Bei Olympischen Spielen einmal ganz oben auf dem Podest zu stehen, davon träumt jeder Sportler. Eine, die dieses Ziel im März 2018 sogar zweimal erreicht hat, ist Anna-Lena Forster. Die Monoskibobfahrerin gewann bei den Paralympischen Spielen in Pyeongchang sowohl in der Super-Kombination als auch im Slalom die Goldmedaille.

Paralympics 2018 in Südkorea: Anna-Lena Forster jubelt im Ziel über Gold im Slalom.
Paralympics 2018 in Südkorea: Anna-Lena Forster jubelt im Ziel über Gold im Slalom. | Bild: Jan Woitas, dpa

Doch wie oft und wie hart muss man trainieren, um an die Spitze zu kommen? Das wollten Ashanti und Gianluca, zwei 13 Jahre alte Reporter, von der gebürtigen Radolfzellerin beim Seegespräch im Überlinger Osthafen wissen.

Wegen Corona nicht auf dem Wasser

Weil die coronabedingten Mindestabstände zwischen allen Beteiligten auf dem Segelboot „Seemops“ nicht einzuhalten waren, fand das Seegespräch erstmals nicht auf dem Wasser, sondern auf dem Steg direkt vor dem „Seemops“ statt. Als kleines Dankeschön für das Interview machte Segler Vinzenz Kraft mit dem Stargast im Anschluss aber noch eine kleine Tour auf dem Bodensee.

Das Gespräch zwischen Anna-Lena Forster und den beiden jungen Reportern im Video!

Für Anna-Lena Forster ging es im Anschluss an das Seegespräch noch auf den „Seemops“.
Für Anna-Lena Forster ging es im Anschluss an das Seegespräch noch auf den „Seemops“. | Bild: Julian Widmann
Nach dem Seegespräch ging es für Anna-Lena Forster auf eine kleine Segeltour vom Osthafen aus – in Begleitung des Seglers Vinzenz Kraft.
Nach dem Seegespräch ging es für Anna-Lena Forster auf eine kleine Segeltour vom Osthafen aus – in Begleitung des Seglers Vinzenz Kraft. | Bild: Julian Widmann

Sechsmal pro Woche trainiert Anna-Lena Forster pro Woche, wie sie selbst erzählt – an manchen Tagen sind es sogar zwei Einheiten. Mit elf Jahren ist sie bereits in einem Nachwuchsteam gewesen: „Da kommen einige Trainingsjahre zusammen“, sagt die Frau, die trotz der beiden Goldmedaillen 2018 nach wie vor hungrig auf Erfolge ist: „Ich möchte bei den Spielen 2022 in Peking die Goldmedaillen bestätigen“, sagt Anna-Lena Forster, die derzeit an der Universität in Freiburg Psychologie studiert.

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Sie schätzt, dass sie das Gefühl eines Alltags gar nicht so richtig kennt. Aktuell habe sie Semesterferien, ansonsten müsse sie für die Uni lernen. Neben den Trainingseinheiten sei in den Wintermonaten größtenteils in den Bergen: „Mein Alltag sieht immer anders aus, ich bin extrem viel unterwegs. Da wird es einem nie langweilig.“

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Gianluca und Ashanti blicken erstaunt, als ihre prominente Gesprächspartnerin von ihrem Trainingspensum erzählt. An dieser Stelle hakt Gianluca nach. Ihn interessiert noch, wie es ist, die Weltbeste in einer Sportart zu sein. „Das fühlt sich schon cool an“, sagt die gebürtige Radolfzellerin, ergänzt aber: „Es ist auch hart. Man macht sich in vielen Situationen Druck und schaut, dass man das Erreichte wieder schaffen kann.“

Ashanti (Mitte) und Gianluca haben das Interview mit der zweifachen Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Paralympics 2018, Anna-Lena Forster, gemeistert.
Ashanti (Mitte) und Gianluca haben das Interview mit der zweifachen Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Paralympics 2018, Anna-Lena Forster, gemeistert. | Bild: Julian Widmann

Den beiden Fragestellern merken schnell: Anna-Lena Forster fehlt es nicht an sportlichem Ehrgeiz. In der Schule habe sie wegen ihrer Beeinträchtigung keine Probleme gehabt. Vor allem nicht im Sportunterricht. „Das war total entspannt. Ich konnte immer mitmachen, eben auf meine Art und Weise“, sagt sie.

Offenheit ist Forsters Rezept

Wichtig sei aus ihrer Sicht, offen mit den Menschen über die Beeinträchtigung zu reden. Durch ihre Eltern und ihren großen Bruder habe sie von Anfang an viel Mut mitbekommen. Und sie erzählt von dem Beispiel, als sie bei den Paralympics 2018 bei einem Rennen gestürzt ist: „Hinfallen ist super enttäuschend. Meine Familie hat mich da aufgebaut.“ So sei aber eben der Sport: „Man muss versuchen, nach so einer Situation schnell wieder raus zu kommen.“

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