Der TSV Mühlhofen hatte die Familie der Faustballer am Wochenende zum inzwischen 19. Mal zum Dreikönigsturnier eingeladen. Gauleiter Horst Schneider vom MTG Wangen kann sich noch an die Zeit davor erinnern. "Nachdem Eriskirch seine Faustballabteilung auflöste, haben die Mühlhofer das Turnier übernommen", erzählte Schneider. Seine Mannschaft ist seitdem in Mühlhofen mit dabei und konnte das Turnier vor elf Jahren gewinnen. Danach beendeten die Wangener das Turnier aber eher auf den hinteren Rängen. "Es ist ein reines Spaßturnier", berichtete Schneider lachend. Und tatsächlich ging es sehr familiär zu in der Mühlhofer Sporthalle.

Die Freude am Spiel und die Kameradschaft standen im Vordergrund. Das eintägige Turnier wurde in den Klassen Aktive und Senioren (über 50 Jahre alte Spieler) mit je fünf Mannschaften ausgetragen. Noch fünf Jahre zuvor war wegen der Vielzahl der Mannschaften an zwei Tagen gespielt worden. Doch die Tage dieser traditionellen Mannschaftssportart scheinen gezählt.

Gauleiter Horst Schneider vom MTG Wangen am Ball.
Gauleiter Horst Schneider vom MTG Wangen am Ball. | Bild: Mardiros Tavit

Immer mehr Faustballabteilungen müssen wegen fehlender Spieler schließen. "Vereine mit aktiver Nachwuchsarbeit haben kein Problem. Aber es ist immer schwerer, Trainer und Betreuer zu finden", wusste Faustball-Profi Horst Schneider zu berichten. Dabei ist Deutschland Welt- und Europameister in dieser Sportart, und das bei den Männern wie auch bei den Frauen. "Schon die alten Römer haben Faustball gespielt", erklärte Mühlhofens Abteilungsleiter Jochen Egger, um lachend hinzuzufügen, dass die Verlierer damals den Löwen vorgeworfen wurden. So extrem sind die Folgen von Niederlagen heutzutage natürlich nicht mehr.

Die meist älteren Zuschauer folgten den Spielen beim Dreikönigsturnier mit spitzen, witzigen und anerkennenden Kommentaren. Ihr Bemerkungen zeugten von Fachwissen – und tatsächlich hatten sie in ihrem Sportlerleben oft selbst auf dem Spielfeld gestanden. Applaus bekamen alle Spieler, die besonders gelungene Schläge oder hohen sportlichen Einsatz zeigten. Die Aktiven spielten einen rasanten und athletischen Faustball. Die Senioren standen nicht mit weniger Ehrgeiz auf dem Spielfeld. Sie zeigten ein weniger laufstarkes Spiel, dafür beherrschten sie umso mehr Finten und Trickstöße. Wichtiger als der sportliche Erfolg war allerdings der Spaß am Faustball. So konnte auch Lena Pieper, Faustball-Bundesligaspielerin beim SV Tannheim, neben ihrem Mann Michael für den Turniersieger VfB Friedrichshafen I spielen.

 

Das Turnier

  • Im Jahr 1997 haben die Mühlhofer Faustballer das traditionelle Dreikönigsturnier von der Eriskircher Faustballabteilung übernommen. Das Turnier wird in den Klassen Aktive und Senioren ausgetragen. Wegen fehlendem Nachwuchs und der Auflösung vieler Faustball-Vereine und Abteilungen wird das Turnier mit beiden Klassen an einem Tag ausgetragen.
  • Ergebnis 2018, Aktive: 1. VfB Friedrichshafen I; 2. SG Bad FriZell; 3. TSV Mühlhofen; 4. VfB Friedrichshafen II; 5. MTG Wangen.
  • Ergebnis 2018, Senioren: 1. TSV Mühlhofen; 2. TV Wasserburg; 3. SSTV Singen; 4. BSG Überlingen; 5. VSG Dornbirn.