Der Spielverderber in diesem Jahr heißt Covid-19. Wegen der Abstandsregeln fiel im vergangenen Schuljahr nicht nur ein Großteil des Präsenzunterrichts aus, auch Aufführungen, wie das in der Freien Waldorfschule obligatorische Theaterprojekt der Jahrgangsstufe 12, mussten abgesagt werden. Das wollten 22 Schüler so nicht hinnehmen und trafen sich in den letzten drei Ferienwochen mit Regisseur und Lehrer Daniel Mylow, um das Stück „Der Spielverderber oder das Erbe der Narren“ von Michael Ende einzustudieren.

„Gesellschaftliche Parabel von ungeahnter Aktualität“

In dem Stück geht es um das Erbe eines geheimnisvollen Wohltäters. Um es antreten zu können, müssten die im Testament Bedachten zusammenarbeiten, was ihre Gier verhindert. „Michael Endes Stück ist in diesen Tagen unserer scheinbar aus den Fugen der Normalität geratenen Welt eine gesellschaftliche Parabel von ungeahnter Aktualität“, schreibt Daniel Mylow in der Ankündigung. „Taumeln wir in eine Gesellschaft der Ichlinge oder entdecken wir menschliche Solidarität als Tugend wieder neu?“

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Schüler wollten kein „Corona-Stück“

Er berichtet, dass die Schüler vor allem kein „Corona-Stück“ aufführen wollten und sich schnell auf die Komödie von Michael Ende einigten. Die Proben der beiden Besetzungen fanden in der gespenstisch leeren Schule statt. „Theater in diesen Zeiten bedeutet auch immer, sich wieder ein Stück Normalität zurückzuerobern“, so Daniel Mylow.

470 Zuschauer pro Aufführung möglich

Die Veranstalter erarbeiteten ein Hygienekonzept. Die Anzahl der Zuschauer ist auf 470 pro Aufführung begrenzt. Normalerweise umfasst das Publikum bis zu 800 Personen. Schüler der Jahrgangsstufe 13 werden sich darum kümmern, dass an der Abendklasse die Abstandsregeln eingehalten werden, dazu herrscht Maskenpflicht im Saal. Es wird nicht gesungen und um Gedränge im Foyer zu vermeiden, verzichtet man auf eine Pause.

„Der Spielverderber oder das Erbe der Narren“ wird am Freitag und Samstag, 18. und 19. September, jeweils um 20 Uhr im Theatersaal der Freien Waldorfschule aufgeführt. Das Schauspiel dauert 130 Minuten, es wird keine Pause geben. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.

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