Klarer Sieg der Grünen, Einbruch der CDU, gutes Ergebnis für FDP – so weit, so gut oder schlecht, je nach Perspektive und Vorlieben. Nicht auf den ersten Blick fällt das Protestpotenzial bei der Landtagswahl 2021 auf, das sich unter der Rubrik „Sonstige“ versammelt, um nicht zu sagen „zusammengebraut“ hat. Obwohl bei genauerem Hinsehen schon die Gesamtsumme von 11,15 Prozent in Überlingen Erstaunen auslösen könnte. Zwar ist bei den Balkendiagrammen hier schon die „Linke“ mit subsummiert, doch daneben manifestiert sich einiges an Protestpotenzial in bemerkenswerten Umfang. Besonders auffällig ist dies in den drei Wahlbezirken, zu denen die Teilorte zusammengefasst wurden.

„Die Basis“ sammelt Stimmen von Querdenkern und Gegnern der Corona-Politik

Vor allem die Partei „Die Basis“ sammelte hier einiges an Stimmen ein und spiegelt quasi die kritische Masse von Gegnern der Corona-Politik oder Querdenkern wider. An der Spitze liegt hier der Bezirk von Bambergen, Lippertsreute und Andelshofen, wo die „Basis“ satte sieben Prozent holte und damit locker die Fünf-Prozent-Hürde genommen hätte, so sie hier eine Rolle spielen würde. Dazu kommt noch ein gutes Prozent, das die Nonsens-Gruppierung „Die Partei“ holen konnte. Überdurchschnittlich stark ist hier auch noch die AfD mit 11,7 Prozent. All das geht vor allem zu Lasten der CDU (14,3 Prozent), aber auch der Grünen – im Vergleich zum städtischen Gesamtergebnis.

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In Nußdorf/Deisendorf bleibt die SPD unter fünf Prozent

Ähnlich sieht es im Wahlbezirk Nußdorf/Deisendorf aus, wo „Basis“ mit 6,6 Prozent nicht viel schlechter abschnitt. Interessant hätte hier möglicherweise eine separate Ausweisung der beiden Teilorte sein können. Hier bleibt die SPD gar unter fünf Prozent, wobei die Linke etwas stärker ist (4,4,).

Die „Sonstigen“ in Bonndorf, Hödingen und Nesselwangen bei 15,9 Prozent

Auch im Wahlbezirk von Bonndorf, Hödingen und Nesselwangen sahnten die Protestparteien ganz gut ab. Die „Basis“ holte hier 4,3 Prozent und die „Partei“ ebenfalls 3,1 Prozent. Selbst der ÖDP reichte es hier noch zu 2,3 Prozent. Die „Sonstige“ bringen es hier insgesamt sogar auf 15,9 Prozent. Nahezu alte Stärke erreichte hier allerdings auch die AfD mit 13,6 Prozent. Entsprechend dünner fiel das Ergebnis für die etablierten Parteien aus. Dies spiegelt Entwicklungen wider, die zum Nachdenken Anlass geben könnten.