Mit Früchten und Gemüse im Original und in Kisten hat die Firma Bodan täglich zu tun. Neuerdings lachen die Produkte im Verwaltungsgebäude des Naturkostgroßhandels auch von den Wänden – als kreative Umsetzung von Künstlerinnen aus der Region.

Idee entstand während der Pandemie

Kunst zu verleihen beziehungsweise auf Zeit anzumieten, dieses Geschäftsmodell ist hier während der Pandemie entstanden. Nach einer erfolgreichen Premiere stellen Berta Knab, Lisa Lorenz und Therese Olivier nun bereits zum zweiten Mal eine Serie ihrer Arbeiten aus und ermöglichen damit zugleich eine Begegnung von Mitarbeitern mit ihrer Kunst.

Künstlerin Therese Olivier (links) mit Geschäftsführer Volker Schwarz und Jasmin Meyer von Bodan vor dem Wimmelbild der Früchte und Gemüse.
Künstlerin Therese Olivier (links) mit Geschäftsführer Volker Schwarz und Jasmin Meyer von Bodan vor dem Wimmelbild der Früchte und Gemüse. | Bild: Hanspeter Walter

Ins Betriebsgebäude sollte Kunst einziehen

„Die Idee hatten wir während des Lockdowns“, sagt Bodan-Geschäftsführer Volker Schwarz. „Wir wollten einfach Kunst in unser Betriebsgebäude hereinholen.“ Dabei müsse er ehrlich zugeben, dass ihm diese Vielfalt von kreativen Köpfen in der Region gar nicht so bewusst gewesen sei. Allein die Ausstellung mit dem Dreifachtitel „Garten Eden – Früchte des Lebens – Zukunftssamen“ spiegelt schon ein breites Spektrum gestalterischer Tätigkeit wider: Filzobjekte und Tapisserie von Berta Knab, Fotokunst von Lisa Lorenz und Malerei von Therese Olivier.

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Bilder regen Mitarbeiter regelmäßig zum Dialog an

Die erhoffte Auseinandersetzung mit der Kunst fand tatsächlich statt, wie Volker Schwarz beobachten konnte. „Die Bilder werden durchaus wahrgenommen und es entstand häufig ein Dialog unter den Mitarbeitenden“, sagt er. „Jeder sieht oder entdeckt etwas anderes in den Motiven und so kommt es schnell zum Gespräch darüber.“

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Zudem trage die Kunst an den Wänden zu einer heiteren Atmosphäre bei, ist Schwarz überzeugt. Insbesondere während der Pandemie habe dies eine positive Wirkung auf die Menschen gehabt.

Künstlerinnen froh über die Chance zur Ausstellung

Die Künstlerinnen sind froh und dankbar über diese Chance, mit der temporären Ausstellung zumindest eine begrenzte Öffentlichkeit zu erreichen. Das Trio ist sich einig: Die Aufwandsentschädigung oder Miete für die Bilder hilft.

Bei anderen Gruppenausstellungen müsse man für Raummiete und Organisation häufig selbst einen finanziellen Beitrag leisten. Wenn dies nicht der Fall sei – wie in Arztpraxen oder Banken – gebe es andere Nachteile. „Unsere Erfahrung ist, dass man bei Ausstellungen in Arztpraxen selten etwas verkauft“, sagt Berta Knab.

Roter See: Eine leuchtende Tapisserie von Berta Knab.
Roter See: Eine leuchtende Tapisserie von Berta Knab. | Bild: Hanspeter Walter

Zusätzlich haben Künstler die Möglichkeit zum Verkauf eines Bildes

Die Kooperation mit einem Betrieb habe Vorteile. Man erhalte nicht nur eine fixe Ausleihgebühr, man habe zudem noch die Chance, ein Bild zu verkaufen. „Daher ist diese Zusammenarbeit interessant“, betont Knab. „Auf diese Kooperation haben wir uns verständigt“, sagt Bodan-Geschäftsführer Schwarz, „und es ist quasi eine Win-Win-Situation für Künstler und Betrieb.“

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Ein Teil der Werke entstand extra für die Kooperation

Dies gilt auch für den inhaltlichen Bereich. „Wir hatten uns vorher zusammengesetzt und Themen überlegt“, sagt Therese Olivier: „Manche der Bilder wären ohne die Kooperation wahrscheinlich gar nicht entstanden.“ Sei es das großformatige opulente Wimmelbild mit vielen Früchten von Therese Olivier oder die detailtreuen Aufnahmen eines Granatapfels oder einer Zwiebel von Lisa Lorenz. Bei allen Motiven dieser temporären Ausstellung im Betriebsgebäude lohnt es sich, mal etwas genauer hinzuschauen. Und das tun die Mitarbeiter tatsächlich.