Eine zerbrochene Scheibe, Lärm in der Nacht: Eine Frau in Nußdorf schreckte am Mittwoch gegen 23.15 Uhr auf, als eine unbekannte Person versuchte, in die Kellerräume von Rick‘s Biomarkt einzusteigen. Nach ihrer Beobachtung soll es sich um einen Mann gehandelt haben, untersetze Figur, etwa 40 Jahre alt.

Richard Nardo, Inhaber von Rick‘s Biomarkt, wohnt nicht in dem Markt, er wurde in der Nacht von der Polizei gerufen und fand den Kontakt mit den Beamten sehr freundlich, wie er betont. Bis jetzt könne er nicht feststellen, dass aus dem Markt etwas gestohlen wurde. Er sei froh, dass auch die Ladeneinrichtung, bis auf zerbrochene Fensterscheiben, verschont geblieben sei.

Nachbarin spricht Einbrecher an

Wie die Polizei berichtet, gelang es dem Unbekannten, in den Lagerraum des Biomarkts einzudringen. Nardo sagte, dass eine Frau in der Nachbarschaft Licht anmachte und den Einbrecher vom Balkon aus ansprach. Was er hier zu suchen habe, wollte sie von ihm wissen.

Der Unbekannte, so der Bericht der Polizei, der aufgrund von Zeugenaussagen erstellt wurde, habe einen dunkelblauen längeren Parka getragen, eine helle Jeans, und er habe akzentfrei Deutsch gesprochen. Bevor die Polizei anrückte, türmte er, mutmaßlich auf einem weißen Damenrad.

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Es ist nicht der erste Einbruch, mit dem sich Nardo herumschlagen muss. In den vergangenen zehn Jahren habe es drei weitere Fälle gegeben. Sonst seien die Täter immer nachts um 1 Uhr gekommen. Die Ladeneinrichtung sei nie beschädigt worden. „Die haben es auf Geld abgesehen“, vermutet Nardo. Bei ihm seien sie aber an der falschen Adresse. „Ich habe nichts“, sagte er. „Sie müssten eine Bombe bringen, um den Safe zu knacken.“

„Manche Leute können mit der Freiheit leider nicht umgehen.“
Richard Nardo, Ladeninhaber

Richard (Rick) Nardo ist ein Mensch mit großem Herz, der Leute in seinem Laden beschäftigt, die sich auf dem Arbeitsmarkt sonst schwer tun würden. Darunter auch Menschen mit Suchterfahrung. Er sagt über sich: „Ich bin ein amerikanischer Italiener.“ Mit seiner Herkunft und Erfahrungen in der eigenen Familie begründet er, warum er wisse, was Spielsucht heißt. „Ich erkenne diese Leute.“ Er kritisiert, dass es Spielcasinos zu leicht gemacht werde, Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, die beim Glücksspiel über ihren Verhältnissen spielen.

Wenn er an Einbrecher denkt, so hat er Menschen vor Augen, die unter großem finanziellen Druck stehen. „Sie füllen beim Einbruch ihre Taschen, sie schämen sich, sind traurig, das ist eine ganz schlimme Situation.“ Vorbeugend könne er gegen die Einbrüche wenig tun. „Am besten ist es, nichts da zu haben.“ Nardo sagt, dass er für eine freie Gesellschaft eintrete. „Aber manche Leute können mit dieser Freiheit leider nicht umgehen.“