Wenn Maria Bellon an ihre Kindheit zurückdenkt, dann denkt sie an die Seegfrörne. Mit gerade einmal vier Jahren war sie mit ihrem Bruder und ihrem Papa auf dem zugefrorenen See unterwegs. „Es war ein ganz besonderes Erlebnis, das mir immer in Erinnerung bleibt“, erzählt die nun 63-Jährige.

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Maria Bellon denkt aber auch an die Tanzabende im Schäpfle in ihrer Jugendzeit – und an die Überlinger Altstadt, die damals noch „den Überlingern gehörte“, wie sie sagt. Tourismus gab es kaum, anders als heute. „Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert“, sagt Bellon. Aus einer altmodischen, etwas konservativen Stadt mit Charme sei im Laufe der Zeit eine Touristenstadt geworden.

Überlingen ist Maria Bellons Lieblingsstadt. Etwa vier bis fünf Mal im Jahr besucht sie die Stadt am Bodensee.
Überlingen ist Maria Bellons Lieblingsstadt. Etwa vier bis fünf Mal im Jahr besucht sie die Stadt am Bodensee. | Bild: Privat

In Stockach aufgewachsen, verbrachte Bellon die meiste Zeit ihrer Kindheit und Jugend in Überlingen. „Es war die Stadt für uns. Wann immer es ging, sind wir mit dem Fahrrad dorthin geradelt oder später mit dem Auto hingefahren.“ Im Tanzlokal Schäpfle, das heute ein Hotel und Restaurant ist, verbrachte sie viele Abende mit ihrer Clique. „Das Lokal war das non plus ultra. Wir sind so oft darin versumpft. Es war edel und es war einfach typisch Überlingen„, schwelgt die 63-Jährige in Erinnerungen.

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Bellon erinnert sich auch an den großen Parkplatz auf der Hofstatt. Dort habe es immer einen freien Platz gegeben – außer am Markttag, an dem die Hofstatt für Autofahrer gesperrt war. „Es ist kaum vorstellbar, dass wir heute in Überlingen nur noch außerhalb der Innenstadt bezahlbare Parkplätze haben“, findet sie.

Maria Bellon: „Mein Herz schlägt für den Bodensee„

Denn obwohl Maria Bellon schon lange nicht mehr bei Überlingen lebt, kommt sie ihre Lieblingsstadt oft besuchen. „Mein Herz schlägt für den Bodensee. Etwa vier bis fünf Mal im Jahr fahre ich mit meinen Mann an den See. Und auch, wenn wir oft nicht direkt in Überlingen unterkommen, besuchen wir die Stadt jedes Mal“, sagt sie.

Bellons erster Halt bei jedem Besuch: das Bücherregal in der Grabenstraße/Ecke Kurgarten. Mit einer Tasche voll mir Büchern, die Bellon von zu Hause mitgebracht hat, verweilt sie an dem Regal und tauscht ihre Exemplare gegen neue Bücher ein. „Ich finde, das ist etwas Tolles. Es gibt immer eine super Auswahl. So etwas gab es früher natürlich noch nicht.“ Nach dem Stopp am Bücherregal geht es für Bellon am See entlang und direkt zur Eisdiele. „Dann laufen wir Richtung Mantelhafen, bis zur Liebesinsel und durch die Stadt wieder zurück“, erzählt sie.

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Auch die Fasnet ist für Maria Bellon immer ein Anlass, um Überlingen zu besuchen. Am liebsten ist die 63-Jährige beim traditionellen Hänselejuck am Fasnetssamstag dabei. „Wenn es geht, schlafen wir an dem Abend in der Stadt, dann macht es erst richtig Spaß“, sagt sie und schmunzelt. Sie nennt den Hänselejuck ein „einzigartiges“ Erlebnis. „Es ist Fasnet wie ich sie kenne und liebe.“

Claudia Krause-Weber: „Heimat wird immer Heimat bleiben“

Auch Claudia Krause-Weber erzählt von den närrischen Tagen, wenn sie über ihre Erinnerungen an Überlingen spricht. Die 55-Jährige hat ihre Kindheit und Jugendzeit in der Stadt am Bodensee verbracht, ist vor einiger Zeit aber ausgewandert. Seit 2011 lebt Krause-Weber mit ihrem Lebensgefährten in Paraguay, einem Land in Südamerika.

Claudia Krause-Weber mit ihrem Lebensgefährten Emil Wocher auf einem Markt in Paraguay. Die beiden sind im Jahr 2011 ausgewandert und leben seitdem in Südamerika.
Claudia Krause-Weber mit ihrem Lebensgefährten Emil Wocher auf einem Markt in Paraguay. Die beiden sind im Jahr 2011 ausgewandert und leben seitdem in Südamerika. | Bild: Privat

„Mich hat es schon immer weggezogen“, erzählt sie. „Wir haben viele Auswanderer bei uns in der Familie.“ Nur Krause-Webers Mutter wohnt noch immer im Überlinger Teilort Deisendorf – und Tochter Sarah ist vor einiger Zeit wegen ihrem Studium nach Deutschland gezogen.

