Begonnen hat die Aachener Urlaubstesterin Katharina Gouders ihren Ausflugsreigen im Hinterland mit einem Besuch in Heiligenberg. Ihren letzten Urlaubstag verbringt sie nun erneut abseits des Sees. „Hier gibt es überall so schöne Ecken“, meint sie.

Bild: Bernhardt, Alexander

Zunächst macht sie sich daran, die Gemeinde Frickingen zu entdecken. Die drei Museen dort sind coronabedingt vorübergehend geschlossen. Dafür entdeckt sie einen Spazierweg durch den Ortskern mit schmucken Fachwerkhäusern, schön bepflanzten Vorgärten und einem offenen Dorfbach.

Schön bepflanzte Seitenstraßen laden in Frickingen zum Spazieren ein.
Schön bepflanzte Seitenstraßen laden in Frickingen zum Spazieren ein. | Bild: Martina Wolters

Bei einer Stippvisite in der Pfarrkirche Sankt Martin blättert sie im dort ausliegenden Fürbittbuch. „Es ist eine schöne Tradition, dass Menschen in solchen Büchern ihre Bitten an Gott oder ihre Erkenntnisse festhalten können“, findet die Seniorin. Manches lese sich wie ein Tagebucheintrag. An dem Spruch: „Gott ist überall – wir müssen ihn nur suchen“ bleibt sie hängen und nickt. Beim Heraustreten aus der Kirche verweilt sie noch kurz auf dem Kirchhof. Den empfindet die Urlauberin als „sehr schön gepflegt. In so einem kleinen Ort hat wahrscheinlich jeder ein Auge darauf“, vermutet die Städterin.

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Vom Dorfkern aus führt sie der rund 2,5 Kilometer lange Weg quer durch Wald und Flur zum Frickinger Naturatelier. „Das ist ja mal etwas ganz Besonderes“, sagt Gouders beim Betreten des für Besucher jederzeit offenen Geländes. Dass Schüler der Camphill- Schulgemeinschaften in Zusammenarbeit mit Künstlern die ehemalige Müllhalde zu solch einer Parkanlage umgestaltet haben, fasziniert sie.

Spiel- und Ruheplatz mit Ausblick bis hin zu den Alpen bietet das Frickinger Naturatelier.
Spiel- und Ruheplatz mit Ausblick bis hin zu den Alpen bietet das Frickinger Naturatelier. | Bild: Martina Wolters

Interessiert betrachtet sie die ausgestellten Kunstwerke, die Menschen mit und ohne Behinderung gestaltet haben. „Toll, wie hier aus Abfallprodukten Neues entsteht.“ In Anbetracht der kreativen Ausstellungsstücke meint Gouders, der Ort eigne sich perfekt auch für Familien mit Kindern. Eine aus Blechdosen gefertigte Rakete oder ein scheinbar allwissendes Auge, das über der Ateliermitte schwebt – jedes Exponat erzähle eine Geschichte.

Der Rückweg in den Ort lässt sich deutlich einfacher und schneller bewältigen als der Hinweg, da es bergab geht. Von Frickingens Ortsmitte zu Salems „Neuer Mitte“ ist es dann mit dem Auto nur ein Katzensprung. Die neu entstandene, große Wohnanlage an der Schlossseeallee nebst Rathausneubau bezeichnet Gouders als „bemerkenswert“.

Salems „Neue Mitte“ und insbesondere das imposante Rathaus findet die Aachenerin „bemerkenswert“.
Salems „Neue Mitte“ und insbesondere das imposante Rathaus findet die Aachenerin „bemerkenswert“. | Bild: Martina Wolters

„Gelungen“ findet der Feriengast die umgestaltete Schlossseeanlage. Sie eigne sich für jedermann.

Der Rundgang um den Salemer Schlosssee gefällt Gouders besonders „wegen der kleinen Ruheinseln und der herrlichen Ausblicke aufs Wasser“.
Der Rundgang um den Salemer Schlosssee gefällt Gouders besonders „wegen der kleinen Ruheinseln und der herrlichen Ausblicke aufs Wasser“. | Bild: Martina Wolters

Ihren letzten Urlaubstag lässt sie schließlich auf dem Schlossgelände ausklingen. Das von außen eher schlicht wirkende Münster beherbergt viele Schätze; all die Altäre und Figuren aus Gold und Alabaster im Kircheninneren ziehen Katharina Gouders in den Bann. „Es würde sich lohnen, eine Führung mitzumachen, um mehr über die Historie zu erfahren“, meint sie.

Die Schlossanlage wie das Münster sind für Katharina Gouders „immer wieder einen Besuch wert“.
Die Schlossanlage wie das Münster sind für Katharina Gouders „immer wieder einen Besuch wert“. | Bild: Martina Wolters

Ähnlich ergeht es ihr im ehemaligen Speisesaal der Zisterziensermönche, dem Betsaal. „Es wäre sicher interessant, mehr darüber zu hören, wie die Mönche hier einst gelebt, gebetet und gearbeitet haben“, sagt Gouders. Für ihren nächsten Bodensee-Urlaub plant sie daher schon jetzt, an einer Führung teilzunehmen.

Dass sie die Bodenseeregion erneut besuchen wird, steht für die fitte Seniorin nicht nur wegen ihrer hier lebenden Tochter außer Frage. „Die Region ist so schön und bietet so viel Abwechslung, dass ich gerne wiederkomme.“

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