Die Stabübergabe fand schon zu Beginn des neuen Jahres statt: Stephan Stitzenberger übernahm die Leitung des Polizeireviers Überlingen, Günter Hornstein trat seinen Ruhestand an. Jetzt fanden Verabschiedung und Amtseinführung in einem Festakt ihre offizielle Form. Coronabedingt wurde dieser Akt in den Herbst verschoben.

Lob vom obersten Chef

Axel Drexler, Leiter der Schutzpolizeidirektion im Präsidium Ravensburg, kennt Hornstein als Kollegen seit mehreren Jahrzehnten. Er würdigte ihn als einen kommunikativen, zuverlässigen und für Argumente offenen Polizeibeamten, der das Revier Überlingen mustergültig geführt und repräsentiert habe. Polizeipräsident Uwe Stürmer sagte, dass er im Revier gespürt habe, „dass man Günter Hornstein ungern ziehen lässt“. Er habe als Vorgesetzter seinen Kolleginnen und Kollegen gegenüber große Wertschätzung entgegengebracht.

Günter Hornstein, Jahrgang 1958, fing als 17-Jähriger beim Bundesgrenzschutz an. Seit 1978, also 42 Jahre lang, arbeitete er bei der Landespolizei. Sein Dienstgrad lautet Erster Polizeihauptkommissar. Ende Januar ging er in Ruhestand.
Günter Hornstein, Jahrgang 1958, fing als 17-Jähriger beim Bundesgrenzschutz an. Seit 1978, also 42 Jahre lang, arbeitete er bei der Landespolizei. Sein Dienstgrad lautet Erster Polizeihauptkommissar. Ende Januar ging er in Ruhestand. | Bild: Hilser, Stefan

Seit 42 Jahren bei der Landespolizei

Hornstein war 42 Jahre lang für die Landespolizei im Einsatz, seine Karriere startete in seiner Heimatstadt Überlingen, wo er sie auch beschloss. Hornstein ist nicht nur als Polizist bekannt und geschätzt, sondern in der Öffentlichkeit auch durch seine zahlreichen Ehrenämter in Sport und Kommunalpolitik. Oberbürgermeister Jan Zeitler hob hervor, dass sich Hornstein „für die Stadt als Ganzes“ einsetzt. In der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik, Polizei und den anderen Gruppen der Blaulichtfamilie (DRK, Feuerwehr, THW) sei jemand wie Hornstein sehr wertvoll, weil er neue Perspektiven und Sichtweisen aufzeige.

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An Stephan Stitzenberger gerichtet, sagte Zeitler: „Sie übernehmen ein wertvolles Revier.“ Polizeipräsident Stürmer: „Wir wissen das Revier bei Ihnen in guten Händen.“ Hier werde verlässlich gute Arbeit geleistet, sagte Stürmer. Mit dem stellvertretenden Revierleiter Andreas Rieß gebe es „ein verlässliches Führungsduo“. Stitzenberger habe er als „den Menschen zugewandt“ kennengelernt, „kommunikativ, wertschätzend und freundlich“. Stürmer: „Sie sind ein Glücksfall für Überlingen.“

Polizeipräsident Uwe Stürmer an Revierleiter Stitzenberger gerichtet: „Wir wissen das Revier bei Ihnen in guten Händen.“
Polizeipräsident Uwe Stürmer an Revierleiter Stitzenberger gerichtet: „Wir wissen das Revier bei Ihnen in guten Händen.“ | Bild: Hilser, Stefan

Seine Zeit beim Bundesgrenzschutz mitgerechnet, kommt Hornstein auf 45 Dienstjahre. Er nehme die Würdigung seiner Person „bewegt und gerührt“ entgegen, sagte er. Er sei dankbar für Vorgesetzte, die ihm stets vertrauten. Als „großen Glücksfall“ habe er stets die Kollegen erlebt, „wenn es privat und dienstlich mal nicht so lief, haben sie mich aufgefangen“.

Polizeirat Stephan Stitzenberger: Nach dem Abschluss des Masterstudiengangs an der Deutschen Hochschule für Polizei wechselte Stitzenberger in den höheren Polizeivollzugsdienst und wurde am 1. Oktober 2020 zum Polizeipräsidium Ravensburg versetzt.
Polizeirat Stephan Stitzenberger: Nach dem Abschluss des Masterstudiengangs an der Deutschen Hochschule für Polizei wechselte Stitzenberger in den höheren Polizeivollzugsdienst und wurde am 1. Oktober 2020 zum Polizeipräsidium Ravensburg versetzt. | Bild: Hilser, Stefan

„Ich bin angekommen“, sagte Stitzenberger. Überlingen empfinde er als „Schicksal und Fügung“, und einen Kollegen zitierend: „Überlingen ist fast zu schön.“ Damit ist nicht nur das Reviergebäude mit Seeblick gemeint. Nach Abschluss seines Studiums in Münster, als es darum ging, wer die Revierleitung in Überlingen übernehmen dürfe, habe es dort geheißen, dass es hier um das zweitschönste Revier Deutschlands gehe. Schöner sei nur die Polizeiwache auf Sylt.

In der Stadtverwaltung von Überlingen erkenne er einen wichtigen „Behördenpartner“. An OB Zeitler und die Vertreter des Ordnungsamts gewandt, sagte er: „Wir teilen die gleichen Werte und Ziele.“ In seinem Führungsstil lasse er sich von Vertrauen in die Kollegen leiten. Der Bevölkerung versprach Stitzenberger, dass sie als Polizei „ansprechbar, nahbar und sichtbar“ seien.