Für Lehrer und Schüler gehört die digitale Kommunikation inzwischen vielfach zum Alltag. Für Oberbürgermeister Jan Zeitler war die Neujahrsansprache an die Bürger per Video eine Premiere. Vor Jahresfrist hatten ihm noch an die 200 Gäste beim Dreikönigstrunk gelauscht. Rekordverdächtige 700 bis 800 waren es im Kursaal beim Auftakt zum Stadtjubiläum gewesen, das wie vieles andere im Verlauf des Jahres vom Coronavirus mächtig zerzaust werden sollte und daher anders als zuvor geplant im kommenden Jahr seine Fortsetzung finden wird.

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Ausblick auf zweiten Anlauf zur Landesgartenschau

Das Jubiläumsjahr war so für Zeitler in der Ansprache quasi das Scharnier vom Rückblick zum sehr kurz gehaltenen Ausblick, in dem der OB am Ende eine langsame Rückkehr zur Normalität in Aussicht stellte. Genährt wurde diese Hoffnung wohl nicht nur von den erwähnten Impfungen, sondern auch vom Ausblick auf den zweiten Anlauf zur Landesgartenschau. Nicht einmal mehr drei Monate sind es bis zu dem am 9. April terminierten Startschuss und der wiederbelebte Countdown am Rathaus zählt heute 88 Tage.

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In der Nacht zum Sonntag hatte die Stadtverwaltung das am 4. Januar mit Landesgartenschaufahne und Schwerttanzgemälde im Hintergrund aufgezeichnete Video Zeitlers freischalten lassen. „Wagen Sie zusammen mit OB Zeitler einen Rückblick auf das alte und einen Ausblick auf das neue Jahr“, heißt es auf der Homepage der Stadt. Dabei ist es kein großes Wagnis, den gut 18 Minuten zu folgen. Sie bringen keine Überraschungen und wer sich die eine oder andere konkretere Vision zur Stadtentwicklung erhofft hatte, wurde eher enttäuscht.

In seiner Ansprache ging Zeitler auch auf die Eröffnung der großen Mehrfeldsporthalle ein.
In seiner Ansprache ging Zeitler auch auf die Eröffnung der großen Mehrfeldsporthalle ein. | Bild: Stefan Hilser

Nichts Konkretes zur Großbaustelle Schulcampus

Rund 15 der gut 18 Minuten widmete Jan Zeitler der Beschreibung des schwierigen Vorjahres und einer längeren Liste von abgeschlossenen Vorhaben. Von den neuen Leitsystemen für Autofahrer und Fußgänger, dem „ÜB“ auf dem Kennzeichen, dem neuen Webauftritt der Überlinger Touristik und dem hier stationierten Feuerlöschboot bis zur Eröffnung der großen Mehrfeldsporthalle „in rekordverdächtiger Bauzeit“. Nichts Konkretes sagte der OB allerdings, nach welcher Strategie es auf der Großbaustelle des Schulcampus weitergeht, nichts zum Spannungsfeld zwischen den Herausforderungen bei den Investitionen und den begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Auch auf eigene Priorisierungen verzichtete er.

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„Zahlreiche Projekte neu angehen oder weiterentwickeln“

Auf jeden Fall werde 2021 „ein Kraftakt“, denn es gelte Vieles nachzuholen. „Wir werden zahlreiche Projekte neu angehen oder weiterentwickeln.“ Dabei hätten der Gemeinderat, der Jugendgemeinderat und die Verwaltung „stets das Wohl unserer Stadt im Blick und setzen auf eine Entwicklung, die Überlingen noch liebens- und lebenswerter macht.“ Dazu trügen auch alle haupt- und ehrenamtlich Involvierten in erheblichem Maße bei. In Überlingen werde gerne „leidenschaftlich diskutiert dann aber auch gemeinsam an der positiven Weiterentwicklung unserer Stadt gearbeitet“, zeigt sich Zeitler zufrieden.