Die Ode an die Freude war der musikalische rote Faden des Nachmittags. Bei der feierlichen Amtseinführung von Arkadius Wadulla als Schulleiter der Grundschule Burgberg intonierten die Kinder das Leitthema der Europa-Symphonie mehrfach. Erst im großen Kreis von lauter Grundschülern auf dem Pausenhof mit bunten Luftballons. Dann in der Turnhalle, wo die Gäste, darunter Gemeinderäte, Schulleiter, das Kollegium und Eltern, Platz genommen hatten.

Die feierliche Amtseinsetzung von Arkadius Wadulla (Mitte) wurde kurzweilig von zwei Schülern moderiert. Konrektorin Judith Oelhaf ...
Die feierliche Amtseinsetzung von Arkadius Wadulla (Mitte) wurde kurzweilig von zwei Schülern moderiert. Konrektorin Judith Oelhaf (rechts) half beim Ablauf und texten. | Bild: Sabine Busse

Auf der Rednerliste stand die Hauptperson des Tages ganz zum Schluss. Zuerst verlieh OB Jan Zeitler seiner Erleichterung Ausdruck, dass die Besetzung der Rektorenstelle im vierten Anlauf erfolgreich war. „Es ist heute nicht so einfach, einen Schulleiter für eine Grundschule zu finden.“

Mit seiner Bewerbungsrede vor dem Gemeinderat habe Wadulla mit den Schwerpunkten Strukturen zu festigen, Leseförderung fortzuführen sowie die Gesundheitskompetenzen auszubauen, bewiesen: „Sie passen genau zu dieser Schule!“ Zeitler ergänzte, dies gelte auch im Hinblick auf die gemäß Schulentwicklungsplan zu erwartenden steigenden Schülerzahlen. Sein besonderer Dank galt Judith Oelhaf, die die Schule eineinhalb Jahre kommissarisch geleitet und durch die Pandemie geführt habe.

Oberbürgermeister Jan Zeitler.
Oberbürgermeister Jan Zeitler. | Bild: Hilser, Stefan

Sarah Fesca vom Schulamt in Markdorf räumte in ihrer Rede ein, dass ein Schulleiter „verdammt viel zu tun“ habe. Sie nannte die diversen Interessen der Schulgemeinschaft und die großen Fußstapfen, die sein Vorgänger Wolfgang Panzner hinterlassen habe. Zu den wichtigsten Tugenden des Rektors gehöre Zugewandtheit. „Das trauen wir Ihnen alle zu!“, lautete Sarah Fescas Resümee. Carmen Kindler begrüßte Arkadius Wadulla in ihrer Funktion als Geschäftsführende Schulleiterin der Überlinger Schulen. Mit seiner Entscheidung für die Burgbergschule habe er sich nicht die leichteste Aufgabe gestellt, sagte Kindler.

Arkadius Wadulla schließlich überraschte die Zuhörer mit einem Geständnis. Das Reden vor vielen Menschen wäre für ihn lange undenkbar gewesen. Als Kind habe er gestottert und sei Spott ausgesetzt gewesen. Seinen Job bei einer Fastfood-Kette bezeichneter er als Sprachtherapie: „Dort habe ich nicht nur meine Geschmacksknospen, sondern auch die Angst mit Menschen zu reden verloren.“

Arkadius Wadulla (links) erhielt von Oberbürgermeister Jan Zeitler anlässlich der feierlichen Amtseinsetzung ein Präsent überreicht.
Arkadius Wadulla (links) erhielt von Oberbürgermeister Jan Zeitler anlässlich der feierlichen Amtseinsetzung ein Präsent überreicht. | Bild: Sabine Busse

Der Werdegang von Wadulla verlief nicht linear Richtung Schule. Erst arbeitete er während seines Zivildienstes mit Menschen mit Behinderung und orientierte sich anfangs Richtung Wirtschaft, bevor er sein Lehramtsstudium aufnahm. Nebenher arbeitete e in Fabriken. Seinen ersten Einsatz als Lehrer hatte Wadulla in einer „sehr kleinen Grundschule“, wie er betonte. Dann zog er von Freiburg an den Bodensee und arbeitete im Kreis Ravensburg.

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Auch einen schweren Schicksalsschlag habe er hinnehmen müssen, schilderte der Pädagoge und schaute direkt wieder nach vorne. Um weniger pendeln zu müssen und näher bei seiner Frau und seiner kleinen Tochter zu sein, habe er sich zur Burgbergschule versetzen lassen. „Hier habe ich mich von Anfang an geborgen gefühlt“, sagte Wadulla.

Beim Dank für den besonderen Tag und die Zusammenarbeit mit seinem Team schloss Wadulla alle ein: Das Schulamt sowie die Stadtverwaltung als Träger sowie die Schulgemeinschaft mit Eltern, Kindern und Kollegen inklusive Hausmeister und Putzteam. Das alles verglich er mit einem gut verwurzelten Baum. Seine Rolle sei es nun, als Gärtner den Schulbaum weiter wachsen zu lassen.

Interimsrektorin Judith Oelhaf

Im Juli 2020 ging Wolfgang Panzner in den Ruhestand, nachdem er die Grundschule Burgberg 25 Jahre lang geleitet hatte. Zu seinem pädagogischen Vermächtnis gehört die Einführung jahrgangsübergreifender Klassen. Nach Panzners Pensionierung übernahm Konrektorin Judith Oelhaf im August 2020 kommissarisch die Leitung. Für ihren 18-monatigen Einsatz mitten in der Pandemie mit zahlreichen Herausforderungen sprach OB Zeitler ihr bei der Amtseinführung von Arkadius Wadulla seinen ausdrücklichen Dank aus. Sie sei in dieser Zeit „über Gebühr gefordert“ gewesen. Der neue Schulleiter könne sich glücklich schätzen, so eine engagierte Stellvertreterin an seiner Seite zu haben.