Im Leistungskurs Gemeinschaftskunde am Gymnasium steht heute angewandte Demokratie auf dem Stundenplan. Lehrer Jochen Staudacher hat mit seinen Schülern die Organisation der Wahlen zum Jugendgemeinderat an der Schule übernommen. Damit alle Abstand halten können, bauten die Schüler der Kursstufe 2 die Wahlkabinen in der Turnhalle auf. Auch vor dem Tisch mit der Wahlurne und dem Wählerverzeichnis ist viel Raum. „Wir haben einen detaillierten Plan erstellt, sodass die Schüler getaktet und mit Abstand in die Halle kommen“, erklärt Jochen Staudacher.

Jugend-App und Schwarzes Brett für Informationen

Die 17-jährige Saskia gehört zu den ersten, die ihre Stimme abgeben. „Es ist gut und wichtig, dass es einen Jugendgemeinderat gibt“, sagt sie. Allerdings wünscht sie sich mehr Außenwirksamkeit für das Gremium und hofft, dass sich dies mit der Jugend-App ändern wird. Jochen Staudacher schlägt als analoge Ergänzung Tafeln oder Schwarze Bretter in den Schulen vor, die der Jugendgemeinderat nutzen könnte, um die Jugendlichen mit Informationen zu versorgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Alle 16 Kandidaten präsentieren sich mit Video im Internet

Immer mehr Schüler kommen in die Halle, zeigen ihren Ausweis oder die Wahlbenachrichtigung vor und ziehen sich mit den Stimmzetteln in die Wahlkabinen zurück. Bei einigen geht das Ankreuzen ganz schnell, andere scheinen noch unentschlossen zu sein, wen sie wählen sollen. Vorab konnten sich die Jugendlichen im Internet informieren, wo sich alle 16 Kandidaten mit kleinen Videos präsentierten und ihre Ziele vorstellten.

Leistungskurs besprach Thema Wahlen auch anhand den USA intensiv

Das sei eine gute und nützliche Informationsquelle für sie gewesen, ist sich das Team der Wahlhelfer einig. Die 17-jährige Cosima berichtet, dass sich einige Achtklässlerinnen in Videokonferenzen über die Kandidaten ausgetauscht hätten. Der Leistungskurs hat das Thema Wahlen in den vergangenen Wochen intensiv besprochen und die Präsidentenwahl in den USA verfolgt. „Ich bin dankbar, dass wir kein Zwei-Parteien-System wie in Amerika haben, wo sich die politischen Gegner feindlich gegenüberstehen“, betont Cosima. In Deutschland müssten meist Koalitionen gebildet werden, das sei ohne Dialog nicht möglich.