Der Eigenbetrieb Tourist-Information (TI) erhält für das laufende Wirtschaftsjahr von der Gemeinde 780 000 Euro, um Aufgaben zu erfüllen, die er von der Gemeinde übernommen hat. Diese sogenannte Tourismustransferleistung setzt sich zusammen aus Einnahmen der Kurtaxe und der Fremdenverkehrsabgabe, also alles ausschließlich touristische Einnahmen. Der Gemeinderat stimmte dem zum zweiten Mal nach dem doppischen Verfahren ausgearbeiteten Wirtschaftsplan des Betriebs sowie dessen Stellenplan und mittelfristiger Finanzplanung zu. Bereits zuvor hatte sich der Betriebsausschuss Tourismus mit dem Zahlenwerk befasst und dem Gemeinderat die Verabschiedung empfohlen.

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Insgesamt müssen 884 738 Euro aufgebracht werden. Davon entfallen auf die öffentlichen Toilettenanlagen (Teilhaushalt 1) 47 500 Euro; die Einnahmen aus den WC-Gebühren werden mit 19 000 Euro veranschlagt. Die TI (Teilhaushalt 2) wird rund 85 600 Euro erwirtschaften. Die für kommendes Jahr geplanten Personalkosten betragen 380 738 Euro (plus 35 188 Euro). Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr begründete Tourismus-Chefin Julia König mit der Kompensation des Wegfalles einer Ausbildungsstelle: „Wir sind ein Dienstleistungsbetrieb. Deswegen fallen hohe Personalkosten an.“

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Das Marketingbudget ist für kommendes Jahr mit 50 000 Euro veranschlagt. 40 Prozent sollen laut der Marketingbeauftragten Nadia Intelisano für Onlinemarketing, je 30 Prozent für Printmarketing und Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden. Neu konzipiert werden soll das Seeferienmagazin, das künftig nur noch alle zwei Jahre erscheinen soll. Jährlich ist ein Urlaubsplaner („wo gibt es was“) beabsichtigt. Für deren Neukonzeption wird mit 91 000 Euro gerechnet; die angesetzten Einnahmen von 3000 Euro werden nicht kostendeckend sein. König: „Der Grund ist, dass diese Printprodukte nicht gegenfinanziert sind.“ Geplant sind ferner ein neuer Fremdsprachenflyer und die Neukonzeption der touristischen Homepage www.seeferien.com.

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85 600 Euro sollen für Veranstaltungen aufgebracht werden, erläuterte Manuel Dillmann. Das Hafenfest (42 000 Euro) und Pfahlbaumarathon (28 000 Euro) nehmen die größten Einzelpositionen ein, beide sind defizitär. Beim Hafenfest wird mit 30 000 Euro, beim Laufen mit 24 000 Euro Erträgen gerechnet. Überlegt wird, ob die Strecke des Pfahlbaumarathons ganzjährig ausgeschildert werden soll. Neu ist die Beteiligung bei den Apfelwochen und ein „unplugged“-Seekonzert. Einen Mittelaltermarkt wird es aufgrund der Uferneugestaltung nicht mehr geben. Laut Dillmann wird die Gemeinde am 30. Juli und 25. September bei der Landesgartenschau (LGS) in Überlingen im Landkreis-Pavillon vertreten sein. Am 5. August wird auf der Bühne die Veranstaltung „Fisch und Wein“ präsentiert. Auf der LGS wird die Tourist-Information auch zwei Virtual Reality (VR)-Brillen präsentieren, mit denen Gäste künftig eine computergenerierte Wirklichkeit mit Bild in 3D-Technik und 360 Grad vermittelt werden soll. Und man überlegt, ob man sich noch die typischen LGS-Stühle anschaffen möchte.

