Den innerlich ergreifenden Schlusspunkt in ihrer Konzertreihe „Geistliche Musik Birnau“ 2019 setzte die Birnauer Kantorei am ersten Oktobersonntag in der bis auf den letzten Platz besetzten Basilika. Die Messa da Requiem von Giuseppe Verdi, kurz Verdis Requiem, war im barocken Umfeld zu hören.

Konzert in der Basilika Birnau.
Konzert in der Basilika Birnau. | Bild: Theo Wieland

Der leitende Thomas Gropper hatte seine Kantorei mit Mitgliedern der ebenfalls von ihm geleiteten Arcis-Vocalisten München, mit vier Gesangsolisten und instrumental mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz ergänzt. So entstand ein vollendeter Klang in musikalischer Fülle als Gedenkmöglichkeit für die Zuhörer an ihre Verstorbenen in einer der schönsten Kirchen am Bodensee.

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Zisterzienserpater Johannes als Prior der Mehrerauer Dependance verwies auf die Zeit der Aufführung kurz vor November, wo besonders der Toten gedacht wird, aber auch von den dem Requiem zugrunde gelegten Liturgietexten her zur christlichen Hoffnung auf die Auferweckung angeregt wird. Aus der für 1869 konzipierten, aber nicht verwirklichten Gemeinschaftsproduktion von 13 Komponisten zum ersten Jahresgedenken an den im Jahr zuvor verstorbenen Musikerkollegen Gioachino Rossini wurde von Verdis Schlusschoral „Libera me“ her das „Requiem„ zum Einzelwerk Verdis für den 1873 verstorbenen und durch die Nationalbewegung Italiens mit ihm verbundenen Dichter Alessandro Manzoni.

Zu dessen Todestag (22. Mai 1873) wurde das Requiem ein Jahr später erstmals in Mailand aufgeführt. Erstaunlich und tief eingehend, wie Gesang und Musik die Texte umsetzten im leisen Orchesterbeginn, im feierlich-flehentlichen Vortrag – das Ganze auf Lateinisch natürlich – der Bitte „Ewige Ruhe gibt ihnen, Herr, und ewiges Licht leuchte ihnen“ im Introitus, dann aber auch knallend-schreiend im Teil II das fanfarenartig angestoßene „Dies irae, dies illa“, wo mit der Posaune und auch mit Pauken Rechenschaft eingeklagt wird.

Im Sprechgesang: „Nichts kann vor der Strafe flüchten.“ Klagen und Hoffen erklangen nebeneinander. Die Stimmung der Menschen fingen hier vor allem die Solisten und die Instrumente ein – bis zum Appell in Zwiegespräch-Gesang: „Milder Jesus, Herrscher du, schenk den Toten ew‘ge Ruh. Amen.“ Das Solo-Quartett beeindruckte in allen Passagen des Offertorio, im „Agnus Dei„ führte das Orchester die Melodie von Sopran, Mezzo-Sopran und Chor vorzüglich zu Ende.