Eine Stadt, drei Bäder und unzählige Regeln. Doch wie sieht eigentlich ein Badetag in den drei Überlinger Bädern aus und welche Regeln muss ich beachten?

Westbad

Wer keine der begehrten Saisontickets hat, kommt nur mit einem sogenannten E-Ticket in das Bad. Beim Eingang, wo ein Mitarbeiter hinter einer Plexiglasscheibe sitzt, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Kleber auf dem Boden erinnern an den gebührenden Abstand. Plakate weisen vielerorts auf die Regeln hin. Insgesamt dürfen 750 Gäste im Bad sein. Im Wasser und auf der Liegewiese erinnert wenig an die geltenden Regeln. Das Bad ist gut gefüllt, auf dem Sprungturm drängen sich kurzzeitig die Menschen. Der Badesteg ist geschlossen.

Auch beim Eingang sind die Abstandsregeln durch Markierungen klar.
Auch beim Eingang sind die Abstandsregeln durch Markierungen klar. | Bild: Jennifer Moog

Ingrid Falkenberg, Cornelia Gaupp und Marianne Deck genießen im Westbad ihren Nachmittag. Die drei Überlingerinnen kommen schon seit 30 Jahren dorthin, sagt Falkenberg. Sie hatten das Glück, noch Saisonkarten ergattern zu können. Der Kauf eines E-Tickets kommt für sie nicht in Frage, sagt Deck – allein schon aus Kostengründen.

Marianne Deck (v.l.), Cornelia Gaupp und Ingrid Falkenberger besuchen das Westbad seit 30 Jahren.
Marianne Deck (v.l.), Cornelia Gaupp und Ingrid Falkenberger besuchen das Westbad seit 30 Jahren. | Bild: Jennifer Moog

Auch Uli Geisel und Monika Lang hat es ins Westbad verschlagen. Die beiden Rentnerinnen kommen aus Tübingen und besuchen in diesem Jahr das erste Mal ein Strandbad am Bodensee. Die E-Tickets besorgt, hat Uli Geisel. Lang gibt zu: „Ich hätte das mit dem PC nicht geschafft und ein Handy habe ich auch nicht.“

Für Uli Geisel und Monika Lang ist es in diesem Jahr der erste Strandbadbesuch am Bodensee.
Für Uli Geisel und Monika Lang ist es in diesem Jahr der erste Strandbadbesuch am Bodensee. | Bild: Jennifer Moog

Weitere Saisonkarten

Nach der Kritik am schnellen Ausverkauf von Saisonkarten legt das Westbad noch einmal nach. Betriebsleiter Peter Koop kündigte für Montag, 29. Juni, den Verkauf von weiteren 50 Karten an, es gibt sie ausschließlich an der Kasse des Strandbads, die Kasse öffnet um 9 Uhr.

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Ostbad

Um vermeintliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, müssen Gäste im Ostbad ihre Kontaktdaten hinterlegen.
Um vermeintliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, müssen Gäste im Ostbad ihre Kontaktdaten hinterlegen. | Bild: Jennifer Moog

Ein E-Ticket gibt es im Ostbad nicht. Dennoch muss jeder Gast beim Betreten des Strandbades seine Kontaktdaten angeben. Pfeile am Boden zeigen die Laufwege an. „Gestern war ein gut besuchter Tag und trotzdem war hier immer noch genug Platz“, sagt Leon Feucht. Als Badeaufsicht hat er in diesem Jahr auch die Aufgabe, auf die Einhaltung des Abstandes zu achten. Dies klappe bisher auch ganz gut, nur zu Diskussionen käme es manchmal. „Den Steg haben wir zu einer Einbahnstraße gemacht, manche verstehen das nicht“, sagt er.

Der Steg beim Ostbad ist als Einbahnstraße konzipiert. Gäste gelangen über ihn ins Wasser, aber nicht wieder zurück an Land.
Der Steg beim Ostbad ist als Einbahnstraße konzipiert. Gäste gelangen über ihn ins Wasser, aber nicht wieder zurück an Land. | Bild: Jennifer Moog

Pächter Cengiz Aktas sagt: „Sollten wir die Höchstzahl von 2000 Gästen erreichen, bitten wir über Lautsprecher die Leute, die schon länger da sind, den Platz für andere frei zu machen.“ Dazu sei es aber noch nicht gekommen. Etwas überlegen muss sich das Team noch wegen des Sprungturmes, denn dort komme es vermehrt zu Menschenansammlungen, sagt Feucht. Saisonkarten für Erwachsene und Familien gibt es auch in diesem Jahr.

Leon Feucht ist Badeaufsicht beim Ostbad. Gemeinsam mit seinem Kollegen Sebastian Maisch achtet er gerade auch auf das Einhalten der Abstandsregeln.
Leon Feucht ist Badeaufsicht beim Ostbad. Gemeinsam mit seinem Kollegen Sebastian Maisch achtet er gerade auch auf das Einhalten der Abstandsregeln. | Bild: Jennifer Moog
  • Strandbad Nußdorf
Bevor Badegäste das Nußdorfer Strandbad betreten dürfen, müssen sie ein Formular mit ihren Kontaktdaten ausfüllen.
Bevor Badegäste das Nußdorfer Strandbad betreten dürfen, müssen sie ein Formular mit ihren Kontaktdaten ausfüllen. | Bild: Jennifer Moog

Auch in Nußdorf können Gäste den Eintritt direkt an der Kasse bezahlen. Nachdem sie ihre Kontaktdaten in ein Formular eingetragen haben, können sie das Bad ohne Mundschutz betreten. Wo in Ost- und Westbad viele Plakate auf die geltenden Regeln hinweisen, sind sie im Nußdorfer Strandbad spärlicher. Saisonkarten stehen zur Verfügung. Insgesamt dürfen 600 Menschen gleichzeitig in das Bad. Doch diese Zahl sei in diesem Jahr noch nicht erreicht worden, sagt Uwe Gericke, Bademeister. Sollte das Bad voll sein, müssen neue Gäste am Eingang warten. An die geltenden Abstände erinnern musste er die Badegäste bisher nicht, sagt Gericke.

Susanne Sinner, Pächterin des Strandbades in Nußdorf und Bademeister Uwe Gericke.
Susanne Sinner, Pächterin des Strandbades in Nußdorf und Bademeister Uwe Gericke. | Bild: Jennifer Moog