Claudia Krause-Weber bereit für die Fasnet: Für die Jugendliche war die fünfte Jahreszeit in Überlingen stets eine Gaudi.
Claudia Krause-Weber bereit für die Fasnet: Für die Jugendliche war die fünfte Jahreszeit in Überlingen stets eine Gaudi. | Bild: Privat

An die Zeit am Bodensee denkt Claudia Krause-Weber auch aus weiter Entfernung gerne zurück. „Heimat wird immer Heimat bleiben“, sagt sie und schmunzelt. Besonders gerne erinnert sich die 55-Jährige an ihre Jugend. Sie erzählt von der Überlinger Kneipenszene – von Abende in der Pilsbar beim Hänselebrunnen und im Galgenhölzle, das es damals bereits gab. „Ich hatte eine schöne Jugendzeit. Für junge Leute wie uns war es damals einfach schön in Überlingen.“

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Auch an die Menschen in der Stadt am Bodensee denkt Claudia Weber-Krause gerne zurück. Ihr habe die Offenheit der Überlinger stets gefallen. „Die Leute gehen aufeinander zu. Das gibt es nicht überall, für mich ist es etwas besonders“, sagt sie.

Claudia Krause-Weber neben ihrem Auto in Paraguay.
Claudia Krause-Weber neben ihrem Auto in Paraguay. | Bild: Privat

Vor zwei Jahren war Krause-Weber zuletzt zu Besuch in Überlingen. Dabei nahm sie auch einige Veränderungen der Stadt wahr. So habe beispielsweise der Verkehr zugenommen, die Innenstadt dagegen sei nicht mehr so lebendig wie früher. „Einige Geschäfte, die früher sehr schön waren, stehen jetzt leer. Das ist schade“, findet die ehemalige Überlingerin.

Eine Leidenschaft der Überlingerin Claudia Krause-Weber waren in der Jugend die Pferde und Ponys in Überlingen-Rengoldshausen.
Eine Leidenschaft der Überlingerin Claudia Krause-Weber waren in der Jugend die Pferde und Ponys in Überlingen-Rengoldshausen. | Bild: Privat

Wann die 55-Jährige das nächste Mal an den Bodensee kommt, weiß sie noch nicht. Sicher ist aber: Als erstes geht es dann zum Bauernmarkt am Münster. Dort verkaufte sie früher Honig und Marmelade. „Und danach hole ich mir einen richtig leckeren Döner. Den gibt es bei uns in Paraguay nämlich nicht“, sagt sie lachend.

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Gerda Wolff-Geiger: „Ich wohne in Tübingen, aber in Überlingen bin ich zuhause“

Für Gerda Wolff-Geiger ist Überlingen das Zuhause, das sie lange Zeit nicht hatte. Denn in ihrer Kindheit und Jugendzeit ist die gebürtige Überlingerin häufig umgezogen – wegen des Berufs ihres Vaters. Weil Wolff-Geiger ihre ersten fünf Lebensjahre in Überlingen lebte, hat sie die Stadt als ihre Heimat in Erinnerung. „Ich wohne zwar schon lange in Tübingen, aber in Überlingen bin ich zuhause“, sagt die 71-Jährige lächelnd.

Kaum ein Jahr ist seit ihrer Kindheit vergangen, in dem Wolff-Geiger ihrer „Herzensstadt“ nicht besucht hat. Die Stadt am Bodensee sei seit jeher das Urlaubsziel Nummer eins für die Rentnerin. „Mindestens eine Woche im Jahr verbringe ich mit meinem Mann in Überlingen. Manchmal kommt meine Tochter auch mit“, erzählt Wolff-Geiger.

Gerda Wolff-Geiger beim Schwimmen im Bodensee. Jedes Jahr macht sie mit ihrem Mann in oder bei Überlingen Urlaub.
Gerda Wolff-Geiger beim Schwimmen im Bodensee. Jedes Jahr macht sie mit ihrem Mann in oder bei Überlingen Urlaub. | Bild: Privat

Eigentlich hatte die 71-Jährige auch für die närrische Hochzeit um den Schmotzigen Donnerstag dieses Jahr einen Besuch in Überlingen geplant. Doch wegen Corona fiel sowohl die Fasnet als auch der Urlaubsplan der Rentnerin flach. Und das bedauere Wolff-Geiger sehr, denn die närrische Zeit sei für sie etwas Besonderes. „Ich glaube, ich kann es kaum in Worte fassen. Als Kind habe ich die Hänsele aus einer Kombination zwischen Angst und Faszination wahrgenommen. Heute finde ich den Hänselejuck unfassbar schön“, sagt Wolff-Geiger.

71-Jährige besucht in Überlingen gerne das städtische Museum

Wenn nicht gerade Fasnet ist, dann besucht die 71-Jährige bei ihrem Aufenthalt in Überlingen gerne das städtische Museum. Bereits in ihrer Kindheit und Jugendzeit sei Wolff-Geiger regelmäßig im Museum gewesen. „Dort ist es einfach schön. Der Ausblick auf der Terrasse dort ist wundervoll. Für mich ist es der wohl schönste Ort am Bodensee.“

Ist Gerda Wolff-Geiger gerade nicht in Überlingen, dann leidet sie unter Heimweh. „Ich kann es kaum erwarten, dass die Corona-Zahlen endlich besser werden und ich wieder Urlaub in meiner Lieblingsstadt machen kann“, sagt die 71-Jährige voller Vorfreude.

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