Noch laufen die Arbeiten zur Sanierung der Landesstraße 201 auf einer Länge von 2,3 Kilometern in Oberuhldingen und Mühlhofen, doch langsam zeichnet sich jetzt ein Ende ab: Laut dem Baustelleninformationssystem des Landes Baden-Württemberg sollen die Arbeiten bis Freitag, 21. Juni, beendet werden. Die für die Bürgerinnen und Bürger belastenden Umleitungen werden dann wieder der Vergangenheit angehören.

Bürgermeister Lamm kritisiert Regierungspräsidium

Allerdings hatte es bereits kurz nach Beginn der Arbeiten Anfang Mai Ärger und Unverständnis gegeben: So wurde der im Vorfeld der Bauarbeiten in einer Gesprächsrunde zwischen Gemeinde, Regierungspräsidium (RP) und der Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund GmbH (bodo) vereinbarte Bauablauf nicht eingehalten. Das RP hatte in einer Presseerklärung angekündigt, dass wegen der nicht vorhandenen Breite der Landesstraße der jeweilige Bauabschnitt voll gesperrt wird und man deshalb sieben Bauabschnitte bilden müsse, die beginnend ab dem Kreisverkehr in Oberuhldingen bis zum Ortsende in Mühlhofen nach und nach abgearbeitet würden. In der Realität sah es dann aber so aus, dass die gesamte Strecke von Oberuhldingen bis Ortsende Mühlhofen in einem Arbeitsvorgang abgefräst wurde „und die Bürgerschaft sich seither entgegen den Aussage des RP genervt mit Umleitungen in Oberuhldingen und Mühlhofen zurecht finden muss“, wie Bürgermeister Edgar Lamm dem SÜDKURIER mitteilte. Für die Geschäfte und Betriebe bedeute dies einen enormen Umsatzeinbruch während den Sanierungsarbeiten. Lamm: „Dies alles finde ich sehr bedauerlich und enttäuschend, denn wenn man sich an das gehalten hätte, was einmal vereinbart war, hätte man großen Ärger vermeiden können.“

Sanierung ausgerechnet in den Pfingstferien

Betroffen von den Bauarbeiten ist beispielsweise das Auto und Traktormuseum, das für den überörtlichen Verkehr aus Richtung Überlingen nur über eine Umleitung über Meersburg zu erreichen ist. “Es ungünstig, dass die Baumaßnahmen in die Pfingstferien fallen“, teilte Silvia Georgi von der Geschäftsleitung mit. „Aber die Umleitungen sind sehr gut ausgeschildert und die Gäste finden uns dennoch. Wir haben versucht, die Umleitung bestmöglich an unsere Gäste und Gruppenreisenden zu kommunizieren.“ Inwieweit die Arbeiten die Besucherzahlen einschränkten, könne man nicht sagen, das sei nicht messbar.

Auch Pfahlbaumuseum von der Baumaßnahme betroffen

Eine von Anfang an eine bessere Beschilderung für das Pfahlbaumuseum hätte sich Matthias Baumhauer gewünscht. „Die Gäste, die uns besuchen wollen, sind häufig irritiert und denken, es gäbe von der B 31 her kommend keine Ausfahrt zu den Pfahlbauten. Manche von ihnen fahren weiter nach Meersburg. Ob alle dann zurückfahren, ist zu bezweifeln“, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter. Eine ähnliche unzureichende Ausschilderung habe man jüngst bei der Umleitung im Zuge des Umbaus der B 31 bei Überlingen erlebt, „als viele Gäste vergeblich versuchten, zu uns zu kommen oder entsprechend verspätet ankamen. Vor allem bei Gruppen führt dies zu großen zeitlichen Problemen für die Gäste und für uns im Museumsablauf“, so Baumhauer.