Nach Auszählung der sieben Wahlbezirke steht Dominik Männle als neuer Bürgermeister der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen weg. Der 37-jährige Diplom-Verwaltungswirt erreichte 57,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Männle ist verheiratet, Vater einer Tochter, er wohnt im Ortsteil Mühlhofen, er ist Leiter der Kreiskämmerei im Landratsamt. Unter den fünf Kandidaten war er der einzige mit Berufserfahrung in einer öffentlichen Verwaltung. Männle wird gefolgt von Jean-Christophe Thieke sowie Jasmina Brancazio, 19,9 und 13,8 Prozent. Auf Platz 4 folgt Nadine Bohn (5,1 Prozent) und Roland Martin (3,4 Prozent).

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Dominik Männle sagte nach der Wahl: „Ich bin überwältigt von diesem Wahlergebnis und freue mich sehr, dass trotz des Corona-Virus etwa 50 Prozent zur Wahl gegangen sind.“ Männle: „Ich freue mich sehr, Ihr Bürgermeister sein zu dürfen. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.“ Er werde alles daran setzen, das in ihn gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen. „Ich danke allen die mich gewählt haben.“ Allen, die ihn nicht gewählt haben, strecke er die Hand aus, was in der Corona-Krise nicht wörtlich und für den Moment zu verstehen war. „Ich hoffe, Sie in Zukunft überzeugen zu können. Ich will ein Bürgermeister für alle sein.“

Er ist der strahlende Sieger, der eine kurze Rede vorsichtshalber auf Papier schon vorbereitet hatte: Dominik Männle.
Er ist der strahlende Sieger, der eine kurze Rede vorsichtshalber auf Papier schon vorbereitet hatte: Dominik Männle. | Bild: Kleinstück, Holger

Appell an seine Wähler: Bleiben Sie zu Hause

Sein erster Dank galt seiner Frau Nicole und seiner Tochter Lara, die ihm im Wahlkampf stets den Rücken freigehalten hätten. Er danke allen Unterstützern und Mitarbeitern in der Gemeindeverwaltung, die die Wahl trotz der Corona-Krise möglich gemacht haben. Und er dankte seinen „stets fairen“ Mitbewerbern. Die Freude über den Wahlausgang sei gegenwärtig getrübt durch die Pandemie, und so forderte Männle seine Wähler auf, nicht zum Welterbesaal zu pilgern um ihm zu gratulieren. „Sondern bleiben Sie zu Hause und meiden Sie soziale Kontakte. Ich bin überzeugt, dass diese Krise gut überstanden werden kann, wenn wir alle zusammenhalten. Passen Sie auf sich auf.“

Edgar Lamm „wahnsinnig erleichtert“

Amtsinhaber Edgar Lamm gratulierte dem Wahlsieger und sicherte ihm seine volle Unterstützung für eine geordnete Amtsübergabe ein. Der bisherige Bürgermeister zeigte sich „wahnsinnig erleichtert darüber, dass wir bereits im ersten Wahlgang eine klare Entscheidung haben“. Dies auch mit Verweis auf die Corona-Krise, die zu rechtlichen Schwierigkeiten und möglichen Anfechtungsgründen in einem weiteren Wahlgang hätte führen können, sofern bei einer jetzt nicht mehr nötigen Nachwahl nur per Briefwahl hätte abgestimmt werden können.

Kein Tusch der Musikkapelle

Üblicherweise halten sich bei Bürgermeisterwahlen die örtlichen Musikkapellen zu einem Tusch bereit. So hat das auch in Uhldingen-Mühlhofen Tradition. Im Zeichen der Corona-Krise wäre eine derartige Zusammenkunft allerdings verboten. Dominik Männle sagte am Wahlabend auf die Frage von Reiner Jäckle bei einem Livestream im Welterbesaal, dass sich ein Gratulations-Parcour, bei dem viele Hände geschüttelt werden, nicht machen lasse. Die Feier muss später nachgeholt werden.

Strahlende Sieger: Nicole und Dominik Männle kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses im Welterbesaal. Eine Wahlparty findet coronabedingt nicht statt.
Strahlende Sieger: Nicole und Dominik Männle kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses im Welterbesaal. Eine Wahlparty findet coronabedingt nicht statt. | Bild: Kleinstück, Holger

Amtsinhaber Edgar Lamm trat nach zwei Amtsperioden altersbedingt nicht mehr zur Wahl an. Am 7. Juni, mit 66 Jahren, beginnt sein Ruhestand. Lamm dankte Reiner Jäckle dafür, dass er sich spontan bereiterklärte, den Wahlabend per Livestream aus dem Welterbesaal heraus zu moderieren. Die Bürger hatten damit aktuell die Möglichkeit, zwar nur per Internet, sich aber dennoch sehr nah an den Geschehnissen zu beteiligen.

Über 50 Prozent Briefwähleranteil

Aufgrund der Corona-Pandemie erreichte die Briefwahl bisher noch nie erreichte Ausmaße. Nicht weniger als 2140 Bürgerinnen und Bürger der 6582 Wahlberechtigte hatten von ihrem Recht der Briefwahl Gebrauch gemacht, wozu Edgar Lamm aufgerufen hatte. In den Wahllokalen wurden die Bürger angehalten, eigenverantwortlich genügend Abstand zu anderen Personen zu wahren. Desinfektionsmittel wurden ebenfalls bereitgestellt. Jeder Wähler konnte einen eigenen Kugelschreiber mitbringen, auch Einmalhandschuhe zogen die Wählerinnen und Wähler an.

Bei der Wahl von 16 Jahren, als Edgar Lamm erstmals zum Bürgermeister gewählt worden war, erzielte er knapp 60 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung vor 16 Jahren lag bei 65 Prozent. Bei seiner Wiederwahl vor acht Jahren hatten 91,8 Prozent für den derzeitigen Bürgermeister votiert, die Wahlbeteiligung lag bei 29,4 Prozent.

Video: Jäckle, Reiner
Video: Jäckle, Reiner
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