Vier lange Tage hat das Trio mit Organisator Markus Dufner, Platzwart Otto Jakob und „Head of Playersdesk“, Nathalie Lemke, von MCD Sportmarketing hinter sich. Die drei waren von Donnerstag bis Sonntag jeweils die ersten, die die Anlage des TC Überlingen betreten, und die letzten, die sie verlassen haben.

Der Organisationschef hatte bis zum letzten Tag damit zu tun, interessierte Zuschauer abzuwimmeln, Otto Jakob kümmerte sich um den Platz, damit er bespielbar ist, und Natalie Lemke organisierte Trainingsplätze, Shuttleservice und mehr für die Spieler sowie die Einteilung zahlreicher Helfer.

Hohe Beanspruchung des Platzes

„Der Platz war durch die Corona-Pause für die Jahreszeit noch recht weich“, erklärte Otto Jakob. „Und die Beanspruchung durch die Weltklasse-Spieler war schon enorm.“ Neben dem regelmäßigen Bewässern und der Organisation des Abziehens, versuchte der Platzwart nach jedem Satz, die sich bildenden Löcher zu stopfen.

Platzwart Otto Jakob beim Bewässern des Tenniscourt – natürlich unter Einhaltung der Corona-Hygieneverordnung, mit Mund-Nasen-Maske.
Platzwart Otto Jakob beim Bewässern des Tenniscourt – natürlich unter Einhaltung der Corona-Hygieneverordnung, mit Mund-Nasen-Maske. | Bild: Jäckle, Reiner

Während dessen trudelten bei Nathalie Lemke reihenweise Wünsche der Spieler ein. Sie klärte, wann und wo gegessen werden kann, wie die Tennis-Cracks ins Hotel und auf den Platz kommen, wo sie parken können und natürlich, wann und wo sie trainieren können.

Markus Dufner hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Wechselbad der Gefühle hinter sich. „So etwas habe ich bei einem Tennisturnier noch nie erlebt“, sagte er. „Zunächst gab es die Zusage für dieses hochklassige Turnier, dann sogar mit Dominik Köpfer.“ Es folgte die verletzungsbedingte Absage des momentan drittbesten deutschen Spielers in der Welt. Dann aber die Zusage vom Überlinger Ordnungsamt, dass Zuschauer zugelassen werden.

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30 Stunden vor dem Turnier stand schließlich komplett alles wieder in Frage, weil plötzlich eine spezielle Corona-Verordnung für Profi-Veranstaltungen auftauchte. 17 Stunden vor dem Start final aber Entwarnung, denn das Ministerium für Kultur und Sport in Stuttgart bewilligte die Veranstaltung, untersagte aber Zuschauer, was sowohl für den Organisator als auch für die Spieler deprimierend war. Zumal es andere Vorrunden-Turniere der Serie gab, die mit Zuschauern ausgetragen wurden.

Trotz Corona-Pause gut vorbereitet

Letztlich zeigten sich die Spieler trotz der monatelangen Corona-Zwangspause sehr gut vorbereitet und teils hochklassige Partien. Alle Spieler waren vor allem von der Anlage des TC Überlingen direkt am Bodenseeufer hellauf begeistert. Viele nutzten die Möglichkeit, nach ihren Spielen sofort ins erfrischende Nass zu springen. „Die Anlage liegt unfassbar schön“, lobte Top-Spieler Yannick Maden aus Stuttgart.

Nach den Siegen seiner beiden Schützlinge Mika Lipp (rechts) und Philip Florig (links) gestern in den Platzierungsspielen musste Trainer Gerald Marzenell (Mitte) im Bodensee baden gehen.
Nach den Siegen seiner beiden Schützlinge Mika Lipp (rechts) und Philip Florig (links) gestern in den Platzierungsspielen musste Trainer Gerald Marzenell (Mitte) im Bodensee baden gehen. | Bild: Jäckle, Reiner

„Die Betreuung und das Hotel waren außerdem perfekt.“ Einziges Manko sei der Platz gewesen, der nach den vielen Spielen doch „einige Löcher“ hatte, so die Nummer 149 der Welt, der bereits 2009 und 2013 bei den Überlingen Open am Start war.

Mit Christoph Negritu war ein weiterer Spieler begeistert von Überlingen: „Es passt einfach alles hier. Es gibt den See, tolle Lokale, eine wunderschöne Promenade und gute Eisdielen.“ Auch er sagte das, was viele dachten: „Das einzige, was fehlte, war Publikum.“ Überall sei die „Hölle los gewesen“, nur auf der Anlage des TC Überlingen war nichts los.

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Gestern standen bei deutlich kühleren Temperaturen als die Tage zuvor die Platzierungsspiele auf dem Programm. Der Blick ging dabei vor allem vormittags regelmäßig gen Himmel mit der Hoffnung, dass der regen aufhört. Im Finale zwischen den Gruppensiegern setzte sich Peter Torebko in zwei Sätzen gegen Johannes Härteis durch und kassierte 5000 Euro. Auf Platz drei landete Christoph Negritu, der Louis Wessels keine Chance ließ.

Peter Torebko gewann alle Spiele in der Vorrunde der Tannenhof Resort German Men‘s Series in Überlingen. Gestern setzte er sich in zwei Sätzen gegen Johannes Härteis durch.
Peter Torebko gewann alle Spiele in der Vorrunde der Tannenhof Resort German Men‘s Series in Überlingen. Gestern setzte er sich in zwei Sätzen gegen Johannes Härteis durch. | Bild: Jäckle, Reiner

Organisator Markus Dufner im Interview: „Ich bin zufrieden“

Herr Dufner, wie fällt Ihr Fazit des Turniers in Überlingen aus?

Sportlich lief alles nach Plan. Diesbezüglich war die Resonanz einmal mehr äußerst positiv von Seiten der Spieler und Schiedsrichter. Die traumhafte Anlage des TC Überlingen direkt am Bodenseeufer trägt da natürlich sehr viel dazu bei.

Sie durften ja keine Zuschauer zulassen. Wie heftig hat Sie das getroffen?

Das war mehr als nur ein Wermutstropfen. Ich hatte hunderte Anfragen. Vor allem die Spieler, die hervorragendes Tennis gezeigt haben, hätten Publikum verdient gehabt. Dadurch war die Atmosphäre schon sehr gedämpft.

Hatten Sie dadurch spürbare Einbußen?

Wir hätten zwar lediglich knapp 100 Zuschauer auf die Anlage lassen dürfen, aber der Ausfall lag dennoch im vierstelligen Bereich.

Wissen Sie schon, wie es mit den Überlingen Open aussieht?

Ob sie als internationales ITF Turnier stattfinden werden, ist eher unwahrscheinlich. Das liegt an den momentanen Reisebestimmungen. Daher planen wir die Überlingen Open als deutsches Ranglistenturnier. Auch hierzu hätten wir bereits Zusagen von hochklassigen Spielern wie Louis Wessels.