Schon von der Landesstraße aus ist der große Dinosaurier nicht zu übersehen, der seit Jahren auf das Reptilienhaus in Unteruhldingen aufmerksam macht. Durch Wind und Wetter hat der Iguanodon, so ist sein wissenschaftlicher Name, in den zurückliegenden Jahren allerdings sehr gelitten. Die letztmals vor sieben Jahren aufgebrachte Farbe war abgeblättert. Um die Nachbildung des urzeitlichen Tiers wieder auf Vordermann zu bringen, haben jetzt Schüler der vierten Klasse der Lichtenbergschule im Rahmen ihres Kunstunterrichtes den Dino bemalt – und das mit wasserfesten Farben. Auch ein kleinerer Dino Diplodocus, der bisher in einer Sickergrube stand, wurde mit Farbe zu neuem Leben erweckt.

Tierpfleger Urs Schöllhammer erklärt zur Nachbildung des Dinos, der aus der Kreidezeit stammt und auch Leguanzahn genannt wird: „Er ist ein beliebtes Fotomotiv auch für Gäste, die einfach nur vorbeilaufen.“ Allerdings habe er nicht mehr ansehnlich ausgesehen. Deswegen sei es höchste Zeit gewesen, den Dino wieder aufzufrischen. „Und was lag da näher, als die Schule vor Ort zu fragen, ob sie dazu nicht Lust hätte?“, sagte Urs Schöllhammer. Schulleiterin Mirjam Boonekamp spontan zugesagt, die „Kuh der Kreidezeit“ aufzufrischen, wie der Iguanodon aufgrund seiner damaligen Häufigkeit auch bezeichnet wird.

„Für die Viertklässler war das einfach toll, in ihrem letzten Jahr an der Schule so eine Arbeit zu machen“, sagt Mirjam Boonekamp. Man habe im Unterricht zunächst überlegt, was zum Reptilienhaus passen könnte, was dort für Tiere leben und wie die aussehen. „Und welche Farbe könnte beispielsweise zu den Schuppen der Tiere passen?“ Anschließend sei man jeweils mit der Hälfte der Klasse vor Ort gewesen. Die Schüler hätten zunächst Entwürfe gemalt und festgelegt, was wohin komme und wer was mache. Boonekamp: „Und so ist das in zwei Tagen entstanden.“

Die Arbeiten seien eine Herausforderung gewesen, weil das Werk wasserfest sein muss. Solche Farben hätten die Kinder bislang nicht gekannt. „Die haben schon ihre Tücken", sagte die Schulleiterin. Zudem habe man aufpassen müssen, dass die Bemalung auf der unebenen Oberfläche „auch wirklich dicht ist, leuchtet und nicht irgendwie porös aussieht und gleich wieder eine Angriffsfläche für das Wetter bietet." Mirjam Boonekamp freut sich: "Das haben die Kinder ganz gut gemeistert.“ Sie erinnerte daran, dass hier Schüler am Werk gewesen seien, keine Profis. „Man wird da sicher auch Dinge finden, die vielleicht ungenau sind“, sagt die Schulleiterin. Ein Kompliment gibt es von Urs Schöllhammer: „Wir haben den Schülern freie Hand gelassen, sie waren mit viel Eifer dabei. Der Dino ist wieder eine Bereicherung für unseren Außenbereich."

Das Reptilienhaus

Das Haus ist Auffang- und Pflegestation für beschlagnahmte, kranke, ausgesetzte oder nicht vermittelbare Reptilien, die von Zoll, Polizei und anderen Behörden sowie von Privatleuten gebracht werden. Mit rund 100 Tieren ist es die zweitgrößte Reptilienschau in Baden-Württemberg. Untergebracht sind die Tiere in weitgehend naturgetreu nachgebildeten und artgerechten Lebensräumen. Die Besucher können an der täglichen Fütterung teilnehmen und sich Rat für die Pflege der Exoten holen. Das Reptilienhaus ist bis 31. März täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet, ab 1. April täglich von 9.30 bis 18 Uhr. Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahre zahlen 6,50 Euro, mit Gästekarte oder Bodo-Card 6 Euro, Kinder (vier bis 14 Jahre) 3 Euro, Familienkarte 16 Euro. Frei mit Bodensee-Erlebniskarte.

Informationen im Internet: http://www.reptilienhaus.de