„Ein ereignisreiches Jahr mit vielen Neuerungen und erfolgreichen Projekten für das gesamte Kollegium.“ Mit diesen Worten umriss Musikschulleiterin Claudia Jope das vorige Musikschuljahr im Gemeinderat. Für die 29-Jährige war es der erste Bericht. Sie hatte am 1. April im Vorjahr die Nachfolge des langjährigen Leiters Dieter Gebauer angetreten. Dieses Jahr soll eine Juniorband aus der Taufe gehoben werden.

Musizieren in der Gruppe beflügelt Schüler

Claudia Jopes Darstellungen zufolge bietet die Musikschule neben dem Erlernen eines Instrumentes in fast allen Bereichen und Altersgruppen die Möglichkeit, in einem Orchester zu spielen. In den meisten Fällen bewirke das Musizieren mit Gleichaltrigen eine enorme Motivationssteigerung für das Üben.

Jope: „Aus musikalischer Sicht ist das Ensemblespiel im jungen Alter eine enorm wichtige Erfahrung und stellt die Grundlage für ein lebenslanges, aktives Musizieren in anderen Musikvereinen oder Chören und Orchestern dar." Den Flötenkreis besuchten 29 Kinder und Jugendliche; das Streichorchester 17, das Jugendblasorchester 14, die Bläserklasse 21 und das Erwachsenenorchester 15 Hobbymusiker.

21 öffentliche Vorspiele

Neben der Unterrichtstätigkeit sei es für die Schüler immer wichtig, das Geübte zum Vortrag zu bringen. 21 öffentlichen Vorspiele habe es innerhalb der Musikschule gegeben, deutlich mehr als im Jahr zuvor, da waren es vier. „Die Kinder sind motivierter, wenn sie ein größeres Publikum mit ihrem Geübten erreichen können, und die Eltern und Freunde bekommen somit einen einfachen und besseren Einblick in unsere Musikschularbeit“, sagte Jope.

Ganz besonders am Herzen lag ihr die Gründung der Bläserklasse in Kooperation mit der Lichtenbergschule, um den schwindenden Schülerzahlen im Blechbereich entgegenzuwirken. Für das laufende Schuljahr hätten sich 21 Kinder dazu entschieden, ein Blasinstrument innerhalb der Bläserklasse, also in der Regelunterrichtszeit, zu erlernen.

Proben für neu formiertes Symphonieorchester

Zurzeit probe man kräftig für ein ganz neues Projekt: Ein neu zusammengestelltes Symphonieorchester mit Schülern und Schülerinnen der Musikschule, die zuvor noch in Streich- und Blasorchester aufgeteilt waren. Das kommende Schuljahr ansprechend, sagte Claudia Jope, dass eine Besonderheit die erhöhte Nachfrage nach allen Blasinstrumenten sein werde, da das Projekt Bläserklasse nach einem Jahr ende. „Alle Viertklässler, die dann das Instrument weiter erlernen wollen, sollen natürlich Unterricht an unserer Musikschule erhalten.“

Juniorband: Probenzeit soll an Schulbetrieb angepasst werden

Zusätzlich soll es die Möglichkeit geben, im Orchester zu spielen. Dafür soll eine Juniorband ins Leben gerufen werden, in der andere Kinder mit einem ähnlichen Kenntnisstand ebenfalls teilnehmen können. Auch soll die Juniorbandprobenzeit an den Grundschulganztagesbetrieb angepasst werden. „Auf den erhöhten Bedarf an Instrumentalunterricht bei allen Blasinstrumenten müssen wir als Musikschule natürlich reagieren", sagte Claudia Jope, die für ihre „engagierte Arbeit“, so Bürgermeister Edgar Lamm, kräftigen Beifall erhielt.

Die Musikschule in Zahlen

Die kommunale Einrichtung wurde im Jahr 1990 ins Leben gerufen, Leiter seit dem Jahr 2017 ist Claudia Jope. 378 Schüler werden mit 193 Wochenstunden unterrichtet. 276 Schüler erhalten Instrumental- und Gesangsunterricht: Klavier (59 Schülerinnen und Schüler), Geige (40), Gitarre (35), Violine und Viola (31), Schlagzeug (19), Klarinette (16), Violoncello (14), Saxofon (12), Blech (8), Querflöte (8) und Blockflöte (1). Fünf Kinder und Jugendliche erhalten Gesangsunterricht. 102 Schüler sind im elementaren Bereich (musikalische Früherziehung 32, musikalische Grundausbildung 41 sowie Bläserklassen und Musikgarten 29) angemeldet. Zusätzlich nehmen 48 Kinder an den "Singen Bewegen Sprechen“-Gruppen (SBS) in den Kindergärten teil. Das Musikschulbüro ist montags von 10 bis 12 Uhr im Rathaus, Zimmer 36, geöffnet. (hk)