Die abgeschlossene Uferneugestaltung macht eine neue Standplatzverteilung unter den Vereinen Hafenfest notwendig, die in den nächsten Monaten erarbeitet werden wird.
Die abgeschlossene Uferneugestaltung macht eine neue Standplatzverteilung unter den Vereinen Hafenfest notwendig, die in den nächsten Monaten erarbeitet werden wird. | Bild: Kleinstück, Holger

„Gäste sind mit den Serviceleistungen sehr zufrieden“

Fragen an Betriebsleiterin Julia König über die von der Tourist-Information in Uhldingen-Mühlhofen geplanten Neuerungen für Gäste und Gastgeber:

Sie haben in den zurückliegenden Jahren viel Zeit und finanzielle Mittel für Qualitätsschulungen investiert. Waren diese erfolgreich?

Tourismuschefin Julia König.
Tourismuschefin Julia König. | Bild: Kleinstück, Holger

Ja. Die Gäste sind mit den Serviceleistungen sehr zufrieden. Wir wollen diese Qualität halten und weiter ausbauen – aus diesem Grund sind weitere Schulungen geplant. Auch die Englischkurse für die Mitarbeiter werden weiter angeboten.

Sie planen die Anschaffung von Virtual Reality (VR)-Brillen. Warum?

Wir werden diese in der Tourist-Information auslegen. Wir erhoffen uns dadurch, den Tagesgästen die Gesamtgemeinde vorzustellen und für einen Besuch in den weiteren Ortsteilen zu animieren sowie bestenfalls die Tagesgäste bei einem nächsten Bodenseeaufenthalt als Übernachtungsgäste zu gewinnen. Auch auf der Landesgartenschau in Überlingen werden wir mit den Brillen vertreten sein.

Warum muss die touristischen Homepage „www.seeferien.com“ neu konzipiert werden?

Sie entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Aktuell werden mit der Gemeinde Möglichkeiten einer gemeinsamen Homepage geprüft. Wir sehen in einer gemeinsamen Homepage viele Vorteile. Im Bereich Innenmarketing tritt die Gemeinde und die Tourist-Information als Einheit nach außen. Des Weiteren werden dadurch Ressourcen gebündelt. Die touristischen Inhalte der Gemeinde sollen zusätzlich zur Homepage auf touristisch bedeutenden, bekannten Onlineplattformen auffindbar sein und weiterverbreitet werden.

Wie sieht es mit der Neukonzeption des Seeferienmagazins aus?

Im Jahr 2018 wurde das Seeferienmagazin neu aufgelegt, die auslaufenden Agenturverträge nehmen wir jetzt zum Anlass der Evaluation. Klassische Gastgeberverzeichnisse sind nicht mehr zukunftsorientiert aus Gast- und Leistungspartnersicht. In der Vergangenheit ist ein abnehmendes Interesse der Leistungspartner spürbar. Dies führt auch dazu, dass die Bereitschaft zur Kostenbeteiligung in Form von Anzeigenschaltungen geringer wird. Aus diesem Grund plant die TI zukünftig, das Seeferienmagazin ausschließlich als Marketinginstrument im Außenmarketing zu betrachten und selbst zu finanzieren. Inhaltlicher Schwerpunkt wird auf dem Storytelling (Geschichten erzählen) liegen. Das ermöglicht es uns, Emotionen zu wecken und eine höhere Aufmerksamkeit zu erzielen.

Erläutern Sie doch bitte mal den Urlaubsplaner, den die TI im Jahr 2021 als neues Printprodukt einführen wird?

Der Fokus liegt hier auf der Informationsvergabe. Der Urlaubsplaner soll eine Auflistung aller interessanter Ausflugsziele beinhalten, aber auch ein A-Z mit Informationen. Er wird für Übernachtungsgäste vor Ort produziert und soll über die Gastgeber vertrieben werden. Wir sehen in diesem Medium einen großen Mehrwert für Gastgeber. Der Urlaubsplaner kann die Gästeinfomappe ersetzen. Eine Teilfinanzierung durch Anzeigen wird hier angestrebt.

Und wie weit sind die Planungen zum Hafenfest im kommenden Jahr gediehen?

Wir feiern dann das 40. Jubiläum. Es gilt, allen interessierten Vereinen die Teilnahme zu ermöglichen. Aufgrund der Uferneugestaltung ist jetzt eine neue Standplatzverteilung unter den Vereinen notwendig. In den nächsten Monaten wird die TI diese gemeinsam mit den Vereinen erarbeiten.