Was am Aufkircher Tor als roter Radlerschutzstreifen vielversprechend beginnt, endet auf dem Weg bergauf abrupt. Just da, wo der Verkehr in der Aufkircher Straße wieder zweispurig und es damit enger wird. Erschwerend kommt hinzu, dass die Stadt hier auf der Fahrbahn vor einigen Jahren mehrere kostenlose Kurzzeitparkplätze ausgewiesen hat. Nach eigenen unangenehmen Erfahrungen als Radler hatte Stadtrat Jörg Bohm (CDU) eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet, ob eine Fortsetzung des Schutzstreifens möglich wäre.

Köberlein: „Schutzstreifen und Parkplätze schließen sich praktisch aus“

„Wir haben das mit der Abteilung Tiefbau und der unteren Verkehrsbehörde inzwischen näher betrachtet“, erklärte Baubürgermeister Matthias Längin, „und sind zu einem Ergebnis gekommen.“ Im Grunde sei dies möglich, berichtete Helmut Köberlein in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Technik und Verkehr. Der Schutzstreifen müsse jedoch mindestens 1,50 Meter breit sein. Dadurch würden neun Parkplätze auf der Straße wegfallen. „Schutzstreifen und Parkplätze schließen sich praktisch aus“, betonte Köberlein. Allerdings liege der Verwaltung sogar ein Antrag vor, diese Stellplätze nur für Anwohner auszuweisen. „Wir sehen die Aufhebung der Parkplätze daher im Moment äußerst kritisch“, betonte daher Längin und verwies auf mögliche „Interessenkollisionen“.

Für eine Fortsetzung des Streifens müssten die kostenfreien Parkplätze auf der Fahrbahn der Aufkircher Straße weichen.
Für eine Fortsetzung des Streifens müssten die kostenfreien Parkplätze auf der Fahrbahn der Aufkircher Straße weichen. | Bild: Hanspeter Walter

Es gebe einen dringenden Bedarf für die Kurzzeitparkplätze an dieser Stelle, hielt Stadtrat Jörg Bohm entgegen: „Die Straße ist voll und der bewirtschaftete Parkplatz weiter unten ist oft leer.“ Schon gar nicht gebe es aus seiner Sicht eine Veranlassung, hier Anwohnerparkplätze auf einer öffentlichen Straße anzulegen. Die Wohngebäude hier hätten schließlich schon länger Bestand. „Natürlich ist das nicht sehr populär, die Parkplätze hier wegzunehmen“, erklärte Bohm: „Doch so werden wir keinen Schritt weiter kommen.“ Radfahren sei längst mehr als ein Breitensport, sagte der Stadtrat, „und völlig normal“. Dieser Perspektive müsse man auch Rechnung tragen.

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„Der Radverkehr muss hier Vorrang haben“, pflichtete Gemeinderatskollegin Bernadette Siemensmeyer (LBU/Grüne) bei und regte als neue Lösung an, auf dem bewirtschafteten Parkplatz einige kostenlose Kurzzeitparkplätze auszuweisen für Menschen, die in der Aufkircher Straße einkauften. Eine Lanze für die Kurzparker auf der Straße brach Kristin Müller-Hausser (BÜB+). „Wir sollten die Parkplätze belassen“, sagte sie und glaubte zu wissen, weshalb: „Hier steht nie einer den ganzen Tag.“