Lichterketten und Tannensterne verbreiten bereits Feststimmung am Überlinger Hafen, doch ein Symbol der Überlinger Weihnacht wird bald verschwunden sein: die Eisbahn am Landungsplatz – oder was von ihr bislang zu erahnen war.

Bild: Niederberger, Holger

Ursprünglich sollte das Glatteis Anfang November für Kufen-Freunde eröffnet werden. Doch der zweite Lockdown kam dem Veranstalter Reinhard Weigelt dazwischen. Er hatte gehofft, die Fläche unter Corona-Regeln vom 8. Dezember bis Ende Januar 2021 betreiben zu können. Doch nach der Bund-Länder-Konferenz am Mittwochabend und der Verlängerung des Lockdowns bis Januar, hat er nun die Bremse gezogen.

Laut Weigelt hätte sich der Eisstadl unter diesen Umständen finanziell nicht gelohnt. Nun werden die Bauzäune und der Schwerlastbodenplatten, die die 325 Quadratmeter große Eisbahn hätten tragen sollen, wieder abgebaut.

Reinhard A. Weigelt, Veranstalter der Überlinger Eisbahn: „Ich bin bin eher erleichtert als enttäuscht.“
Reinhard A. Weigelt, Veranstalter der Überlinger Eisbahn: „Ich bin bin eher erleichtert als enttäuscht.“ | Bild: Cian Hartung

Bis zuletzt Hoffnung auf Eröffnung

„Ich hab‘ bis zuletzt gehofft“, sagt Weigelt am Donnerstagmorgen am nebeligen Landungsplatz. „Doch ich wollte die Bestätigung über die Verlängerung des Lockdowns von offizieller Seite.“ Selbst eine Eröffnung zwischen dem 20. Dezember und Silvester hätte sich nicht gelohnt, meint er. „Wir haben immer eine wichtige Vorlaufzeit bis Weihnachten.“ Die Bahn erst kurz vor den Feiertagen zu eröffnen, hätte keinen Sinn gehabt. Auch eine Exklusivvermietung nur für eine kleine Gästegruppe hatte er ausgeschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren

Außerdem hatte er die Sorge, dass die Veranstaltung trotz Corona-Regeln für einen lokalen Infektions-Hotspot sorgen könnte. „Die Eisbahn ist bei den Überlingern sehr beliebt“, betont er, „ich hätte kein Lust gehabt, dass sich das Virus auf meiner Veranstaltung verbreitet hätte“. Daher sei er nach der Entscheidung sogar „eher erleichtert als enttäuscht“. Er gehe davon aus, dass sich viele junge Leute an der Eisbahn getroffen nicht an die Corona-Regeln gehalten hätten. „Sie können momentan ja nirgendwo anders hin.“

Solche Szenen wird es dieses Jahr nicht geben: Eine Musikgruppe auf dem Überlinger Eis im November 2019.
Solche Szenen wird es dieses Jahr nicht geben: Eine Musikgruppe auf dem Überlinger Eis im November 2019. | Bild: Kleinstück, Holger

Veranstalter geht von Rückkehr im Dezember 2021 aus – oder schon früher?

Zu dem finanziellen Verlust durch die Absage möchte sich Weigelt nicht äußern. „Ich habe den Kostenverlust noch gar nicht überblickt. Die Kohle läuft eh weg“, sagt er lediglich. Ihm bleibt im verlängerten Lockdown vorerst nur das Homeoffice. Seit März könne er zwar Projekte entwickeln, aber nicht mehr arbeiten, klagt er. Ob er mit der Eisbahn im Frühjahr einen weiteren Anlauf nehme, wollte er noch nicht versprechen. „Vielleicht nach Fasnacht“, meint er. Aber dass die Überlinger im Dezember 2021 wieder Kurven fahren und Pirouetten drehen können, davon geht er fest aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Vorerst sei für ihn aber wichtig, den Abbau der Fläche zügig über die Bühne zu bringen. „Weg mit den Platten und Kosten sparen“, sagt er. Rund zehn Leute bauen in diesen Tagen die Holzkonstruktion ab, ein Teleskoplader steht für den Abtransport der schweren Platten am Landungsplatz bereit. „In zwei Tagen sind wir hier weg“, sagt Weigelt.