Wo sind denn die Palmen? Das fragten sich bis vor Kurzem Einheimische und Gäste beim Flanieren auf der Promenade. Schließlich wirbt die Stadt auf ihrer Homepage mit „mediterranem Flair“ und eine Bloggerin nennt Überlingen gar das „badische Nizza“ – sie weiß offensichtlich noch, dass die Stadt schon in den frühen 1930er Jahren mit dem Slogan „Das deutsche Nizza am Schwäbischen Meer“ warb.

Das könnte Sie auch interessieren

Indiz für die – gerade in diesem kühlen Frühling – doch sehr kühn anmutende Behauptung vom mediterranen Nizzas sind die Palmen. Die machten sich aber bis Ende Mai rar.

Auch die Verantwortlichen für das – in Zeiten ohne Corona – alljährliche Promenadenfest laden gerne zum Pressetermin vor Palemenhain ein. Hier 2016 auf dem Landungsplatz, vorne die damalige Oberbürgermeisterin Sabine Becker.
Auch die Verantwortlichen für das – in Zeiten ohne Corona – alljährliche Promenadenfest laden gerne zum Pressetermin vor Palemenhain ein. Hier 2016 auf dem Landungsplatz, vorne die damalige Oberbürgermeisterin Sabine Becker. | Bild: Santini, Jenna

Eine Palme schwimmt auf einer der Inseln vor dem Landesgartenschau-Uferpark

Das schönste Exemplar wurde schon Anfang April auf die Überlinger Insel der Schwimmenden Gärten gepflanzt. Dort können sie die Besucher der Landesgartenschau bewundern. Zwischendurch fiel das Ensemble vor allem durch seine Schräglage ins Auge, was Taucher bereits behoben haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Die anderen Palmen glänzten im Stadtbild mit Abwesenheit. Stattdessen standen sie dicht gedrängt auf einem Gelände neben dem Nußdorfer Bahnhof. Anscheinend unbemerkt von Bloggern und Selfie-Jägern, denn hier hätten sich wahre Dschungel-Bilder schießen lassen – von der Kreation blumiger Beinamen für den Überlinger Ortsteil ganz zu schweigen.

Dschungel-Impressionen? Solange die Palmen einen Zwischenstopp beim Stadtteil-Bahnhofe einlegten, bot sich den Passanten auf der Nussdorfer Straße ein ungewohnter Anblick.
Dschungel-Impressionen? Solange die Palmen einen Zwischenstopp beim Stadtteil-Bahnhofe einlegten, bot sich den Passanten auf der Nussdorfer Straße ein ungewohnter Anblick. | Bild: Sabine Busse

Eine Anfrage des SÜDKURIER bei der Stadt lüftete das Geheimnis: Die Palmen hätten den Winter in der angemieteten Halle der ehemaligen Kramerwerke verbracht. Diese mussten sie aus Platzgründen verlassen und seien zwischenzeitlich nördlich der Halle aufgestellt worden, so die Auskunft aus dem Rathaus.

Das könnte Sie auch interessieren

„Im Zuge der Eröffnung der Landesgartenschau und der Nutzung des Kramerareals als Parkplatz mussten die Pflanzen nochmals übergangsweise auf den Parkplatz neben dem Bahnhof Nußdorf versetzt werden“, so die Pressestelle weiter.

Auch der Antik- und Trödelmarkt auf der Seepromenade wirkt vor Palmenkulisse wie ein Ausflug ans Mittelmeer – so denn das Wetter stimmt. Hier der Mark im Jahr 2015.
Auch der Antik- und Trödelmarkt auf der Seepromenade wirkt vor Palmenkulisse wie ein Ausflug ans Mittelmeer – so denn das Wetter stimmt. Hier der Mark im Jahr 2015. | Bild: unbekannt

Das erklärt den ungewöhnlichen Anblick, der sich den Autofahrern Richtung Osten bot. Mittlerweile sind die Palmen fast alle wieder im Stadtbild zu sehen, wo sie die Mitarbeiter der Abteilung Garten, Umwelt und Forst ergänzt mit frischem Sommerflor in den Kübeln wieder platziert haben. Also wird aus Nußdorf doch nicht das badische Miami.