Amrei Isenberg ist auf den Rollstuhl angewiesen. Am 28. März wurde die Frau aus Überlingen rücksichtslos von einem Busfahrer abserviert. Sie schildert den Fall, wie sie betont, weil sie will, „dass es niemandem wieder passiert“.

Akku des Rollstuhls neigt sich dem Ende

Isenberg beschreibt, wie sie gegen 19 Uhr im Bereich Maurach an einer Bushaltestelle die Linie 7395 zum Landungsplatz nehmen wollte. „Ich erreichte den Bus nicht schnell genug an der Haltestelle. Er fuhr, da kein Wartender dort stand, direkt weiter. Da nun die Schranke runterging, musste er halten. Ich rollte schnell zum Busfahrerfenster und bat ihn, mich doch bitte mitzunehmen, da mein Akku gleich leer sei. Er sagte: ‚Ich bin aber an der Bushaltestelle vorbei‘, schloss das Fenster und fuhr davon. Das ist entwürdigend, so kalt eine Hilfe abzulehnen. Was mag nur in einem Menschen vorgehen, der so weiterfährt, und das in dieser Zeit des sich und seinen Mitmenschen bewusst werdens?“

Bahn-Sprecherin entschuldigt sich

Isenberg schützt andere, indem sie sich an die Öffentlichkeit wandte. Zumindest wird der betreffende Busfahrer sein Verhalten überdenken, nachdem die Bahn AG vom SÜDKURIER aus mit dem Fall konfrontiert wurde. „Wir bedauern den Vorfall zutiefst und möchten uns bei der Kundin entschuldigen“, antwortete eine Bahn-Sprecherin. „Zur Vermeidung weiterer Vorfälle werden wir mit dem Busfahrer ein Gespräch führen und ihn im Hinblick auf seine Kundenorientierung sensibilisieren.“