Wer am Segelsport interessiert ist, der blickt am Wochenende nach Überlingen. Denn dort startet mit etwa einmonatiger Verzögerung die Segel-Bundesliga in die Saison. Der ursprüngliche Start im Mai musste wegen zu hoher Inzidenzzahlen verschoben werden, sodass Überlingen nun den Ligastart ausrichtet. Organisiert wird das Ganze von den beiden Überlinger Bundesligavereinen Segel- und Motorboot-Club Überlingen (SMCÜ) und Bodensee Yacht-Club Überlingen (BYCÜ).

Konrad Huther, Präsident des Segel- und Motorboot-Clubs Überlingen: „Wir sind bereits seit November in der Vorbereitung. Seit Ende Februar läuft die heiße Phase.“
Konrad Huther, Präsident des Segel- und Motorboot-Clubs Überlingen: „Wir sind bereits seit November in der Vorbereitung. Seit Ende Februar läuft die heiße Phase.“ | Bild: privat

„Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, sagt Konrad Huther, Präsident des SMCÜ, der gemeinsam mit seinem Amtskollegen des BYCÜ, Erich Frieling, federführend die Organisation innehat. „Wir sind bereits seit November in der Vorbereitung. Seit Ende Februar läuft die heiße Phase.“ Diese gestaltete sich vor allem durch die ständig wechselnden Corona-Verordnungen recht schwierig. „Wir stehen diesbezüglich im ständigen Kontakt mit dem Ordnungsamt, sodass es da einen sehr guten Austausch gibt“, betont Konrad Huther.

Erich Frieling, Präsident des Bodensee Yacht-Clubs Überlingen: „Bei uns ist allerdings viel zu wenig Platz, sodass wir in den Osthafen ausweichen mussten.“
Erich Frieling, Präsident des Bodensee Yacht-Clubs Überlingen: „Bei uns ist allerdings viel zu wenig Platz, sodass wir in den Osthafen ausweichen mussten.“ | Bild: privat

Tross nach 2015 zum zweiten Mal in Überlingen zu Gast

2015 war in Überlingen die Bundesliga-Premiere. Nun ist der Tross mit insgesamt 36 Crews aus der Ersten und Zweiten Bundesliga zum zweiten Mal zu Gast. Ursprünglich war der Spieltag, wie die Austragungen in der Segel-Bundesliga heißen, beim BYCÜ geplant. „Bei uns ist allerdings viel zu wenig Platz, sodass wir in den Osthafen ausweichen mussten“, erklärt Erich Frieling. „Es ist natürlich schade, dass dadurch die Regattabahnen auch etwas in Richtung Nußdorf verlegt werden müssen und das Ganze nicht direkt vor der Promenade stattfinden wird.“

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Die jeweiligen Wettfahrtleiter werden von den Gastgebervereinen gestellt. Die Segel-Bundesliga kommt mit einem recht kleinen Team, das unter anderem Videobilder für Tageszusammenfassungen drehen wird. Eine moderierte Liveübertragung wie in vergangenen Jahren wird es dieses Mal nicht geben.

Hier sind die beiden Überlinger Clubs BYCÜ (rechts) und SMCÜ zu sehen. Das Bild entstand 2015 beim Bundesliga-Event.
Hier sind die beiden Überlinger Clubs BYCÜ (rechts) und SMCÜ zu sehen. Das Bild entstand 2015 beim Bundesliga-Event. | Bild: Reiner Jäckle

Zuschauer können Wettfahrten vom Ufer aus gut verfolgen

Da sowohl die Erste als auch die Zweite Segel-Bundesliga mit kurzen Bahnlängen zwischen den Bojen und recht nah am Ufer segelt, können Zuschauer die Wettfahrten von Land sehr gut verfolgen. Da beide Ligen parallel segeln, müssen auch zwei Bahnen aufgebaut werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass jeweils nur sechs Boote gleichzeitig unterwegs sind und das Teilnehmerfeld so übersichtlich bleibt. Eine Wettfahrt dauert maximal 20 Minuten. Da es pro Liga 18 Mannschaften gibt, sind insgesamt 48 Wettfahrten in drei Tagen angesetzt. Genau dieses Konzept macht die beiden Segel-Bundesligen so attraktiv.

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Rund um das Nußdorfer Freibad sind die besten Plätze für Zaungäste

„Auch wenn wir hoffen, dass möglichst viele unseren Sport verfolgen, wenn er schon mal vor der eigenen Haustüre stattfindet, können wir kaum Besucher auf das Regattagelände im Osthafen lassen“, erklärt Konrad Huther. „Wir haben einfach durch Corona hohe Auflagen, denen wir gerecht werden müssen.“ Deshalb gebe es auch so gut wie kein Rahmenprogramm. Das Geschehen sei aber problemlos von Ufer aus zu beobachten, etwa rund um das Nußdorfer Freibad.

Die Crew des Bodensee Yacht-Clubs Überlingen im Einsatz bei der Segel-Bundesliga 2015.
Die Crew des Bodensee Yacht-Clubs Überlingen im Einsatz bei der Segel-Bundesliga 2015. | Bild: Reiner Jäckle

BYCÜ will in der Ersten Bundesliga wieder Fuß fassen

Die erste Wettfahrt soll am Freitag um 11 Uhr gestartet werden, vorausgesetzt, die Bedingungen lassen es zu. Die sportlichen Vorzeichen für die beiden Überlinger Clubs allerdings könnten unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite der SMCÜ, amtierender Champions-League-Sieger und im vergangenen Jahr Vierter der Ersten Segel-Bundesliga, und auf der anderen Seite der BYCÜ, der nach vier Jahren in der Zweiten Bundesliga endlich wieder erstklassig segelt. „Für uns heißt es erst einmal Fuß zu fassen und sich in der Ersten Bundesliga zu etablieren“, sagt Matthias Steidle, Steuermann des BYCÜ. „Natürlich wollen wir unseren Heimvorteil nutzen, aber den haben nicht nur wir.“

Ein imposanter Blick von hinten in die J70 während der Bundesliga-Regatta vor Überlingen 2015: Hier ist die Crew des SMCÜ zu sehen, die damals den Wettkampftag gewann.
Ein imposanter Blick von hinten in die J70 während der Bundesliga-Regatta vor Überlingen 2015: Hier ist die Crew des SMCÜ zu sehen, die damals den Wettkampftag gewann. | Bild: Reiner Jäckle

SMCÜ-Trainingslager am Gardasee musste wegen Corona ausfallen

Der Steuermann des SMCÜ, Steffen Heßberger, sieht seine Crew keinesfalls als Favoriten, denn: „Die Vorbereitung lief alles andere als optimal, weil wir unser Trainingslager am Gardasee wegen Corona absagen mussten.“ Allerdings habe man sich unter der Woche noch intensiv für den Saisonstart auf dem Bodensee fit gemacht. Was jetzt noch fehlt, ist guter Wind.

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