Mit einer Flut an Widersprüchen von Anwohnern aus dem Franz-Sales-Wocheler-Weg, dem Kuchelmannweg und dem Werner-Haberland-Weg wurde die Stadt nach der Offenlage des Bebauungsplanentwurfs für das Wohnquartier Franz-Sales-Wocheler-Weg konfrontiert, dessen Aufstellung der Gemeinderat Anfang März einstimmig beschlossen hatte.

Stadtplanung sieht Pläne als vertretbare Nachverdichtung

Aus Sicht der Stadtplanung sind die geplanten vier Mehrfamilienhäuser mit 33 Wohnungen eine vertretbare Nachverdichtung im Innenbereich. Erstmals hatte der Rat hier auch eine 20-prozentige Sozialquote festgesetzt. „Das passt sich städtebaulich verträglich ein“, hatte Thomas Kölschbach im Januar erklärt. Zugleich erinnerte er daran, dass Überlingen als Mittelzentrum ein Siedlungsschwerpunkt sei und diesem Anspruch auch gerecht werden müsse.

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Umfangreiche Widersprüche von fünf Anwohnern

Schon damals hatte die Interessengemeinschaft viele Bedenken vorgebracht und war von Baubürgermeister Matthias Längin auf die Offenlage des Entwurfs vertröstet worden. Diese Einwände kamen nun in geballter Form.

Eine fehlende Bürgerbeteiligung, eine zu massive Bebauung, zu wenig Parkplätze und den Verlust mehrerer Bäume hatte Reinhard Irmscher aus dem Werner-Haberland-Weg im Namen der Anwohnerinitiative schon damals an der geplanten Bebauung auf dem Telekom-Areal beklagt. Nun gingen von fünf verschiedenen Anwohnern teilweise noch wesentlich umfangreichere Widersprüche ein.

Zweifel an Rechtmäßigkeit der Grundstückseinteilung

Wortführer, was mit 15 Seiten den Umfang der Stellungnahme angeht, ist Architekt Wolfgang Philipp aus Heddesheim, der nach eigenen Angaben Miteigentümer eines Gebäudes am Kuchelmannweg ist. Philipp zweifelt schon die Rechtmäßigkeit der Grundstücksteilung an, die 2015 vom neuen Eigentümer, den Investoren Betz, Weber und Partner, beantragt und von der Stadt genehmigt worden war. Voraussetzung für die geplante Bebauung sei nun eine aus seiner Sicht unzulässige Inanspruchnahme des benachbarten Grundstücks mit dem Telekom-Gebäude.

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Sorge um Grünflächen und alten Baumbestand

Verkehrsmäßig werde sich „eine Tragödie entwickeln“, befürchten andere Anwohner. Zudem werde „die sehr schöne Grunfläche mit dem gewachsenen alten Baumbestand und den darin wohnenden Lebewesen wird zerstört“. Allerdings grünt der Baumbestand derzeit einen Parkplatz ein.

Zweifel an Nutzen des Quartiers für Überlinger

Zudem stellen sich die Kritiker die Frage, „ob ein solches Quartier wirklich Überlinger Bürgern nützt oder aber ob fur eine elitäre Minderheit mit Gewinnmaximierung fur den Investor dieser Bereich ohne Rucksicht auf die unmittelbare Nachbarschaft zerstört werden soll“. Auch die Überlinger „Klimafibel“ bemühen die Kritiker in ihrer Argumentation und drohen rechtliche Schritte an.

Am Montag steht der Bebauungsplan wieder auf der Tagesordnung des Bauausschusses, der dann über die eingegangen Anregungen beraten und entscheiden muss.