Eine zusätzliche Erklärung zu einigen Themen im Bericht „Eltern sorgen sich um radelnde Kinder“ lieferte jetzt die Stadt Überlingen. In dem Artikel hatte Prisca Resch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ganz besonders die gefährliche Situation für Kinder auf dem Rad in Überlingen kritisiert. Resch hatte auch die Fahrrad-Demo „Kidical-Mass – Kinder aufs Rad“ am 18. September organisiert.

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Dass das Radwegekonzept für Überlingen aus dem Jahre 2015, damals von der Stadtverwaltung Überlingen in Auftrag gegeben, immer noch keine Umsetzung gefunden hätte, beanstandeten Prisca Resch und Bernhard Glatthaar, der Kreisvorsitzende des ADFC. Dazu stellt die Stadt jetzt klar: „Das Radverkehrskonzept beinhaltet 47 Maßnahmen, wovon 19 vollständig umgesetzt wurden.“ Aufgrund diverser Nutzungsansprüche und rechtlicher Bedenken hätte die Umsetzung von elf weiteren Planungen bisher nicht erfolgen können. Weiterhin stellt die Stadt fest, dass 17 Maßnahmen sich in Planung befänden. Die Verwaltung sieht die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes dennoch weiter vorangebracht.

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Prisca Resch nennt die Geschwindigkeit der Umsetzung viel zu langsam, wie sie dem SÜDKURIER sagte. Resch weiter dazu: „Wenn es Bedeutung hätte, wäre alles schon lange umgesetzt.“ Die Stadt Überlingen war im Fahrrad-Klimatest 2020 wieder einmal auf dem letzten Platz vergleichbarer Städte gelandet. Am Klimatest beteiligen sich in Überlingen 105 Radfahrer, die nicht zwangsweise im ADFC Mitglied sein müssen. Prisca Resch, Mutter von zwei Kindern, bemängelte zudem die laut ihrer Meinung sehr gefährliche Situation vor und in den Kreisverkehren. Vor den Kreisverkehren würden die Fahrradschutzstreifen abrupt enden, so Resch und damit für alle Radfahrer aber im Besonderen für Kinder eine Gefahrensituation entstehen.

Stadt: Keine Möglichkeit Rad- und Autoverkehr zu trennen

Der Fahrradverkehr in den Kreisverkehren wurde auf Grundlage der Richtlinien für den innerstädtischen Radverkehr gestaltet, erklärt dazu die Stadt. Eine Weiterführung der Schutzstreifen innerhalb der Kreisverkehre wäre leider nicht zulässig. Für eine getrennte Führung von Auto- und Radverkehr sieht die Stadtverwaltung aufgrund der geringen Platzverhältnisse keine Möglichkeit.

Thema der Rad-Demo: Sind radfahrende Kinder und Jugendliche in Überlingen sicher?
Thema der Rad-Demo: Sind radfahrende Kinder und Jugendliche in Überlingen sicher? | Bild: Archiv

Ein weiterer Kritikpunkt des ADFC war der Umstand fehlender Radwege zwischen den Teilorten, den Resch als unzeitgemäß in Zeiten des Klimawandels bezeichnete. Die Stadt betont jetzt dazu: „Das Fahrradverkehrsnetz zwischen den Teilorten und der Kernstadt ist zu großen Teilen ausgebaut.“ Als Beispiele werden Bambergen, Deisendorf, Lippertsreute und Nußdorf genannt. Bonndorf, Nesselwangen und Hödingen seien zum Beispiel auf wenig befahrenen Straßen zu erreichen. Dazu Prisca Resch: „Leider ist das Tempo der dort fahrenden Autos sehr hoch, ein Radfahrer wird regelrecht eingezwängt, wenn überholt wird“. Die Stadt betont ausdrücklich, dass man seitens der Verwaltung für die Belange der Radfahrer größtes Verständnis aufbringe.