Der Brief, den Markdorfs Bürgermeister Georg Riedmann nach Stuttgart schickte, habe „hohe Symbolkraft“, befindet OB Jan Zeitler. Politisch wolle er den Vorstoß nicht bewerten, er begründet aber, warum er nicht unterschrieben hat.

Zeitler plädiert für eine einheitliche solidarische Vorgehensweise

So sei die Initiative dieses offenen Briefes von Städten ausgegangen, die in der Städtegruppe C des Städtetages Baden-Württemberg organisiert sind. Überlingen ist Mitglied der Städtegruppe B des Städtetages, also der Städte mit 20 000 bis 100 000 Einwohnern.

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Es gab vor einiger Zeit im Rahmen der Städtegruppe B, damals initiiert von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer eine ähnliche Initiative. Diese haben einige Oberbürgermeister im Regierungsbezirk Tübingen nicht mitgetragen. Auch Zeitler nicht, denn: „Eine gemeinsame landes- und bundesweit abgestimmte, solidarische Vorgehensweise als Weg aus der Pandemie wird für zielführend erachtet.“

Auch Zeitler wünscht sich einen zügigen Weg aus dem Lockdown

Hinsichtlich der angefragten Initiative von Markdorf und Meersburg wurde Zeitler nach Informationen seiner Pressestelle darüber informiert. Er habe sich jedoch aufgrund der Nichtzugehörigkeit der Stadt Überlingen zur Städtegruppe C nicht in den Entstehungsprozess eingebracht.

Grundsätzlich sei festzuhalten, „dass auch Herr Oberbürgermeister Zeitler sich einen zügigen und vor allem sicheren Weg aus dem Lockdown wünscht“, so seine Pressestelle. Er halte jedoch nach wie vor an einem landesweit abgestimmten Vorgehen fest. „Der Situation in Städten und Gemeinden aufgrund des Lockdowns ist man sich nach unserer Einschätzung auf Landesebene durchaus bewusst, jedoch auch der zwingenden und schwerwiegenden Tatsache, dass nur ein gemeinsamer landesweiter und verantwortungsvoller Weg aus diesem herausführen kann.“

Noch keine Antwort aus dem Staatsministerium

Noch wartet Riedmann in Markdorf indessen auf eine Antwort aus Stuttgart. Bislang habe sich das Staatsministerium noch nicht bei ihm gemeldet, sagte er am Donnerstag auf Anfrage der Redaktion. Er gehe jedoch fest davon aus, dass er noch eine Antwort bekommen werde. Schließlich sei es „guter Usus“ auch in seinem Hause, dass man auf Anfragen antworte. Sollte Kretschmann reagieren, gehe er davon aus, dass auch er das Schreiben bekomme, da der Brief von seinem E-Mail-Account versendet worden sei, so Riedmann.

Georg Riedmann
Georg Riedmann | Bild: Grupp, Helmar

Gefragt, ob er und seine Kollegen mit dem Brief schlicht ein Zeichen setzen wollten oder ob er tatsächlich glaube, dass der Brief zu einem Umdenken in Stuttgart führen könnte, sagte Riedmann: „Es ging uns um den dringenden Aufruf, die Problematik der Pandemie in ihrer ganzen Breite zu würdigen und dies auch in künftige Entscheidungsfindungen miteinzubeziehen.“