Draußen ist es kalt. Die Luft riecht nach Schnee an diesem Dezembertag. Menschen laufen geschäftig durch die Überlinger Innenstadt. Bald ist Weihnachten und bis zum Fest haben die Bürger noch einiges zu tun. Eine besonders lange Schlange hat sich vor der Postbank in der Mühlenstraße gebildet. Trotz Lockdowns darf die Post als systemrelevantes Geschäft offen bleiben.

Die Menschen in der Warteschlange sind dick eingepackt. Sie tragen warme Winterjacken, Schals – und die meisten auch eine Maske. Es ist ruhig. Kein Schwätzchen in der Schlange, kein Gespräch zwischen Bekannten. Die Kunden vor der Postbank halten gewissenhaft Abstand. Eine Möwe fliegt vorbei und kreischt.

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Unter den Menschen in der Warteschlange ist auch Michael Menges. Er möchte seine Weihnachtspost rechtzeitig verschicken und nimmt deswegen auch die Wartezeit in Kauf. „Diesmal ist sogar noch etwas Geburtstagspost dabei“, erzählt der Überlinger und schmunzelt. „Da lohnt sich das Anstehen gleich doppelt.“

Michael Menges aus Überlingen verschickt dieses Jahr Weihnachtspost nach Stuttgart.
Michael Menges aus Überlingen verschickt dieses Jahr Weihnachtspost nach Stuttgart. | Bild: Mona Lippisch

Dass die Schlange vor der Postfiliale ungewöhnlich lang ist, kann Menges bestätigen. „Sonst ist nicht so viel los, wenn ich hier vorbeifahre.“ Er vermutet, dass das anstehende Weihnachtsfest und Corona die Situation verschärfen.

Trotz langer Schlange: Nach nur fünf Minuten Anstehen ist Michael Menges an der Reihe und kann sein Paket abgeben.
Trotz langer Schlange: Nach nur fünf Minuten Anstehen ist Michael Menges an der Reihe und kann sein Paket abgeben. | Bild: Mona Lippisch

Umso verwunderter ist Michael Menges, als er bereits fünf Minuten später an der Kasse steht und sein Paket abgeben kann. „Das ging jetzt wirklich schnell, viel schneller als gedacht“, sagt er und winkt zum Abschied.

„Es ist gut, dass die Menschen ordentlich Abstand halten“

Ein weiterer Kunde, der vor der Postbank steht, ist Wilfried Nordhoff. Er hat noch keine Weihnachtspakete dabei, sondern verschickt etwas Geschäftliches. Der Überlinger sagt: „Es ist gut, dass die Menschen hier ordentlich Abstand halten. Wenn gedrängelt wird, wie es in Supermärkten oft der Fall ist, ist das momentan einfach nicht schön.“

Wilfried Nordhoff aus Überlingen findet es gut, dass die Menschen vor der Postbank genügend Abstand halten.
Wilfried Nordhoff aus Überlingen findet es gut, dass die Menschen vor der Postbank genügend Abstand halten. | Bild: SK

Damit die Abstandsregeln konsequent eingehalten werden, hat die Postbank-Filiale seit einiger Zeit auch einen Mitarbeiter eines externen Sicherheitsunternehmens angestellt. Er trägt eine gelbe Warnweste und sagt „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“. Hauptsächlich aber behält er die Kunden im Blick und unterstützt den Kundenservice der Filiale. Das gibt die Pressestelle der Postbank bekannt.

In den Tagen vor Weihnachten boomt das Post-Geschäft. Hier warten Menschen in Überlingen vor der Postbank in der Mühlenstraße darauf, das Geschäft betreten zu dürfen.
In den Tagen vor Weihnachten boomt das Post-Geschäft. Hier warten Menschen in Überlingen vor der Postbank in der Mühlenstraße darauf, das Geschäft betreten zu dürfen. | Bild: Mona Lippisch

Und Unterstützung haben die Postbank-Mitarbeiter auch nötig. Die Angestellten, die Paket für Paket registrieren, wirken gestresst. „Express oder normal? Versicherter Versand?“, lauten die Standardfragen der Kassierer. Mit dem SÜDKURIER sprechen möchte keiner. Es ist viel zu tun. Das Weihnachtsgeschäft eben.

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