Qualifizierte Sterbebegleitung bietet die Hospizgruppe Überlingen bereits seit vielen Jahren an und leisten dabei sowohl den Sterbenden als auch deren Angehörigen emotionalen Beistand. Eine neue Initiative hat sich im Frühjahr mit dem ausgebildeten ehrenamtlichen Trauerteam formiert, das nach einem Todesfall Ansprechpartner für die Hinterbliebenen sein will.

„Oft ziehen sich die Trauernden zurück und geraten in eine soziale Isolation“, sagt Uta Kühnemuth, die hauptamtliche Koordinatorin bei der Hospizgruppe ist und sich auch in dem derzeit fünfköpfigen neuen Trauerteam engagiert. Aus dieser Isolation will das Team den Trauernden heraushelfen und dazu ganz individuelle Wege anbieten. Mit dabei ist auch Christiane Gauger, die aus eigener persönlicher Betroffenheit ebenfalls einen Impuls zur Etablierung dieser Gruppe gegeben hat. Dem Team gehören auch Marie-Luise Brehm, Yvonne Hübner und Ilse Erzigkeit an. Alle haben sich in einer Weiterbildung für diese Trauerbegleitung qualifiziert.

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Im Oktober will das Team die Arbeit aufnehmen und auf Wunsch in einem geschützten Umfeld Einzelbegleitungen oder Gruppen anbieten. Den Auftakt bildet am Donnerstag, 6. Oktober ein Trauercafé Seeklang als bewusst niederschwelliges Angebot, bei dem Trauernde mit dem neuen Team Kontakt aufnehmen können. Allerdings sollten sich Interessierte im Vorfeld im Büro der Hospizgruppe anmelden.

„Die schweren Wege nicht alleine gehen“, hat die Initiative ihren Leitgedanken formuliert und will „der Trauer Raum geben“. Das Trauercafé soll Gelegenheit bieten, Atem zu holen, Kraft zu schöpfen und sich mit anderen auszutauschen. „Willkommen sind alle Nationalitäten und Konfessionen“, betont Uta Kühnemuth. Stattfinden soll es nach dem Start jeden ersten Donnerstag im Monat im evangelischen Pfarramt in der Grabenstraße 2.

Gelegenheit, über den Verlust zu sprechen – oder auch nicht

„Das Trauercafé soll sein für alle, die einen geliebten Menschen verloren haben,“ sagt Kühnemuth, „sei es Partner oder Partnerin, ein anderes geliebtes Familienmitglied, eine Freundin oder einen Freund.“ Die Begegnung mit anderen, die in einer ähnlichen Situation sind, biete die Gelegenheit, über den Verlust zu sprechen oder auch nicht. Ohne sich erklären zu müssen. „Denn Trauer kennt keine Zeit“, betont Uta Kühnemuth. Der Verlust eines Menschen könne schmerzen, unabhängig davon, wie lange dieser zurückliegt. Wichtig für das Umfeld sei es, die jeweilige Gemütslage der Trauernden zu respektieren, ohne diese zu werten. Auch gut gemeinte Ratschläge sollten sich Mitmenschen verkneifen, Zurückweisungen nicht persönlich nehmen.

Trauercafé Seeklang am 6. Oktober von 16 bis 18 Uhr in der Grabenstraße 2. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 0 75 51/6 08 63 oder 01 62/3 62 94 08