„Freundschaft ist nicht ortsgebunden, wenn sie sich einmal gefunden. Wahre Freundschaft ist bereit, nicht gebunden an die Zeit.“ Dieser Text schmückt zwei größere Schilder, die die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen und deren Patenbatterie, das dritte Artilleriebataillon 295 aus Stetten am kalten Markt, jetzt ausgetauscht haben.

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Feier wurde auf dieses Jahr verschoben

Eigentlich hätte dies schon vergangenes Jahr geschehen sollen, schließlich war die Patenschaft im Februar 1978 offiziell geschlossen worden. Ihre Verpflichtung in Litauen hinderte die Soldaten jedoch daran, 2018 für mehrere Tage in die Seegemeinde zu kommen. Die Feier zum runden Geburtstag wurde deshalb am Freitag bei einem Patenschaftsabend auf dem Biwakplatz am Sport- und Funpark in Oberuhldingen nachgeholt. Am Samstag folgten die Patenschaftserlebnisläufe und ein Biwakabend mit der Bevölkerung. Am Sonntag standen ein Gottesdienst und Frühschoppen auf dem Programm.

Für das Biwak hatte die Bundeswehr ein großes Zelt beim Sport- und Funpark in Oberuhldingen aufgebaut.
Für das Biwak hatte die Bundeswehr ein großes Zelt beim Sport- und Funpark in Oberuhldingen aufgebaut. | Bild: Kleinstück, Holger

Freundschaftlicher Austausch bei vielen Gelegenheiten

Seit 41 Jahren ist Uhldingen-Mühlhofen Patengemeinde der dritten Batterie des Artilleriebataillons 295, mit der sie nicht nur eine langjährige Partnerschaft pflegt, sondern auch einen freundschaftlichen Austausch. Neben den Biwakaufenthalten und den Laufwettbewerben gehört dazu das Ausrichten von Gelöbnissen in der Gemeinde, zuletzt geschehen im Mai 2017 im Strandbad Unteruhldingen. Bei der alljährlichen Seniorenweihnachtsfeier übernehmen die Soldaten den Auf- und Abbau sowie die Bewirtung, schenken in der Vorweihnachtszeit kostenlos Glühwein aus und pflegen Kontakt zu den Vereinen, unter anderem zum Schützenverein Oberuhldingen, mit dem regelmäßig Freundschaftsschießen ausgetragen werden.

Hauptmann Stefan Settele: „Bleiben Sie der Dritten im Herzen gutgesinnt“

Hauptmann Stefan Settele, 19. Chef der Batterie im Verlauf der vergangenen 41 Jahre, bekräftigte die Absicht, die Paten- und Partnerschaft mit der Gemeinde auch weiterhin fortführen zu wollen. Zur guten Gewohnheit gewordene Veranstaltungen sollten auch künftig erhalten bleiben. „Die Präsenz in der Gemeinde ist uns sehr wichtig“, unterstrich Settele, der der Batterie seit zweieinhalb Jahren vorsteht, sein Kommando aber im kommenden Jahr abgeben wird. „Es waren imposante und sehr schöne Jahre“, sagte er und appellierte an die Gäste: „Bleiben Sie der Dritten im Herzen gutgesinnt.“

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Bürgermeister Edgar Lamm bezeichnet Patenschaft als „tolle Bereicherung“

Bürgermeister Edgar Lamm sagte, dass in 41 Jahren „etwas Einmaliges“ entstanden und die Patenschaft eine „tolle Bereicherung“ für Bundeswehr und Gemeinde sei. Keiner habe im Jahr 1978 damit gerechnet, dass die Begegnungen zu einer solchen Erfolgsgeschichte werden würden. „Wir wollen und werden diese hervorragende Partnerschaft weiterführen“, sagte Lamm, der an die Hilfseinsätze der Bundeswehr während des Pfingsthochwassers 1999 erinnerte.

Oberleutnant Aileen Marr erläutert den Teilnehmern der Patenschaftserlebnisläufe die Laufstrecke.
Oberleutnant Aileen Marr erläutert den Teilnehmern der Patenschaftserlebnisläufe die Laufstrecke. | Bild: Kleinstück, Holger

Den Auftakt bei den 22. Patenschaftserlebnisläufen machten die Bambinis, die eine Strecke über 300 Meter an der Ostmole zurücklegten. Es folgten der Hauptlauf für Erwachsene über sechs Kilometer und der Jugendlauf über drei Kilometer.

Gemeinderat Jean-Christoph Thieke nimmt Waser von Oberfeldwebel Daudrich entgegen.
Gemeinderat Jean-Christoph Thieke nimmt Waser von Oberfeldwebel Daudrich entgegen. | Bild: Kleinstück, Holger