1930er und 1940er Jahren spielte.
Die Ensemblearbeit soll an der Musikschule Uhldingen-Mühlhofen noch verstärkt werden. Unser Bild zeigt das Salonensemble aus Lehrkräf­ten, das während des Musikschulfests Wiener Kaffee­hausmusik aus den 1930er und 1940er Jahren spielte. | Bild: Kleinstück, Holger

Das vor drei Monaten gegründete Jugendsymphonieorchester aus Streich- und Blasorchester wird fortgeführt. „Insbesondere die Jugendlichen wollen das“, so Jope. In Kooperation mit der Meersburger Musikschule ist geplant, dass Streicher aus Meersburg künftig in Uhldingen-Mühlhofen spielen, während in der Burgenstadt die Gründung eines Gitarrenensembles aus beiden Musikschulen ansteht, damit die Gitarristen „endlich“ auch im Ensemble mitspielen könnten.

Für jeden Bereich ein Ensemble anbieten

Jope: „Das ist für mich das A und O, dass die Jugendlichen irgendwo mitspielen können, egal welches Musikinstrument es ist. Ich bin der Meinung, dass unsere Musikschule für jedes Kind und Erwachsenen ein Ensemble anbieten sollte.“ Und im Gitarrenbereich habe ein solches bislang gefehlt.

Zusammenarbeit mit Schule

Die Zusammenarbeit mit der Grundschule beschreibt Jope als sehr gut, nicht zuletzt aufgrund des neuen Musikprofils in der dritten Klasse. Dass es eine Grundausbildung an der Blockflöte und im Notenlesen gibt, empfindet Jope als „Super-Aufbaumethode, um später ein Instrument zu erlernen“. Die Musikschullehrerin hat festgestellt, dass viele Erst- und Zweitklässer in ihren Pausen teilweise in die Räume der Musikschule kommen, „um auf einem Instrument zu klimpern. Sie fühlen sich hier wohl und es ist eine schöne Atmosphäre“. Währendessen suchten sie schon ihre künftigen Musikschullehrer aus.

Wunsch: Bessere Dämmung für die Aula

Einen Wunsch für die Zukunft hat Claudia Jope: Eine bessere Dämmung der Aula. Denn dorthin muss das größer gewordene Symphonieorchester bei Proben ausweichen, da es nicht mehr in den Ensembleraum passt. „Die Aula ist überakustisch. Beim Konzert geht es noch. Aber bei einer Probe wird jedes Getuschel zehnfach verstärkt und das ist dann doch sehr grenzwertig.“ Wie bisher möchte sie bei ihrer Arbeit viel Wert auf Ensemblearbeit, auf viel Spaß und Abwechslung, aber auch auf Anspruch legen.

Musikschule ist auch eine Schule

Einige Eltern fragten indes schon nach, warum ein so hoher Anspruch? Diesen könne ihr Kind kaum bedienen, schließlich habe es genug mit der Schule zu tun, heiße es. Jope antworte dann: „Das ist auch eine Schule hier. Es heißt ja auch Musikschule.“