Angesichts der schwierigen Situation durch die Corona-Auflagen möchte Überlingen den Einsatz von Heizpilzen für die Gastronomie wieder erlauben. Diese sogenannten „Heater“ waren in den meisten Kommunen bereits vor Jahren verboten worden, da sie oftmals mit Gas betrieben werden und daher als umweltschädlich und gefährlich eingestuft werden.

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Andreas Liebich vom „Johanniter-Kreuz“ in Andelshofen spricht als Ortsvorsitzender der Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband): „Ich selbst brauche die Pilze hier nicht, finde es aber für meine Kollegen richtig, dass sie jetzt erlaubt sind. Wir haben alle sehr schwere Zeiten durchzustehen, und da kann die Genehmigung seitens der Stadt nur helfen. Es gibt natürlich auch umweltschonendere Alternativen, aber in diesem Ausnahmefall ist das für mich absolut in Ordnung.“

Viele nutzen Infrarot- oder Elektro-Heizstrahler

Michael Jeckel, der vor seiner Kneipe „Galgenhölzle“ am Wochenende zahlreiche Gäste im Freien bewirtet, pflichtet Liebich bei und begrüßt die Genehmigung der Satdt: „Hier muss man doch pragmatisch und nicht ideologisch reagieren, insofern finde ich die Genehmigung gut. Die Leute wollen ganz einfach draußen sein. Wir machen das elektrisch, das ist selbstverständlich umweltschonender, aber für die Kollegen, die das nicht können, ist die Erlaubnis gut. Es stehen doch dann keine 300 Heizpilze hier herum, man muss die Sache mit dem Umweltschutz relativieren.“

Für die Greth sagt Pino Arena: „Ich brauch‘s nicht, wir haben Infrarot und Zelte. Heizpilze sind bei uns nicht erwünscht, sie sind gefährlich und stinken.“

In Konstanz verboten, in Überlingen erlaubt: Es herrscht Uneinigkeit bei den Verantwortlichen der Kommunen. Immerhin stößt ein Heizpilz rund vier Kilogramm Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Stunde aus, und gilt daher als stark umweltbelastend.

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Für ihre Gäste hat Elke Renker vom gleichnamigen Weinhaus eine, wie sie sagt, „elegante“ Lösung gefunden. Spezielle Elektrolampen verströmen eine heimelige Atmosphäre und spenden Wärme.

Gäste bevorzugen es, draußen zu sitzen

„Wir fühlen uns damit rundum wohl, wenn die Dinger jetzt noch bräunen würden, gingen wir hier gar nicht mehr weg“, sagt Angela Ballweg. Mit ihrer Freundin Marianne Eicher ist sie seit einem halben Jahr zum ersten Mal wieder im „Renker„, beide Frauen sind froh, draußen sitzen zu können. „Wir sind Risikogruppe und fühlen uns einfach an der frischen Luft viel wohler. Wenn in einem Lokal zu viele Menschen sind oder wir nicht ganz viel Platz haben, dann gehen wir da auch nicht rein“, ergänzt Ballweg.

Erlaubnis als Zugeständnis an die Gastronomie

Heizpilze könnten in dieser Ausnahmesituation in der Pandemie das Infektionsrisiko verringern, ist sich der Hauptgeschäftsfüherer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sicher. Die Überlinger Verwaltung möchte jetzt, so die Begründung, mit diesem Schritt ein Zugeständnis an die Gastronomen machen.