Einen neuen Bauhof für die Gemeinde, eine Rettungswache für die Johanniter und eine Sonderbaufläche als Betriebshof zur Bündelung der Lagerstätten der Markgräflich Badischen Verwaltung: Dies alles kann jetzt in die Wege geleitet werden. Der Gemeinderat hat dem Entwurf des Bebauungsplans Hofhalde Uhldingen-Mühlhofen zugestimmt. Bereits zuvor hatte er den Entwurf der dritten Teiländerung des Flächennutzungsplans des Gemeindeverwaltungsverband Meersburg und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange gebilligt.

Der Gemeinderat hatte Ende 2017 beschlossen, dem Gemeindeverwaltungsverband die Teiländerung des Flächennutzungsplans im Gewann Hofhalde bei Oberuhldingen auf einer Fläche von rund 2,3 Hektar vorzuschlagen. Gegenwärtig ist die Fläche als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen.

Pläne für neuen Keltereibetrieb sind vom Tisch

Mit dem Thema hatte sich das Gremium bereits vor einigen Wochen beschäftigt. Allerdings war da im Entwurf von einer Sonderbaufläche „Keltereibetrieb“ die Rede, woran sich die Räte störten. Im aktuellen Entwurf ist nur noch von einer Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung Betriebshof die Rede.

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Nach Ausführungen von Ortsbaumeister Norman Zieger muss die Gemeinde aufgrund des Alters des Bauhofgebäudes und der zahlreichen Aufgaben, die dieser zu erfüllen hat, einen neuen Bauhof errichten. Eine Fläche am Ortsrand sei zu bevorzugen, da auf dem Gelände Silos stehen und die Mitarbeiter durch Bereitschafts- und Winterdienste zu allen Tages- und Nachzeiten unterwegs sind. Auf dem Gelände sollen Büroräume sowie Werkstätten, Lager- und Abstellräume sowie Freiflächen zum Rangieren und Lagern entstehen. Daher soll der neue Bauhof in der Nachbarschaft zum Wertstoffhof an der Tüfinger Straße Richtung Affenberg gebaut werden.

Rettungswache mit Garagen und Appartements

Dort soll außerdem eine Rettungswache der Johanniter-Unfallhilfe mit Bereitschafts- und Sozialräumen, Garagen für Einsatzfahrzeuge und Appartements für Einsatzkräfte gebaut werden. Beides ist als 0,9 Hektar große Fläche für Bauhof und Rettungswache ausgewiesen.

Betriebshof der Markgräflich Badischen Verwaltung

Außerdem ist eine 1,5 Hektar große Sonderbaufläche als Betriebshof der Markgräflich Badischen Verwaltung vorgesehen. Der Ortsbaumeister erklärte: „Die strategisch gut gelegene Sonderbaufläche mit Zweckbestimmung landwirtschaftlicher Betriebshof mit Lager- und Maschinenhalle, temporäre Unterkünfte für Saison-Arbeitskräfte mit Sozialräumen und Werkstatt soll neben dem geplanten Bauhof ausgewiesen werden.“

Planer: keine Beeinträchtigungen für Anwohner

Nach Worten des Planers Helmut Hornstein aus Überlingen eignet sich das Gebiet für die Vorhaben, weil es unmittelbar an die Ortschaft angrenzt, gleichzeitig aber so liegt, dass Beeinträchtigungen der Anwohner nicht zu befürchten seien. Die Erschließung könne direkt oder über Zufahrten von der Kreisstraße aus erfolgen. Für den Betriebshof soll der bestehende, an die Kreisstraße angebundene Wirtschaftsweg Egelsee genutzt werden. Dieser wird dafür bis zu einer Breite von sechs Metern ausgebaut. Die Satteldächer sollen begrünt werden.

Stimmen aus dem Gemeinderat

Gemeinderat Wolfram Klaar (SPD) befürchtete, dass die künftige Sonderbaufläche Betriebshof „nicht restriktiv, sondern expansiv“ genutzt werden wird. Er empfahl eine Verkleinerung auf einen Hektar. „Wir wollen dort kein Gewerbegebiet haben.“ Manfred Seeger (JB) gab zu bedenken, dass dort eine 50 Meter lange Halle („ein Monster“) hingesetzt werde. Und Angelika Lenius (JB) empfahl, aufgrund des zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommens das Ortsschild zu versetzen. „Da dränge ich drauf.“

Der Entwurf des geänderten Flächennutzungsplans liegt von Montag, 13. August bis Freitag, 14. September im Rathaus Oberuhldingen vor dem Zimmer 24 aus.