Er habe überhaupt nicht damit gerechnet, gleich beim ersten Wahlgang über 50 Prozent zu erhalten. „Vor allem aufgrund der übrigen Kandidatinnen und Kandidaten, die alle alles gegeben haben und im Ort immer präsent gewesen waren“, sagte Dominik Männle am Wahlsonntag nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in einer ersten Stellungnahme im Welterbesaal. Von dort aus war ein Livestream gesendet worden, der über die Homepage der Gemeinde verfolgt werden konnte.

Der Livestream aus dem Welterbesaal in Unteruhldingen konnte über die Homepage der Gemeinde von allen Interessierten verfolgt werden.
Der Livestream aus dem Welterbesaal in Unteruhldingen konnte über die Homepage der Gemeinde von allen Interessierten verfolgt werden. | Bild: Jäckle, Reiner

Männle sagte weiter, aufgrund der fünf Kandidaten sei es ganz ungewiss gewesen, wie der erste Wahlgang ausgehen werde. Er habe schon gehofft, auf dem ersten Platz zu stehen, „aber dass jetzt gleich fast 58 Prozent für mich rausgesprungen sind, hätte ich nie gedacht. Ich bin geflasht und begeistert“, sagte er, allen seinen Wählerinnen und Wählern dankend.

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Denkwürdiger Tag für Dominik Männle

Der Verlauf des Sonntags sei für ihn „etwas ganz Neues“ gewesen, er sei aufgeregter gewesen, als wenn er selber etwas hätte vortragen müssen, so Männle. Den Wahlsonntag verbrachte er zuhause – mit seiner Schwiegermutter, die an diesem Tag Geburtstag hatte, und so sei er etwas abgelenkt gewesen. Ihren Geburtstag werde er wohl nie mehr vergessen können „und sozusagen an diesem Tag immer im doppelten Sinne feiern“.

So reagieren die vier Mitbewerber Männles auf das Wahlergebnis

Erstes Gespräch mit Edgar Lamm

Am Montag war er in der Gemeinde beschäftigt, um unter anderem Wahlplakate in Mühlhofen abzuhängen – Jean-Christophe Thieke habe das für Oberuhldingen, Nadine Bohn für Unteruhldingen übernommen. Um 17 Uhr nahm er am Gemeindewahlausschuss teil, bei dem das amtliche Ergebnis festgestellt wurde, anschließend traf er sich im kleinen Sitzungssaal zu einem ersten Gespräch mit dem amtierenden Bürgermeister Edgar Lamm.

Bürgermeister Edgar Lamm (links) gratulierte dem Wahlsieger und sicherte ihm seine volle Unterstützung für eine geordnete Amtsübergabe zu. Lamm zeigte sich erleichtert, dass die Entscheidung bereits im ersten Wahlgang gefallen war.
Bürgermeister Edgar Lamm (links) gratulierte dem Wahlsieger und sicherte ihm seine volle Unterstützung für eine geordnete Amtsübergabe zu. Lamm zeigte sich erleichtert, dass die Entscheidung bereits im ersten Wahlgang gefallen war. | Bild: Jäckle, Reiner

Ab heute und in den kommenden Wochen bis Anfang Juni wolle er im Landratsamt als Kämmerer noch alles das erledigen, was in den zurückliegenden Monaten während seines Wahlkampfes liegen geblieben sei. „Und gucken, wie die Lage aufgrund von Corona ist“, fügte er an. Außerdem wolle er alles dafür geben, dass dort ein geordneter Übergang gewährleistet sei. Parallel möchte er in der Gemeinde präsent sein, um „zu schauen, wie die Prozesse laufen“. Dazu gehöre, Gemeinderatssitzungen zu besuchen und in der Gemeindeverwaltung „vielleicht schon den einen oder anderen Tag“ hineinzuschnuppern.

Höchster Stimmenanteil für Männle in Mühlhofen

Den höchsten Stimmenanteil erzielte Männle in seinem Wohnort Mühlhofen, wo er 60,2 Prozent (Wahlbezirk 1) beziehungsweise 68,4 Prozent (Wahlbezirk 2) der Stimmen erhielt. Am wenigsten Wähler votierten mit 43,2 Prozent in Unteruhldingen für Männle, bei den Briefwählern waren es rund 60 Prozent.

59 Prozent Briefwähler

Aufgrund der Corona-Pandemie erzielte die Briefwahl bisher noch nie erreichte Ausmaße. Nicht weniger als 2130 Bürgerinnen und Bürger der 6582 Wahlberechtigten hatten davon Gebrauch gemacht, wozu der derzeitige Bürgermeister Edgar Lamm aufgerufen hatte. 1983 Personen gaben dann auch tatsächlich ihre Stimme ab, das waren 59 Prozent aller 3354 gültigen Stimmen. 1374 Personen wählten in einem der fünf Wahllokale.

Karin Klausmann-Poisel war eine von 3357 Wählerinnen und Wählern, die am Sonntag zum Wählen gingen. 52 Wahlhelfer wurden eingesetzt, darunter (von links) Susanne Hofmaier, Clarissa Sauerstein und Johann Krapf.
Karin Klausmann-Poisel war eine von 3357 Wählerinnen und Wählern, die am Sonntag zum Wählen gingen. 52 Wahlhelfer wurden eingesetzt, darunter (von links) Susanne Hofmaier, Clarissa Sauerstein und Johann Krapf. | Bild: Kleinstück, Holger

Die Wähler wurden angehalten, eigenverantwortlich genügend Abstand zu anderen Personen zu wahren. Die Türen zu den Wahllokalen standen offen, „damit niemand eine Türklinke anfassen musste“, so Lamm. Desinfektionsmittel wurden ebenfalls bereitgestellt. „Außerdem hatten wir extra noch 1500 Kulis bestellt“, teilte Lamm mit. Jeder Wähler konnte einen davon mitnehmen beziehungsweise einen eigenen Kugelschreiber mitbringen; auch Einmalhandschuhe waren teilweise gefragt, sowohl bei den Wählerinnen und Wählern als auch bei den 52 Wahlhelferinnen und Wahlhelfern.

So ging die erste Bürgermeisterwahl von Edgar Lamm vor 16 Jahren aus

Bei der Wahl vor 16 Jahren, als Lamm erstmals zum Bürgermeister gewählt wurde, erzielte der damals 50-Jährige 59,7 Prozent der Stimmen, also geringfügig mehr als jetzt Männle. Die Wahlbeteiligung vor 16 Jahren lag bei 65 Prozent, 51,1 Prozent waren es nun am vergangenen Sonntag.