Die Besucher des Gemeinschaftsumzugs der Narrenvereine in Mühlhofen kamen aus dem Staunen nicht heraus. "Das ist ja der Bürgermeister", raunte es durch die Menge. Edgar Lamm führte, verkleidet als Uhldi, den Fanfarenzug Unteruhldingen an und brachte damit sein Opfer für den Welterbesaal. Was es mit dieser Verkleidung auf sich hatte, wussten die Besucher des Puperballs zu berichten. Nachdem die Puper nicht im neuen Welterbesaal feiern durften, sondern wieder im alten Haus des Gastes, waren die Mitglieder doch merklich angesäuert. Kurzerhand wurde dem Bürgermeister die Strafe auferlegt, beim Gemeinschaftsumzug als Uhldi aufzutreten. \"Die Strafe löse ich gerne ein\", erklärte Fahnenträger Lamm und auch die Puper freuten sich über ihr Neumitglied. Extra für die Eröffnung des Welterbesaals hatten sich die ehemaligen Zimmervermieterinnen der Gemeinde in lila Schale geworfen. \"Da sind wir wohl umsonst gekommen\", so Lady Gabi.

Neben dem traditionellen Häs warteten die Narrenvereine auch mit außergewöhnlicher Kostümierung auf. Auf ihr Häs verzichteten die Mitglieder des Mühlhofener Wolfsrudels. \"Wir möchten auf der Straßenfasnet nicht unser Häs tragen, das kann jeder\", erklärten die McWolfs. Kurzerhand wurde aus dem Rudel ein schottischer Clan. Stilecht waren die McWolfs in Schottenrock und Tartanmuster gehüllt. Natürlich durfte der Dudelsack nicht fehlen. \"Wir nennen ihn eher Quälsack\", was hinsichtlich der schiefen Töne aus dem selbstgenähten Instrument nicht von der Hand zu weisen war. Auch die Streibehexen kamen im Unterwasserlook statt im Hexenhäs. Als Uhldinger Fische schwammen sie im Strom der Narrenvereine der Gemeinde durch die Mühlhofener Straßen.

Besonders kreativ war das Aachäologenteam aus Mühlhofen unterwegs. Ausgerüstet mit Klemmbrett und Klappspaten wurden kurzerhand Besucher als archäologische Fundstücke etikettiert. Außerdem konnte das Team auch jüngste Funde aus der Frühgeschichte Mühlhofens präsentieren: einen Rasierpinsel vom ehemaligen Frisörladen Edte, Knochen von der Metzgerei Weber und Tonscherben vom ehemaligen Blumenladen Haller. \"Relikte aus vergangener Zeit, in der Mühlhofen florierte\", ergänzte das Dreierteam Kristin Heiler, Andrea Scaduto, Heide Bertler.

Neben dem obligatorischen Konfettiregen von den Zimmermännern durften sich die Mäschgerle rund um den Mühlhofener Kreisel über Bonbons und Kaugummis freuen.

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