Das Land Baden-Württemberg hatte über sein Ministerium für Soziales und Integration für vergangenen Mittwoch und Donnerstag Kontrollen zur Einhaltung von Corona-Quarantäne angeordnet, die die Stadt Überlingen als zuständige Ortspolizeibehörde umsetzen musste. Das Rathaus hatte die Aktion im Vorfeld auch über diese Zeitung angekündigt. Die präventive Überwachung, das heißt, ob Betroffenen sich tatsächlich in den eigenen vier Wänden aufhalten, ist originäre Aufgabe der Ortspolizeibehörden. Aufgrund des hohen personellen und zeitlichen Aufwands erfolgen die Kontrollen der Einhaltung der Quarantäne in der Regel stichprobenartig und überwiegend telefonisch.

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Hierbei sollten möglichst alle Quarantäneverpflichtungen überprüft werden, wobei der Schwerpunkt auf Infizierte und enge Kontaktpersonen gelegt wurde. Die landesweite Schwerpunktaktion am 21. und 22. Oktober sollte die Bevölkerung sensibilisieren, die Quarantäneanordnung zu beachten und gleichzeitig deutlich machen, dass ein Verstoß gegen diese Anordnung ein Bußgeld zur Folge hat und gegebenenfalls sogar eine Strafanzeige nach sich ziehen könne, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

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Kontrolliert wurden insbesondere zwei Personengruppen: Erstens Infizierte und enge Kontaktpersonen mit einer Quarantäneanordnung nach Paragraf 30 des Infektionsschutzgesetzes bei SARS-CoV-2 sowie zweitens Reiserückkehrer, die der Quarantäneverpflichtung auf Grundlage der Anordnungen des Bundes betreffend den Reiseverkehr nach Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite unterliegen.

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Die Ortspolizeibehörde Überlingen hat 34 Personen aus 29 Haushalten überprüft. Davon habe man 14 Personen aus zwölf Haushalten telefonisch erreicht und 20 Personen aus 17 Haushalten wurden vor Ort kontrolliert. Die Kontrolle, so steht es in einer Presseinformation, seien durchweg gut aufgenommen worden und es sei zu keinen Beschwerden gekommen. Und das Wichtigste: Verstöße seien nicht festgestellt worden.

Doch macht eine telefonische Kontrolle überhaupt Sinn? Viele Menschen haben keinen Festnetzanschluss mehr, sondern nur noch ein Handy. Wie soll da das Rathaus feststellen, ob jemand Zuhause ist und sich an die Quarantänepflicht hält oder nicht? Das weiß man natürlich auch bei der Stadt. Sie schreibt in diesem Zusammenhang: „Ausschlaggebend für eine eventuelle persönliche Überprüfung ist das Telefongespräch. Sollten die Ausführungen der Angerufenen Zweifel wecken oder ist im Hintergrund zu hören, dass sich die Person an einem öffentlichen Ort befindet, kann die Ortspolizeibehörde eine Überprüfung vor Ort in Erwägung ziehen.“ Eine hundertprozentige Überprüfung aller Quarantänepflichtigen sei jedoch nicht leistbar.

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